Südkorea

Designated Survivor: 60 Days 60일, 지정생존자

Designated Survivor: 60 Days ist eine südkoreanische Drama-Serie aus dem Jahr 2019 mit aktuell 16 Folgen a 60 Minuten. Sie ist ein Remake der gleichnamigen US-Serie.

Thema: Bei einem Bombenangriff wird die ganze Regierung ausgelöscht und ein Laie wird für 60 Tage Übergangspräsident

©️TvN

Als ich vor einigen Monaten gelesen habe, dass die Koreaner ein Remake der amerikanischen Serie auf den Markt bringen würde, war ich gleich sehr glücklich und vor allem positiv überrascht. Bereits als das Original auf den Markt kam, klang die Handlung ungemein spannend und sehenswert. Jedoch wurde die Produktion von meiner ausladenden Watchlist verschluckt. Nun bin ich mit der Lösung äußerst glücklich. Ich ziehe es vor eine in sich geschlossene Serie zu sichten als wieder drei Staffeln durchkämmen zu müssen.

Worum geht es in Designated Survivor?

Das koreanische Parlament fällt bei einer Zusammenkunft einem Terrorangriff zum Opfer. Der einzige Überlebende ist der unerfahrene Umweltminister Park Moo Jin. Dieser hatte sich zuvor mit dem Präsidenten überworfen, weil er seine persönlichen Werte über politische Abläufe gestellt hat. Gemäß dem Notfall-Protokoll wird er für die kommenden 60 Tage, bis zur nächsten Wahl, der Übergangspräsident.

Teaser

Lohnt sich die Serie?

Ja! Die Serie startet gleich mit dem Angriff und setzt diesen gekonnt um. Bereits in der ersten Folge merkt man auf welch hohem Niveau sich die Serie befindet.

Die Figuren werden nach und nach vorgestellt und jede erscheint am Anfang unnahbar und schwer einzuschätzen. Insbesondere in den Anfängen erleben wir die Ereignisse zum Großteil aus der Sicht von unserem Übergangspräsidenten. Dieser zeichnet sich durch seinen starken Wertekompass und seine Ehrlichkeit aus. Insbesondere in den Reihen der Politik wird das sehr ungern gesehen und eckt immer wieder an.

Die Suche nach den Hintergrundmännern um den Anschlag zieht im Verlauf der Serie immer größere Kreise und wird von Folge zur Folge spannender. Die Figuren zeigen nach und nach immer stärker ihren wahren Charakter und sorgen damit für einige bemerkenswerte Szenen.

Die Inszenierung ist sehr ruhig, aber bestimmend angelegt. In jeder Folge findet sich ein spannender Cliffhanger und immer wieder das Erlangen von neuen Informationen. Die Musik untermauert die Stimmung perfekt.

Die Schauspieler liefern beachtliche Leistungen ab und wissen durchweg zu überzeugen. Das Drehbuch hat keine Löcher und gibt der Regie perfekte Augenblicke vor.

Präsident Park lernt nach und nach die Gepflogenheiten der Politik und ist immer wieder brisanten Situationen ausgesetzt. Dabei bleibt die Unterstützung seiner Berater nicht aus, die nicht alle uneigennützige Motive verfolgen. Insbesondere in dieser Situation wirft die Serie einen interessanten Blick auf das Verhältnis von Nord- und Südkorea.

Zudem hat mir die Suche nach den Attentätern aus der Sicht der verlobten Agentin und ihres Hoobaes sehr gut gefallen. Ihr Auftreten und ihre schnelle Auffassung sorgte für einige Highlights in dieser Staffel.

Fazit

Die Serie ist sehr sehenswert und zeigt aktuelle Konflikte im asiatischen Raum perfekt auf. Es ist spannend zu erleben, dass die Welt nicht nur aus Schwarz und Weiß besteht und das auch gute Menschen schlechte Entscheidungen treffen müssen. Zudem ist die Darstellung der Bürger und ihre fehlende Kenntnis sehr interessant dargestellt. Insbesondere die Zeichnung der konservativen Gesellschaft und ihrer Werte zeigt wunderbar auf wie unterschiedlich sie zum Westen funktioniert. Insgesamt gebe ich der Serie 8/10 Punkte.

