China

Another Me 七月与安生

Another Me ist eine chinesische Dramaserie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 53 Folgen a 45 Minuten. Sie basiert auf dem gleichnamigen Film und Buch von Bai Yi Cong. In Deutschland ist die Serie auch unter dem Namen Mein zweites Ich bekannt.

Thema: Zwei beste Freundinnen verlieben sich in den gleichen Mann

©️Hunan TV

Ich habe diese Serien nur wegen meinen Lieblingen aus Meteor Garden, Shen Yue und Connor Leong, gesichtet. Normalerweise schrecken mich die Längen von chinesischen Serien gerne ab, doch für die beiden habe ich gerne eine Ausnahme ausgemacht.

Worum geht es in Another Me?

Während der Schulzeit freunden sich die lebenslustige An Sheng und die introvertierte Qi Yue an und werden schnell beste Freundinnen, die alles miteinander teilen. Als sich Qi Yue eines Tages in den Klassenbesten Su Jia Ming verliebt, bemüht sich An Sheng mit allen Mitteln um ihrer Freundin zu helfen. Dabei stößt die Freundschaft der Mädels an ihre Grenzen als sich auf einmal beide in den selben Mann verliebt sind.

Official Trailer

Lohnt sich die Serie?

Um es einmal vorweg zu nehmen: Ich kann diese Rezension nicht ohne Spoiler schreiben. Für jeden, der nicht vorgewarnt werden möchte: Bitte lies nur den nächsten Absatz!

Die Serie ist ordentlich und mit schönen Bildern inszeniert. Die Darsteller überzeugen in ihren Rollen und bringen einem das typisch chinesische Alltagsleben mit allen Problemen und Widrigkeiten glaubhaft näher. Dabei wird natürlich nicht auf die üblichen Klischees verzichtet. Wie erwartet, liefert Shen Yue in der Rolle der An Sheng eine überzeugende Leistung ab und wird schnell zum nicht ganz perfekten Hauptcharakter. Auch wenn Chen Du Ling in ihrer Verkörperung der Qi Yue durchaus glaubhaft rüberkommt, störte mich die Zeichnung ihrer Figur insgesamt.

SPOILER:

Obwohl das Drama mit seinen 53 Episoden nicht wenig Handlung erzählt, wirkt es nicht langatmig und unterhält sehr. Wer aufgrund der Beschreibung und des Titelbildes eine Komödie erwartet, wird bitter enttäuscht. Tatsächlich habe ich lange nicht mehr ein so ernsthaftes und wirklich dramatisches Serienformat gesehen. Dabei wird ordentlich die Strapazierfähigkeit der Zuschauer ausgetestet.

Mal angesehen von An Sheng und Qi Yues jüngerem Bruder Jiu Yue fanden sich für mich kaum sympathische Charaktere. Dabei hat auch An Sheng manchmal Phasen, die man nicht wirklich nachvollziehen kann.

An sich kann man das Drama kurz und knackig zusammenfassen. Wir erleben die Geschichte beider Freundinnen über einen größeren Zeitraum, die in dieser Zeit mehr als einmal zu Todfeinden mutieren. Dabei haben wir auf der einen Seite die verwöhnte Qi Yue, die ein wundervolles Leben führt und sich immer als Opfer darstellt, wenn etwas passiert. Obwohl sie ihrer Freundin An Sheng gleich zweimal ihre großen Lieben vor der Nase wegschnappt, stehen doch immer alle aus ihrem Umfeld hinter hier und unterstützen sie, weil sie sich gerne mal als das arme Mädchen aufführt. Das geschieht, obwohl sie mehr als einmal berechnend und selbstsüchtig agiert.

Dem gegenübergestellt haben wir An Sheng. Trotz ihres harten Lebens in Einsamkeit bemüht sie sich im Rahmen ihrer Fähigkeiten das Beste daraus zu machen. Dabei geht sie ihren Weg und wird stetig von ihrem Umfeld dafür kritisiert. Als wenn das noch nicht reichen würde, geschieht ihr in diesen 53 Episoden beinahe nur Schlechtes. Dabei muss sie mit sämtlichen Schicksalsschlägen ständig alleine fertig werden und wird zahlreiche Male ohne Empathie von ihren Vertrauenspersonen verstossen. Wenn ich auch nur in Gedanken aufzuzählen versuche, was An Sheng alles an Schlechtem in dieser Serie geschehen ist, wird mir beinahe schwindelig. Dennoch opfert sie sich immer wieder und wieder für ihre beste Freundin auf und nimmt dabei das Einbüßen ihres eigenen Glückes stetig in Kauf. Ab einem gewissen Grad konnte ich das nicht mehr nachvollziehen.

