Deutschland

Doctor‘s Diary – Männer sind die beste Medizin

Doctor‘s Diary ist eine deutsche Drama-Serie aus dem Jahr 2007 mit insgesamt 24 Folgen a 45 Minuten in 3 Staffeln. Die Sendung wurde von RTL in Koproduktion mit dem ORF produziert.

Thema: Eine tollpatschige Ärztin auf der Suche nach der großenLiebe

©️RTL

Als ich vor einigen Jahren schon beinahe aufgegeben hätte mir deutsche Produktionen anzuschauen, kam diese Comedy-Serie um die Ecke. Tatsächlich habe ich sie erst nach dem Abklingen des Hypes gesichtet, aber ordentlich Spaß gehabt.

Worum geht es in Doctor‘s Diary?

Die junge Chirurgin Dr. Gretchen Haase landet nach einer üblen Trennung wieder in ihrem Elternhaus und beginnt im Krankenhaus ihres Vaters eine neue Stelle. Vor Ort angekommen, stellt sie schnell fest, dass sie unter der Leitung ihres Jugendschwarms Dr. Marc Meier arbeitet. Während ihre alten Gefühle wieder aufzukeimen drohen, tut dieser alles mit seiner arroganten und fiesen Art dagegen. Das Chaos nimmt seinen Lauf.

Lohnt sich die Serie?

Ja, diese Serie lohnt sich! Sowohl Mann als auch Frau haben hier ordentlich ihren Spaß. Zudem finden sich beim Sichten einige Parallelen zu Türkisch für Anfänger, da die Serie ebenfalls von Bora Dagtekin stammt.

Die Serie ist einem locker leichten Stil gehalten und weiß gekonnt zu unterhalten. Neben einigen dramatischen Momenten ordnet sie sich im Comedy-Fach ein und bietet auch der Damenwelt ordentlich etwas fürs Herz.

Diana Amft verkörpert ihre Rolle mit viel Witz und perfekter Situationskomik. Ihre tollpatschigen Momente liefern immer wieder wunderbare Momente ab, die im Gedächtnis hängen bleiben. Zudem spielt sie mit viel Herz und Charme. Dadurch macht es wirklich viel Freude ihr bei ihren kleinen Abenteuern zuzusehen.

Die drei Herzbuben werden von bekannten deutschen Schauspielern verkörpert. Im Fokus steht stets Dr. Marc Meier, der von Florian David Fitz, brilliant verkörpert wird. Sein Spiel wirkt stets natürlich und unheimlich trocken. Kai Schumann überzeugt als einfühlsamer Gynäkologe Dr. Mehdi Kaan. Das Zusammenspiel beider ist für sich schon unheimlich unterhaltsam. Jedoch entfaltet sich der wahre Spaß erst beim Aufkommen des sich langsam entwickelnden Liebesdreiecks. Als dritter im Bunde verdreht Steffen Groth als angeblicher Millionär unserem Gretchen ordentlich den Kopf.

Das Konzept der Serie geht komplett auf und überzeugt mit dem wunderbaren Humor Dagetkins auf ganzer Linie. Trotz der leichten Grundidee gibt er den Figuren eine unübersehbare Tiefe. Die Interaktionen machen immer wieder Spaß und lassen die Serie sehr kurzweilig wirken. Neben den Hauptfiguren unterhalten auch die Nebencharaktere immer wieder sehr gut und laden zum Mitfiebern ein. Ein Highlight war für mich stets Elyas M‘Barek als der Assistenzarzt Dr. Maurice Knechtelsdörfer.

In den Gastauftritten finden sich viele bekannte Gesichter der deutschen Serienlandschaft und überzeugen im Gesamtspiel. Da die Serie mir unheimlich viel Spaß bereitet hat durch die cleveren Dialoge, witzigen Schlagabtausche und die kreative Handlung habe ich meine Vorbehalte gegen die deutsche TV-Kultur ein gutes Stück abgebaut und wünsche mir mehr davon.