Designated Survivor: 60 Days eignet sich ausgezeichnet für Freunde des amerikanischen Originals Designated Survivor oder 24: Twenty Four.

Interessierte können die Serie auf Netflix streamen.

Darsteller: Ji Jin Hee (Misty, Second to Last Love) als Park Moo Jin, Son Seok Koo (Matrimonial Chaos, Suits) als Cha Young Jin, Heo Joon Ho (Kingdom, Come and Hug Me) als Han Joo Seung, Kang Han Na (Familiar Wife, Just Between Lovers) als Han Na Kyung, Lee Joon Hyuk (City Hunter, Naked Fireman) als Oh Young Seok, Bae Jong Ok (Graceful Family, Live) als Yoon Chan Kyung, Choi Yoon Young (Enemies from the Past, All is Well) als Jung Soo Jung, Lee Moo Saeng (One Spring Night, Melting Me Softly) als Kim Nam Wook

Drehbuch: Kim Tae Hee

Regie: Yoo Jong Sun

USA

The Pacific

The Pacific ist eine US-amerikanische Kriegsserie aus dem Jahr 2010 mit insgesamt 10 Folgen a 60 Minuten. Sie ist das Pendant zu Band of Brothers.

Thema: Die unabhängigen Erlebnisse dreier Marines im Pazifikkrieg

©️HBO

Nach der Sichtung von Band of Brothers war ich äußerst neugierig auf die Darstellung der Geschehnisse im Pazifikkrieg. Während erstgenannte einer chronologischen Reihenfolge folgt, konzentriert sich diese Produktion darauf sich auf drei Marines zu beschränken, die an unterschiedlichen Orten stationiert sind.

Worum geht es in The Pacific?

In der Serie geht es um die unterschiedlichen Erfahrungen dreier Soldaten, die in verschiedenen Regimenten der 1. US-Marineinfanteriedivision dienen. Eugene Sledge ist frisch von der Schule und noch komplett unerfahren im Leben. Robert Leckie ist ein ehemaliger Lokaljournalist, der nach Anerkennung sucht. John Basilone ist ein erfahrener Soldat und Kriegsheld. Alle drei gehen durch die ungeordneten Höllen des Krieges und gehen unterschiedlich damit um.

Lohnt sich die Serie?

Ja! Durch die Zeit- und Ortsprünge wirkt die Serie am Anfang ein wenig komplizierter als Band of Brothers. Doch der Eindruck legt sich recht schnell wieder.

Die Inszenierung der Serie bewegt sich auf einem äußerst hohen Niveau. Die Ausstattung und die Kulissen sind Detail getreu nachgestellt und versetzen einen inmitten des Pazifikkrieges. Das ist beeindruckend und beängstigend zugleich, da sehr schnell klar wird, dass sich der Krieg im asiatischen Raum auf einem anderen Level befindet. Die Japaner kämpfen erbitterter als die Deutschen, da sie auch bereit sind ihr Leben zu opfern. „Wovor fürchtet sich ein Soldat, der Stolz ist für sein Vaterland zu sterben?“

Der Horror des Krieges wird sehr ausdrücklich dargestellt und nimmt keine Rücksicht auf die Zuschauer. Es ist äußerst spannend den Ereignissen der Soldaten zu folgen und vor allem ihre seelischen Verletzungen mitzuerleben.

Die Desillusionierung des Krieges, Angst, Scham, Trauer um gefallene Kameraden, der Kampf gegen ein fremdes Klima, Kampf auf unbekanntem Terrain, der Kontakt zu einer fremden Kultur, Sprachbarrieren, Hunger, Krankheiten, Fehlversorgung und Frauenbekanntschaften werden äußerst ausdrücklich dargestellt.

Insbesondere die Darstellung von einem meiner Lieblingschauspieler, James Badge Dale, hat mir sehr gut gefallen und mich mitleiden lassen.

Fazit

Während vielen in meinem Umfeld Band of Brothers deutlich besser gefällt, bevorzuge ich The Pacific. Obwohl sich beide Serien auf einem hohen Niveau bewegen, konnte mir diese Serie unheimlich viele eigene Wissenslücken aufzeigen, die ich nach dem Sichten schließen konnte. Da auch der Soundtrack alle Handlungen wieder wunderbar unterstützt, gebe ich trotz einiger Längen 9/10 Punkte.