Tatsächlich mochte ich Qi Yues Charakter überhaupt nicht und war genervt von ihrem Verhalten. Wenn man bedenkt, dass sie ihrer besten Freundin immer alles bewusst weggenommen hat und diese ihr trotzdem immer wieder geholfen hat, wird sehr schnell klar, was die beiden für ein toxisches Verhältnis haben.

Während des Schauens bekommt man wirklich den Eindruck als hätte der Autor seine eigene Figur nicht gemocht. An Shengs Charakter verbringt ihre Jugend komplett alleine. Ihre Mutter ist ständig in einer anderen Stadt und ihr Vater ist ihr unbekannt. Zweimal verliebt sie sich und zweimal gehen die Männer an Qi Yue. Selbst ihrer Universitätslaufbahn setzt sie für diese aufs Spiel. Dafür kämpft sie sich durchs Leben und hat endlich Glück im Job. Was passiert? Qi Yue kommt und nimmt ihr die Karriere weg. Ihre Mutter stirbt. Ihr Vater ist der Erzfeind der Paten. Diese verstoßen sie immer wieder. Dann lernt sie endlich die wahre Liebe kennen und es wird ihr von Qi Yues Eltern verboten mit ihm Kontakt zu haben. Endlich ist die Hürde überwunden und man lässt den Charakter sterben. Dann hat sie nur noch ihre Bar, die natürlich gleich abbrennen muss. Muss ich mehr sagen? Jedes Mal denkt man sich: Das kann doch nicht wahr sein!

Qi Yues Familie wird am Anfang als äußerst herzlich und selbstlos eingeführt. Das zeigt sich vor allem daran wie sie An Sheng aufnehmen. Doch im Laufe des Dramas konnte ich nichts mehr mit den Eltern anfangen. Vor allem zum Ende hin hatte ich jegliche Sympathie verloren, da ich sie nur noch als heuchlerisch und egoistisch wahrgenommen habe. Insbesondere der Umgang mit An Sheng gab mir immer wieder den Rest. Ich konnte wahrlich nicht verstehen, warum ihnen An Sheng immer wieder vergeben hat. Die wären für mich abgeschrieben gewesen.

Der einzige sympathische und tolle Charakter ist der jüngere Bruder, der von Leon Leong verkörpert wird. Diese geht zwar am Anfang sehr stark unter, doch bekommt im letzten Drittel der Serie endlich eine tolle Handlung. Die Beziehung zwischen An Sheng und Jiu Yue ist wundervoll und entschädigt lange für die harten Phasen des Leidens. Umso unverständlicher ist für mich der Tod seines Charakters. Da fühlte ich mich wahrlich veräppelt.

Ähnliches gilt für die Dreiecksbeziehung zwischen Qi Yue, Jia Ming und Han Dong. Während die ersten beiden nicht einmal in der Zeit ihrer langjährigen Beziehung auch nur den Hauch einer Chemie hatten, war die Darstellung zwischen Qi Yue und Han Dong einfach nur unglaubhaft. Insbesondere da ihr Charakter über weite Flächen nur langweilig und profillos wirkte, war es mich nicht nachvollziehbar warum er seine Haltung für sie auf einmal ändern sollte. Da wäre es mir lieber gewesen, er hätte sie wirklich nur ausgenutzt.

Apropos lieber gewesen. Wenn schon einer aus der Familie Jin sterben muss, wäre es nur passender gewesen diese Ehre Qi Yue zukommen zu lassen, da sie die ganze Zeit nur Glück hatte und sich dennoch stetig in Selbstmitleid gebadet hat. Zudem hätte man An Sheng auch in den ersten 35 Episoden einfach einmal eine positive Sache erleben lassen können und sie nicht nur permanent von einer Tragödie in die Nächste spazieren lassen müssen. Unverständlich dieser Serienaufbau!

Fazit

Diese Serie hat mich im wahrsten Sinne des Wortes an meine Grenzen gebracht. Diese permanente Tragik und das lediglich einseitige Unglück waren für meinen Gerechtigkeitssinn nur schwer fassbar. Zudem konnte ich oftmals nicht das Handeln der Figuren auch nur ansatzweise nachvollziehen. Die Musik und die Inszenierung gestalten sich ordentlich. Dennoch war ich am Ende froh als ich mit der Serie endlich durch war. Insgesamt gebe ich solide 7/10 Punkte.