Fazit

Die Serie weiss von Anfang bis Ende sehr gekonnt zu unterhalten. Das Timing und die Dialoge sitzen stetig und werden von einem wunderbaren Soundtrack unterlegt. Bora Dagtekin beweist mit dieser Serie ein weiteres Mal wie sehr er mit seinen Projekten zu unterhalten weiß. Deswegen gebe ich insgesamt 8/10 Punkte.

Doctor‘s Diary eignet sich wunderbar für Freunde deutscher Liebeskomödien wie auch Verdammt Verliebt oder Türkisch für Anfänger.

Interessierte können die Serie auf Amazon streamen.

Darsteller: Diana Amft (SOKO 5113, Zwei Männer am Herd) als Dr. Gretchen Haase, Florian David Fitz (LiebesLeben, Verdammt Verliebt) als Dr. Marc Meier, Kai Schumann (Tatort, Heldt) als Dr. Mehdi Kaan, Peter Prager (Polizeiruf 110, Falk) als Professor Dr. Franz Haase, Laura Osswald (Mila, Verliebt in Berlin) als Gabi Kragenow, Elyas M‘Barek (Türkisch für Anfänger, KDD-Kriminaldauerdienst) als Dr. Maurice Knechtelsdörfer

Drehbuch: Bora Dagtekin, Vivien Hoppe, Silke Steiner

Regie: Oliver Schmitz, Christian Ditter, Sophie Allet-Coche, Holger Haase, Franziska Meyer-Price

Deutschland

Sternenfänger

Sternenfänger ist eine deutsche Jugendserie aus dem Jahr 2002 mit insgesamt 26 Folgen a 24 Minuten.

Thema: Vier Freunde und ihre Probleme beim erwachsen werden

Ich bin auf diese Serie relativ spät gestossen, weil ich bewußt nach einer entspannten deutschen Vorabendserie gesucht habe. Da ich ein Fan von Nora Tschirners natürlichem Spiel bin, entschied ich mich die Sendung zu testen. Zudem war es mein erstes Mal Oliver Pocher als Schauspieler zu sehen.

Worum geht es in Sternenfänger?

Paulas Eltern starben früh bei einem Autounfall. Deren beste Freunde haben seitdem die Funktion ihrer Pflegeeltern übernommen. Ihr Pflegebruder Nico ist ihr bester Freund und ihre heimliche Liebe. Als die hübsche Valery an den Bodensee zieht, verliebt sich Nico Hals über Kopf in sie. Als die beiden zusammen kommen, versucht Paula alles um gegen ihre Gefühle zu kämpfen.

Lohnt sich die Serie?

Ich hatte ein wenig gehofft eine Serie auf dem Niveau von „Türkisch für Anfänger“ oder „Berlin, Berlin“ zu finden. An diese Produktionen reicht die Serie leider nicht heran. Obwohl sie von der ersten Minute an sehr gut zu unterhalten weiß, fallen einige Darsteller durch weniger überzeugendes Spiel deutlich auf.

Die Handlung ist wie man es von deutschen Vorabendserien gewohnt ist, nicht zu schwerwiegend und mit ordentlich Alltagsproblemen gespickt. Der Liebeskummer und die Probleme mit dem Elternhaus sind zwar überzeugend dargestellt, aber lassen an keiner Stelle vermuten, dass sie nicht zu lösen wären.

Nora Tschirner überzeugt mit ihrem gewohnt natürlichem Spiel und gibt eine überzeugende Paula ab. Durch ihre Art trägt sie viel zum Humor der Sendung bei. Jochen Schropp, der in der Serie die Figur des Nico porträtiert, bleibt schauspielerisch ein wenig im Vergleich zu den anderen zurück und weiß nicht immer zu überzeugen. Florentine Lahme spielt die Rolle der unsicheren Schönheit Valery durchaus überzeugend und sympathisch. Gerade wenn man doch auf Paulas Seite ist, fällt einem ihre freundliche Art schwer zu ignorieren. Oliver Pocher als Schlusslicht bekommt durch seinen Konflikt mit dem Elternhaus neben lustigen Szenen auch ordentlich Drama. Das weiß er überraschend gut umzusetzen.