The Pacific eignet sich wunderbar für Freunde von Anti-Kriegsserien wie auch Generation Kill oder Band of Brothers.

Darsteller: James Badge Dale (Rubicon, The Black Donnellys) als PFC Robert Leckie, Joseph Mazzello (Person of Interest, Koma) als PFC Eugene Sledge, Jon Seda (Chicago P.D., Chicago Fire) als Sgt. John Basilone, Ashton Holmes (Revenge, Nikita) als PFC Sidney Philips

USA

Band of Brothers – Wir waren Brüder

Band of Brothers ist eine US-amerikanische Kriegsserie aus dem Jahr 2001 mit insgesamt 10 Folgen a 60 Minuten. Ihr Sequel ist The Pacific, die sich mit den Geschehnissen des Pazifikkriegs beschäftigt.

Thema: Die Erlebnisse der Easy Company zum Ende des 2. Weltkrieges

©️HBO

Es gibt selten eine Serie die mir so häufig angepriesen worden ist wie diese. Lange habe ich es nicht geglaubt und es dann einfach einmal selber getestet. Tatsächlich habe ich durch diese Produktion ein Faible für Anti-Kriegs-Serien entwickelt.

Worum geht es in Band of Brothers?

Die Serie schildert die Ereignisse der Marines aus der Easy Company beginnend mit ihrer Grundausbildung in den USA. Mit ihrem Einstieg ins Kriegsgeschehen mit der Landung in der Normandie kämpfen sie sich durch das dicht besiedelte Kriegsgebiet nach Deutschland durch. Dabei sind sie beteiligt an der Schlacht an den Ardennen und der Entdeckung von Konzentrationslagern.

Lohnt sich die Serie?

Hell, yes! Diese Serie muss man wirklich gesehen haben. Trotz mancher kreativer Abweichungen bemüht sie sich sehr die tatsächlichen Ereignisse in einem historisch einwandfreien Kontext wider zugeben.

Wie der Titel es schon sagt, lebt die Serie vor allem von der Kameradschaft unter den Marines. Man sieht wie sie kämpfen, leiden, witzeln und im schlimmsten Fall plötzlich sterben. Da die Serie auf den Erzählungen der Beteiligten basiert, ist es nicht vorhersehbar wer lebt und wer stirbt. Das lässt einen von der ersten bis zur letzten Minute mitfiebern.

Das Cast ist der absolute Wahnsinn und perfekt gewählt. Man trifft beim Sichten auf eine Vielzahl bekannter Gesichter aus der amerikanischen Serienwelt und profitiert von ihrem Talent und der Inbrunst, die sie in die Verkörperung ihrer Rollen stecken.

Die Serie zeigt einen ungeschönten Blick auf die Ereignisse eines Weltkrieges. Dabei lässt sie an nichts fehlen und zeigt auch die brutalen Momente direkt. Damit meine ich nicht nur den Kampf, sondern auch den Verlust eines Kameraden, Schuldgefühle, Angst, Vergewaltigung und die Spaltung von Gesellschaften. „Am Ende will es keiner gewusst haben.“

Der Soundtrack ist in jedem Fall hervorzuheben und begleitet die Szenerie perfekt. Insgesamt ist es unvorstellbar bei dieser Serie keine Träne zu vergießen. Allein der Gedanke daran, dass es wirklich passiert ist – bei uns – ist unvorstellbar und wichtig nicht zu vergessen.

Fazit

Die Serie ist ein Meisterwerk an Fernsehunterhaltung und sollte man wenigstens einmal gesehen haben. Die detaillierte Set-Ausstattung, die Kulissen und die Kostüme versetzen einen ins Jahr 1944 zurück und lassen einen eine gewisse Vergangenheitsscham entwickeln. 9/10 Punkte!

Band of Brothers eignet sich perfekt für Freunde realer Kriegsserien wie The Pacific oder Generation Kill.