Another Me eignet sich wunderbar für Freunde ernsthafter Melodramen wie auch bei Just Between Lovers oder Love And Fortune.

Interessierte können die Serie kostenfrei auf Viki streamen.

Darsteller: Shen Yue (A Love So Beautiful, Meteor Garden) als An Sheng, Chen Du Ling (Invisible Life, Myth of Sword) als Qi Yue, Dylan Xiong (Love Is Always Online, Legend of Awakening) als Jia Ming, Zhou Ting Wei (And The Winner Is Love, Eighteen Springs) als Han Dong, Leon Leong (Run For Young, Meteor Garden) als Jiu Yue

Drehbuch: Bai Yi Cong

Regie: Cui Liang

China

Meteor Garden 流星花园

Meteor Garden ist eine chinesische Dramaserie von 2018 und umfasst 50 Folgen a 45 Minuten. Sie basiert auf der japanischen Manga-Reihe Hana Yori Dango und ist ein Remake von der Taiwanesischen Serie Meteor Garden aus dem Jahr 2001. Diese Sendung ist wiederum ein Remake vom südkoreanischen Boys Over Flowers von 2009.

Thema: Mädchen trifft an der Uni auf die Gruppe F4 und wird in deren Welt gerissen

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Via Dramalist

Meteor Garden zählt aktuell zu meinen liebsten chinesischen Serien. Wie ich bereits bei der Rezension für Boys Over Flowers erwähnt habe, gefällt mir die Geschichte sehr gut. Aus diesem Grund empfand ich es als wenig störend innerhalb kürzester Zeit zwei verschiedene Serien zur gleichen Thematik zu Sichten. Tatsächlich bin ich noch immer neugierig auf die weiteren Inszenierungen aus China, Taiwan und Japan. Leider ist es nicht allzu leicht daran zu kommen. Falls jemand eine Lösung für mein Problem hat, kann er es sehr gerne in die Kommentare schreiben. Ich bin für jede Hilfe dankbar!

Meteor Garden ist eine dramatisch inszenierte Romanze. Die Schauspieler sind sehr gut ausgewählt und füllen ihre Rollen wunderbar aus. Es machte mir immer wieder Spaß die Eigenheiten eines jeden Charakters zu entdecken. Zudem war ich begeistert von den Kostümen. Hier habe ich wirklich über jedes Detail gestaunt und mich teilweise über die wildesten Kreationen gefreut. Da die Herren alle aus reichem Elternhaus stammen, musste man das auch in der Mode präsentieren und das ist in jedem Fall glaubhaft gelungen. Ein weiterer Punkt, der mir sehr gut gefallen hat, ist das Setting. Shanghai und seine verschiedenen Kulissen waren bildlich so schön inszeniert, dass ich richtig Lust bekommen habe mir die Stadt einmal persönlich anzuschauen.

Was die Besetzung der Hauptcharaktere anbelangt, war ich sehr froh über das Casting von Shen Yue. Ich habe diese Schauspielerin bereits bei A Love So Beautiful ins Herz geschlossen und habe auch wegen ihr diese Serie geschaut. Ich war gespannt sie einmal in einer selbstbewussteren Rolle zu erleben und habe das mit ihrer Verkörperung von Dong Shancai, der weiblichen Hauptfigur, auch erlebt. Bei ihrer Figur fand ich viele Charakterzüge sympathisch. Sie ist freundlich, strebsam, loyal, hilfsbereit und lässt sich nicht einschüchtern. Tatsächlich ist sie wirklich das nette Mädchen von nebenan, dass auf einmal, ohne es zu wollen, in die Welt der Reichen rein geworfen wird. Das ist glaubhaft inszeniert und bietet einige komische Elemente. Dennoch ist ihre Figur nicht perfekt. Neben der Tatsache, dass sie in Bezug auf ihre Gefühle unglaublich lange auf der Leitung steht, hat sie auch einen übertrieben nervigen Beschützerinstinkt für Ihre beste Freundin, den ich mir in der extremen Darbietung einfach nicht erklären konnte.

Ihr Konterpart Daoming Si wird von Dylan Wang porträtiert. Dieser schafft es tatsächlich seinen Charakter mit einer Vielzahl von kleinen Gesten unheimlich sympathisch zu machen. Mit seiner Mimik und Stimmarbeit erzeugt er einige einmalige Momente und überzeugt dabei. Ich habe ihm den toughen Rüpel, den unglücklich Verliebten, den in seinem stolz Verletzten und den freundlichen Partner abgenommen. Es war wirklich eine Freude mit ihm zu lachen oder zu trauern. Das liegt vor allem daran, dass die Chemie zwischen den beiden Hauptakteuren sehr gut zu spüren ist.