Die Kulissen am Bodensee sind wunderschön und mit Bedacht gewählt. Das Drehbuch und die Inszenierung wissen zu überzeugen und bewegen sich auf dem gewohnten ARD-Niveau.

Fazit

Die Serie bietet wunderbare leichte Unterhaltung für entspannte Abende. Die Figuren sind interessant gezeichnet und vermitteln das Beziehungsdrama am besten. Insgesamt gebe ich der Serie klassische 6/10 Punkte.

Sternenfänger eignet sich wunderbar für Fans entspannter deutscher Serien wie Türkisch für Anfänger oder Verdammt verliebt.

Interessierte können die Serie auf DVD erwerben.

Darsteller: Nora Tschirner (Tatort, Die Märchenstunde) als Paula Behringer, Jochen Schropp (Polizeiruf 110, Alphateam-Die Lebensretter im OP) als Nico Kiesbach, Florentine Lahme (Frühling, GSG 9-Ihr Einsatz ist ihr Leben) als Valery Crämer, Oliver Pocher (Alarm für Cobra 11-Die Autobahnpolizei, Pastewka) als Fred Benz, Cheryl Shepard (Rote Rosen, In aller Freundschaft) als Caroline Crämer

Deutschland

Deutschland 83

Deutschland 83 ist eine deutsche Thrillerserie aus dem Jahr 2015. Sie ist die erste Staffel der Deutschland-Reihe und umfasst 8 Folgen a 45 Minuten. 2018 ist die zweite Staffel namens Deutschland 86 erschienen. Eine abschließende dritte Staffel ist in Planung.

Thema: DDR-Grenzsoldat wird als Spion in die Bundeswehr eingeschleust

©️UFA Fiction

Als ich das erste Mal von der Serie gehört habe, war ich gleich Feuer und Flamme. Die ganze Thematik klang spannend und vielversprechend. Da ich den Kalten Krieg unheimlich spannend finde, schien die Sendung perfekt für mich zu sein. Als ich auch noch erfuhr, dass Jonas Nay die Hauptrolle übernehmen würde, schien mein Glück perfekt. Ihn sehe ich unheimlich gerne und empfinde ihn als unheimlich talentiert. Mit Vorfreude erwartete ich diese, für deutsche Verhältnisse unheimlich kreative Produktion, sehnsüchtig und machte mich sofort ans Sichten.

Worum geht es in Deutschland 83?

Als die Spannungen im Kalten Krieg ihren Höhepunkt erreichen, wird der gutmütige Grenzsoldat Martin Rauch gegen seinen Willen von der Stasi als Spitzel rekrutiert. Er soll als Bundeswehroffizier Moritz Stamm geheime Militärpläne beschaffen. Während seiner Mission eröffnet sich für ihn im Westen eine ganz neue Welt voller Friedensdemos, Hippies, der Neuen Deutschen Welle, NATO-Manövern und den ersten Opfern von Aids.

Lohnt sich die Serie?

Ja, das tut sie. Auf Grund meiner starken Vorfreude hatte ich auch große Sorge enttäuscht zu werden. Insbesondere weil gute deutsche Serien wirklich nicht so häufig zu finden sind, wenn man vom Krimi-Genre absieht. Eine historisch-politische Serie zu sehen, machte mich glücklich. Es erschien mir wie der Aufbruch in ein neues Zeitalter.

Die ganze Inszenierung bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau und bietet eine originalgetreue ostdeutsche Ausstattung, die sogleich ein Heimatgefühl aufkommen lässt. Die Darsteller erledigen ihren Job wunderbar und verzichten auf die gewohnte Theater-Intonation. Die Serie versammelt eine Vielzahl deutscher Talente wie Jonas Nay, Sylvester Groth und Maria Schrader.