Darsteller: Scott Grimes (The Orville, Justified) als Donald G. Malarkey, Damian Lewis (Homeland, Billions) als Richard D. Winters, Ron Livingston (A Million Little Things, Loudermilk) als Lewis Nixon, Donnie Wahlberg (Blue Bloods-Crime Scene New York) als C. Carwood Lipton, Michael Cudlitz (The Walking Dead, The Kids Are Alright) als Denver Bull Randleman, Michael Fassbender (Der Preis des Verbrechens, Hex) als Burton P. Chistenson, David Schwimmer (Friends, Will & Grace) als Herbert M. Sobel

Kanada, USA

The Kennedys

The Kennedys ist eine US-amerikanische-kanadische Miniserie aus dem Jahr 2011 mit insgesamt 8 Folgen a 45 Minuten. 2017 erhielt die Serie ein Sequel namens The Kennedys: After Camelot, dass die Jahre von Jackie Kennedy nach der Ermordung ihres Ehemannes im Fokus hat.

Thema: Die Geschichte der Politikerfamilie Kennedy

©️History Channel

Als ich von der Serie zum ersten Mal erfahren habe, war ich gleich völlig begeistert und neugierig. Ich wollte sie unbedingt sehen, da der Kalte Krieg und seine Beteiligten zu der für mich interessantesten politischen Ära zählen. Ich hatte große Erwartungen bereits vor dem Sichten.

Worum geht es in The Kennedys?

Die Serie fokussiert sich vor allem auf das Leben von John F. Kennedy zu Beginn seiner Präsidentschaft. Dabei werden sowohl sein Familienleben beleuchtet als auch die größten Probleme seiner Amtszeit wie unter anderem die Schweinebuchtkrise oder seine angebliche Verbindung zur kriminellen Unterwelt.

Lohnt sich die Serie?

Wenn man ein wenig an politischen Serien interessiert ist, sollte man dieses Drama unbedingt sichten. Die Ausstattung ist der Realität bis ins kleinste Detail nachempfunden. Das Casting scheint perfekt sowohl in der Interaktion als auch in der überzeugenden Verkörperung der historischen Figuren.

Greg Kinnear scheint als die perfekte Besetzung für John F. Kennedy. Er füllt die Rolle perfekt aus und zeigt alle Facetten des Präsidenten und seines emotionalen Lebens überzeugend auf. Das gleiche gilt für Katie Holmes als Jackie Kennedy, die diese Figur natürlich verkörpert. Zudem ist auch Barry Pepper als Bobby Kennedy extrem passend für diese Rolle.

Das Zusammenspiel der Charaktere ist unheimlich überzeugend und versetzt einen in die 1960er Jahre zurück. Obwohl man weiß wie es ausgeht, weiß das Drama dennoch eine unheimliche Spannung zu vermitteln. Dabei ist auch die überzeugende Darstellung der politischen Probleme ausschlaggebend.

Fazit

Insgesamt betrachtet, hat mich die Serie von der ersten Minute an gefesselt und mich wunderbar unterhalten. Als Historikerin kann ich sagen, dass sie viel wert auf reelle Darstellungen gelegt haben und somit den klassischen Hollywoodkitsch außen vorgelassen haben. Aus diesem Grund vergebe ich 8/10 Punkte.

The Kennedys eignet sich wunderbar für Freunde historischer Serien wie auch Holocaust oder Band of Brothers.

Interessierte können die Serie auf DVD und BluRay erwerben.

Darsteller: Greg Kinnear (House of Cards, Rake) als John F. Kennedy, Barry Pepper (Madison) als Bobby Kennedy, Katie Holmes (Dawsons Creek, Ray Donovan) als Jackie Kennedy, Tom Wilkinson (Belgravia) als Joe Kennedy Senior

Drehbuch: Stephen Kronish, Joel Surnow

Regie: Jon Cassar

Israel

Hatufim – In der Hand des Feindes/Prisoners of War חטופים

Hatufim ist eine israelische Thriller-Serie aus dem Jahr 2010. Sie umfasst 2 Staffeln mit insgesamt 24 Folgen a 45 Minuten.