Mit Darren Chang als Huaze Lei wurde der dritte wichtige Charakter in dieser Serie besetzt. Trotz gutem Aussehen und feinfühligem Spiel wurde ich mit seiner Rolle einfach nicht warm. Tatsächlich konnte ich mit ihm am wenigsten anfangen und ärgerte mich darüber, dass Lei so undurchsichtig geschrieben wurde. Ich wusste seine Handlungen nicht zu nehmen, da ihre Motivation immer zu schwammig wirkte. Ich wusste oftmals nicht, ob sein Antrieb selbstlos oder doppelbödig eigennützig ist. Dieses Problem hat sich für mich bis zum Ende leider nicht gelöst. Somit habe ich meinen ersten Kritikpunkt gefunden.

Zu F4 gehören noch zwei weitere Mitglieder mit ihren eigenen Geschichten. Zum einen haben wir Feng Meizuo, von Connor Leong gespielt, unglaublich sympathisch dargestellt und zum anderen den Aufreißer der Bande Ximen Yan, der von Caesar Wu sehr elegant und intelligent verkörpert wird. Beide haben in der Serie ihre Liebesprobleme. Während Meizuos Liebelei interessant anfing, war ich am Ende sehr froh als sie vorbei war. Ximen hat zwar eine individuelle Vergangenheit bekommen, aber der Verlauf seiner Handlungen in der Gegenwart waren für mich nicht stimmig. Passend dazu möchte ich noch den Charakter von Shancais bester Freundin Xiaoyou erwähnen, weil das die schlimmste Rolle der Serie war. Ich wurde weder mit der Schauspielerin warm noch mit ihrer Figur. Ein naives, dummes Mädchen ohne Selbstbewusstsein setzt sich in den Kopf den Frauenheld der Universität fest zunageln. Dieses ganze Hin und Her hat mich nur genervt und war bis zum Schluss für mich nicht glaubwürdig.

Ein riesiges Lob muss ich für die Verkörperung von Daoming Sis Schwester und Mutter aussprechen. Diesen beiden Schauspielerinnen habe ich unglaublich gerne zugeschaut und werde mich in Zukunft auch bemühen noch mehr von Ihnen zu sehen.

Fazit

Die Handlung mit ihren Höhen und Tiefen hat mir sehr gut gefallen und von der ersten bis zur letzten Minute in ihren Bann gezogen. Ich fand die Liebesgeschichte von Shancai und Si unglaublich süß und wirklich für jedes Mädchenherz romantisch inszeniert. Die einzigen Momente, die man meines Erachtens ein wenig hätte ein kürzen können, waren alle, die mit Küchenarbeit zutun gehabt haben. Doch das mag allgemein an meinem fehlenden Interesse für diese Thematik geschuldet sein und liegt nicht an der Sendung.

Meteor Garden hat mir unheimlich viel Spaß bereitet und mir viele schöne Momente geschenkt. Der Humor kommt nicht zu kurz und sorgt dafür, dass man die Serie einfach suchten muss. Aus diesem Grund war ich auch ein wenig traurig als es vorbei war. Dennoch ist das Ende passend gewählt und bietet keine Notwendigkeit eine zusätzliche Staffel zu produzieren. Da ich soviel Freude in den ganzen Stunden hatte, gebe ich sehr gute 9/10 Punkte.

Meteor Garden ist eine verspielte Serie für Frauen, die zum träumen und mitfiebern anregt. Sie eignet sich sehr gut für Fans von Romance is a Bonus Book, Because Of Meeting You und My ID is Gangnam Beauty.

Interessierte können die Produktion auf Netflix streamen.

Darsteller: Shen Yue (A Love So Beautiful, Another me) als Dong Shancai, Dylan Wang als Daoming Si, Darren Chen (Proud of Love) als Huaze Lei, Connor Leong (Another me) als Feng Meizuo, Caesar Wu als Ximen Yan, Jiaqin Li als Jiang Xiaoyou, Lin Wang (Sing all along) als Daoming Feng, Dee Hsu (Say Yes Enterprise) als Daoming Zhuang

Bonus:

Boys Over Flowers vs. Meteor Garden 2018

Vergleich folgt … garantiert nicht Spoilerfrei!