Thema: Nach 17 Jahren Gefangenschaft kehren drei israelische Soldaten in ihre Heimat zurück

©️Channel 2

Als Homeland erschien, wurde immer wieder publiziert, dass die Handlung entfernt auf einem israelischer Serienerfolg basiert. Aus diesem Grund wurde ich neugierig und entschied mich für eine Sichtung. Da dies meine erste Fernsehproduktion aus dem israelischen Bereich ist, hatte ich keine Erwartungen und ließ mich von dem Drama treiben.

Worum geht es in Hatufim?

17 Jahre lang hielt die Hisbollah im Libanon die israelischen Soldaten Amiel, Uri und Nimrod gefangen. Durch einen Gefangenenaustausch kehren zwei der drei Männer nach Israel zurück. Vor Ort müssen sie mit den drastischen Veränderungen in ihren Familien und den Nachwirkungen der jahrelangen Folter klarkommen, während die Öffentlichkeit sie zu Heldenfiguren erhoben hat.

Lohnt sich die Serie?

Ja, ja und ja! Definitiv! Tatsächlich war ich erst äußerst skeptisch, weil ich mit Homeland so einige Probleme hatte. Jedoch musste ich schnell feststellen, dass alle unliebsamen Elemente aus der amerikanischen Serie nicht in der Originalserie vorhanden sind. Zudem fand ich das Verhältnis Israeli/Palästinenser interessanter in der Aufarbeitung als US-Soldat/Araber.

Die ganze Geschichte ist sehr ruhig erzählt und wird dabei nie langweilig. Die Probleme der einzelnen Charaktere werden mit nötigem Ernst aufgegriffen und beleuchtet.

Insgesamt ist die Serie in die drei Geschichten der Soldaten gegliedert. Nimrod kommt aus der Gefangenschaft zu seiner Frau Dana und seinen beiden Kindern zurück. Dana hat in seiner Abwesenheit stark für seine Freilassung gekämpft und hat Probleme einen neuen Lebenssinn zu finden, während Nimrod mit den Traumata seiner Folter kämpft. Das Verhältnis zu seinen Kindern gestaltet sich auch äußerst schwierig, da sie ihm wie Fremde erscheinen. Die Betrachtung dieser Familiendynamik ist unheimlich spannend und bedrückend zugleich, da man ebenfalls keinen Rat hat wie man die Situation leichter gestalten kann.

Der zweite Handlungsstrang dreht sich um den Rückkehrer Uri. Diesen hatte es während der Folter am härtesten getroffen und konnte sich selbst nur am Leben halten durch den Gedanken an seine Verlobte Nurit. Nach seiner Ankunft in Israel muss er jedoch feststellen, dass diese mittlerweile mit seinem Bruder verheiratet ist und einen Sohn hat. Seine Einsamkeit gepaart mit seinen schmerzlichen Erinnerungen gestaltet seinen Alltag als äußerst schwer und verzwickt. Mir hat dieser Handlungsstrang am besten gefallen, obwohl er auch die größte Tragik bietet. Insbesondere Nurit und ihre Taten bleiben einem ins Gedächtnis, weswegen sie meine Lieblingsfigur in der Serie war.

Der letzte Handlungsstrang dreht sich um den verschwunden bleibenden Amiel. Dieser ist in der ersten Staffel lediglich in Rückblicken in der Zeit der Gefangenschaft zu sehen. Seine Figur und die mit ihre verbundenen Mysterien werden erst in der zweiten Staffel genauer betrachtet und gelöst. Zu Beginn steht seine Schwester Yael im Vordergrund, die nicht damit klarkommt, dass Amiel verschwunden bleibt. Sie hat ihr Leben komplett auf seinen Ersatz ausgerichtet und erhält professionelle Unterstützung von einem Psychologen. Ihre Charakterisierung und wirken sind ungemein human und nachvollziehbar. In der ganzen schweren Situation erscheint sie am greifbarsten und man hofft mit ihr auf ein baldiges Wiedersehen.

Fazit

Die ganze Serie bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau und bietet ein klares Hebräisch. Das Drehbuch und die Inszenierung sind qualitativ unglaublich sehenswert. Die gezeigten Bilder begeistern und vermitteln ein umfangreiches Bild über das Leben und den Alltag eines israelischen Bürgers. Die ganzen nationalen Bestimmungen und die starke Rolle des Militärs fand ich ungemein spannend zu sein. Zudem ist das rätseln um Amiels Person unfassbar spannend. Man fragt sich die ganze Zeit selbst, ob er übergelaufen ist oder nicht. Das ist schwer einzuschätzen, weil seine Darstellung nicht greifbar ist. Die Musik zur Serie ist unheimlich passend und das Titellied ist wirklich wunderschön. Aus diesen Gründen gebe ich klare 8/10 Punkte.

Hatufim eignet sich wunderbar für Freunde politischer Dramen wie bei The Honourable Woman oder Deutschland 83.

Darsteller: Yoram Toledano als Nimrod Klein, Ishai Golan als Uri Zach, Assi Cohen als Amiel Ben Chorin, Yael Abecassis als Talia Klein, Mili Avital als Nurit Halevi-Zach, Adi Ezroni als Yael Ben Chorin

Deutschland

Deutschland 83

Deutschland 83 ist eine deutsche Thrillerserie aus dem Jahr 2015. Sie ist die erste Staffel der Deutschland-Reihe und umfasst 8 Folgen a 45 Minuten. 2018 ist die zweite Staffel namens Deutschland 86 erschienen. Eine abschließende dritte Staffel ist in Planung.

Thema: DDR-Grenzsoldat wird als Spion in die Bundeswehr eingeschleust

©️UFA Fiction

Als ich das erste Mal von der Serie gehört habe, war ich gleich Feuer und Flamme. Die ganze Thematik klang spannend und vielversprechend. Da ich den Kalten Krieg unheimlich spannend finde, schien die Sendung perfekt für mich zu sein. Als ich auch noch erfuhr, dass Jonas Nay die Hauptrolle übernehmen würde, schien mein Glück perfekt. Ihn sehe ich unheimlich gerne und empfinde ihn als unheimlich talentiert. Mit Vorfreude erwartete ich diese, für deutsche Verhältnisse unheimlich kreative Produktion, sehnsüchtig und machte mich sofort ans Sichten.

Worum geht es in Deutschland 83?

Als die Spannungen im Kalten Krieg ihren Höhepunkt erreichen, wird der gutmütige Grenzsoldat Martin Rauch gegen seinen Willen von der Stasi als Spitzel rekrutiert. Er soll als Bundeswehroffizier Moritz Stamm geheime Militärpläne beschaffen. Während seiner Mission eröffnet sich für ihn im Westen eine ganz neue Welt voller Friedensdemos, Hippies, der Neuen Deutschen Welle, NATO-Manövern und den ersten Opfern von Aids.

Lohnt sich die Serie?

Ja, das tut sie. Auf Grund meiner starken Vorfreude hatte ich auch große Sorge enttäuscht zu werden. Insbesondere weil gute deutsche Serien wirklich nicht so häufig zu finden sind, wenn man vom Krimi-Genre absieht. Eine historisch-politische Serie zu sehen, machte mich glücklich. Es erschien mir wie der Aufbruch in ein neues Zeitalter.

Die ganze Inszenierung bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau und bietet eine originalgetreue ostdeutsche Ausstattung, die sogleich ein Heimatgefühl aufkommen lässt. Die Darsteller erledigen ihren Job wunderbar und verzichten auf die gewohnte Theater-Intonation. Die Serie versammelt eine Vielzahl deutscher Talente wie Jonas Nay, Sylvester Groth und Maria Schrader.

Die Geschichte gestaltet sich von Anfang an äußerst spannend und kurzweilig. Auch wenn nicht alle Fakten historisch korrekt sind, gibt die Serie einen wunderbaren Eindruck von der Stimmung im Jahre 1983. Die Charaktere sind vielseitig und lassen eine gewissen Tiefe erkennen.

Trotz der Tatsache, dass er gegen seinen Willen im Feindesgebiet spionieren muss, erledigt Martin seinen Job äußerst professionell und es macht Spaß ihn bei seinen ganzen Methoden zu beobachten. Seine innere Zerrissenheit wird immer wieder deutlich und stürzt auch den Zuschauer in einen Konflikt. Die Sehnsucht nach seiner ostdeutschen Verlobten und die Verliebtheit in die westdeutsche Generalstochter lassen eine gewisse Spannung aufkommen. Dass er auch Leichen entsorgen und die flippigen Kinder des Generals besaßen muss, lassen ihn nicht verzweifeln. Zudem bietet die Serie wunderbare Kampfszenen.

Die gesellschaftlichen Unterschiede werden offensichtlich und mit Liebe zum Detail dargestellt. Die Hippie-Bewegung und die offene Homosexualität wirken erfrischend und modern. Der Druck der Stasi auf der anderen Seite nimmt teilweise bedrohliche Ausmaße an und macht Spaß zu betrachten. Mitfiebern ist angesagt!

Fazit

Endlich hat es eine deutsche Dramaserie geschafft mich zu begeistern und lässt mich auf die zweite Staffel hoffen. Die Darsteller machen ihren Job wunderbar und erwecken das erstklassige Drehbuch zum Leben. Das Eintauchen in eine vertraute, dennoch unbekannte, Welt lassen das Herz klopfen und lassen auf weitere gewagte deutsche Produktionen in der Zukunft hoffen. Dass die Serie im Ausland ein Erfolg und in Deutschland selbst ein Flop war, ist eine peinliche Entwicklung. Endlich wird etwas hochwertiges geboten und dann weigert man sich es zu schauen. Wirklich schade! Ich für meinen Teil gebe insgesamt 9/10 Punkte.

Deutschland 83 eignet sich wunderbar für Freunde von politischen Thrillern wie bei Hatufim – In der Hand des Feindes und Generation Kill.

Interessierte können die Serie auf Amazon Prime streamen.

Darsteller: Jonas Nay (4 gegen Z) als Martin Rauch, Maria Schrader (Tatort) als Lenora Rauch, Sonja Gerhardt (Honigfrauen) als Annett Schneider, Sylvester Groth (Dark) als Generalmajor Schweppenstette, Ulrich Noethen (Neben der Spur) als Wolfgang Edel

USA

Generation Kill

Generation Kill ist eine US-amerikanische Dramaserie aus dem Jahr 2008. Sie hat insgesamt 7 Folgen a 70 Minuten. Sie basiert auf dem gleichnamigen Buch von Evan Wright.

Thema: Rolling Stone-Reporter begleitet Soldaten im Irak-Krieg

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©️HBO

Generation Kill gehört zu den absoluten Herzstücken meiner Seriensammlumg. Ich wollte diese Serie schon so lange sehen und kam nie daran. Mein Mann bemühte sich mehrere Male an die Sendung für mich zu kommen, doch es sollte nie sein. Eines Tages gingen wir in Kopenhagen shoppen und da lag sie im Schaufenster als Tagesangebot aus. Ich war so überglücklich und machte mich daheim gleich ans Schauen. Immerhin hatte ich über die Zeit eine recht hohe Erwartungshaltung aufgebaut.

Worum geht es in Generation Kill?

Generation Kill basiert auf einer wahrer Begebenheit und schildert die Erfahrungen eines Rolling Stones-Journalisten während der Invasion des Iraks im Zuge des dritten Golfkrieges. Er begleitete eine Einheit amerikanischer Marines in der Funktion als ziviler Berichterstatter. Die Serie erstreckt sich über eine Zeitspanne von insgesamt 45 Tagen. Sie beginnt als die Einheit von Kuwait in den Irak einmarschiert und endet mit deren Abreise in Bagdad.

Lohnt sich die Serie?

Absolut ja! In meinen Augen gehört dieses Drama zu den Kriegsserien, die man gesehen haben sollte. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der unwichtigste ist auf jeden Fall der unglaublich vielseitige Cast, der das Herz eines Serienjunkies nur höher schlagen lassen kann. Etliche Schauspieler sind einem bereits aus anderen Formaten sehr gut bekannt. Alexander Skarsgård, Lee Tergesen, Jon Huertas und Wilson Bethel sind nur einige wenige Beispiele für die Vielseitigkeit der Darsteller.

Die Serie wirft einen ernsten und vor allem ungeschönten Blick auf die Ereignisse im Irak im Jahr 2003. Dabei schafft sie die Darstellung eines realistischen Bildes und verzichtet auf den bekannten pathetischen Blick, den man aus den meisten amerikanischen Kriegsfilmen kennt. Spannend allein ist schon die Disposition. Während der Invasion hatten die Marines theoretisch die Aufgabe, Stellungen der irakischen Streitkräfte auszumachen und deren Position weiterzugeben. In der Praxis sah die Situation jedoch häufig anders aus. Unaufhörlich wurde die Einheit unvorbereitet in Situationen geschickt für die sie weder ausgebildet noch ausgerüstet waren. Das hatte meist Frontalangriffe auf unbekannte Siedlungen und feindliche Stellungen mit ungepanzerten Geländefahrzeugen zur Folge. Das Trauerspiel dieser Situation macht die Serie wunderbar deutlich. Alles erscheint unorganisiert und unsicher. Auf die Leitung ist kein Verlass und jeder muss vor Ort stets den Rücken seines Nebenmannes freihalten. Die Darstellung der Kameraderie ist sehr gut und bringt auch wenige glückliche Momente zu Tage.

Am besten fand ich den Umgang mit den Emotionen der Soldaten. Sie leisten ihre tägliche Arbeit, wie es von Ihnen erwartet wird und sehen aus erster Reihe die Leiden des Krieges. Oftmals kommen sie zu Einsätzen anderer Einheiten dazu oder erreichen danach. Dabei zeigt sich mehr als einmal, dass die Opfer des Krieges weniger irakische Soldaten, sondern häufig unschuldige Frauen und Kinder, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Dieses ehrliche Bild zeigt auch die Sinnlosigkeit des Krieges auf und lässt einen bald an den Motiven der Regierung zweifeln.

Die Kulissen sind auf einem gewohnt hohem Niveau und sparen nicht am Budget. Alles ist realistisch aufgebaut von der Umgebung bis hin zur Ausrüstung. Die Schauspieler leisten tolle Arbeit und überzeugen mit der Darstellung ihres inneren Kampfes. Die Brutalität und Ungerechtigkeit des Kampfes wird für beide Parteien deutlich aufgezeigt und zeigt weitestgehend ein neutrales Bild. Insbesondere diese Objektivität hat mir sehr gut gefallen. Die Soldaten werden nicht auf ein Podest gehoben, sondern funktionieren einfach nur von Tag zu Tag. Dabei sind sie gezwungen Befehle auszuführen, die sie selber nicht unterstützen.

Fazit

Generation Kill ist wahrhaftig eine fantastische Dramaserie und bewegt sich auf einem hohen Niveau. Sie zeigt ungeschönt die Schattenseiten des Krieges auf und jagt einem oftmals eine Gänsehaut hervor. Es gab auch einige Momente, die mir die Tränen hervorgebracht haben, weil ich diese Ungerechtigkeit einfach nicht ertragen konnte. Die undankbare Rolle der Marines wird immer wieder deutlich und zeigt neben der Verurteilung des Krieges auch eine ganz eigene Abgestumpftheit auf. Obwohl ich in meinem Herzen ein Pazifist bin, sollte man diese Anti-Kriegsserie wirklich gesehen haben. Meine lange aufgebauten Erwartungen wurden erfüllt und ich habe sie seitdem auch mehr als einmal gesehen. Insgesamt gebe ich ehrliche 9/10 Punkte.

Generation Kill eignet sich gut für Zuschauer, die sich dem ernst des Krieges stellen wollen. Ähnliche Serien wären Band of Brothers und The Pacific, die jedoch wieder mehr mit dem amerikanischen Patriotismus glänzen.

Darsteller: Alexander Skarsgård (True Blood, Pretty Little Liars) als Sgt. Brad „Iceman“ Colbert, James Ransone (Treme, Mosaic) als Cpl. Josh Ray Person, Lee Tergesen (Oz, The Purge) als Evan „Scribe“ Wright, Jon Huertas (Castle) als Sgt. Antonio Espera, Stark Sands (Six Feet Under, Minority Report) als Lt. Nathaniel Fick, Billy Lush (The Chicago Code, Revolution) als Lance Cpl. Harold James Trombley, Wilson Bethel (Hart of Dixie) als Cpl. Evan „Q-Tip“ Stafford