Die Geschichte gestaltet sich von Anfang an äußerst spannend und kurzweilig. Auch wenn nicht alle Fakten historisch korrekt sind, gibt die Serie einen wunderbaren Eindruck von der Stimmung im Jahre 1983. Die Charaktere sind vielseitig und lassen eine gewissen Tiefe erkennen.

Trotz der Tatsache, dass er gegen seinen Willen im Feindesgebiet spionieren muss, erledigt Martin seinen Job äußerst professionell und es macht Spaß ihn bei seinen ganzen Methoden zu beobachten. Seine innere Zerrissenheit wird immer wieder deutlich und stürzt auch den Zuschauer in einen Konflikt. Die Sehnsucht nach seiner ostdeutschen Verlobten und die Verliebtheit in die westdeutsche Generalstochter lassen eine gewisse Spannung aufkommen. Dass er auch Leichen entsorgen und die flippigen Kinder des Generals besaßen muss, lassen ihn nicht verzweifeln. Zudem bietet die Serie wunderbare Kampfszenen.

Die gesellschaftlichen Unterschiede werden offensichtlich und mit Liebe zum Detail dargestellt. Die Hippie-Bewegung und die offene Homosexualität wirken erfrischend und modern. Der Druck der Stasi auf der anderen Seite nimmt teilweise bedrohliche Ausmaße an und macht Spaß zu betrachten. Mitfiebern ist angesagt!

Fazit

Endlich hat es eine deutsche Dramaserie geschafft mich zu begeistern und lässt mich auf die zweite Staffel hoffen. Die Darsteller machen ihren Job wunderbar und erwecken das erstklassige Drehbuch zum Leben. Das Eintauchen in eine vertraute, dennoch unbekannte, Welt lassen das Herz klopfen und lassen auf weitere gewagte deutsche Produktionen in der Zukunft hoffen. Dass die Serie im Ausland ein Erfolg und in Deutschland selbst ein Flop war, ist eine peinliche Entwicklung. Endlich wird etwas hochwertiges geboten und dann weigert man sich es zu schauen. Wirklich schade! Ich für meinen Teil gebe insgesamt 9/10 Punkte.

Deutschland 83 eignet sich wunderbar für Freunde von politischen Thrillern wie bei Hatufim – In der Hand des Feindes und Generation Kill.

Interessierte können die Serie auf Amazon Prime streamen.

Darsteller: Jonas Nay (4 gegen Z) als Martin Rauch, Maria Schrader (Tatort) als Lenora Rauch, Sonja Gerhardt (Honigfrauen) als Annett Schneider, Sylvester Groth (Dark) als Generalmajor Schweppenstette, Ulrich Noethen (Neben der Spur) als Wolfgang Edel

Deutschland

Türkisch für Anfänger

Türkisch für Anfänger ist eine deutsche Comedyserie der ARD von 2006. Sie umfasst 3 Staffeln mit insgesamt 52 Folgen a 25 Minuten.

Thema: Alltag einer deutsch-türkischen Patchworkfamilie

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Diese Serie gehört zu den Goldstücken in meiner Sammlung. Als sie rauskam, habe ich es garnicht mitbekommen. Sie ging wirklich komplett an mir vorbei. Das sehe ich heute noch als Schande an. Da ich beim zappen aber immer ein wenig schmunzeln konnte, habe ich mir irgendwann die Komplettbox zugelegt und in einem Rutsch gesichtet. Bei dem einen Mal sollte es nicht bleiben.

Worum geht es in Türkisch für Anfänger?

Die Handlung ist recht einfach. Doris Schneider, eine Psychotherapeutin, und Metin Öztürk, ein Polizist, verlieben sich Hals über Kopf. Frisch verliebt, beschließen sie gemeinsam mit ihren Kindern zusammen zuziehen. Doch da haben sie nicht die Rechnung mit den eigenwilligen Charakteren der Sprösslinge gemacht. Das Chaos nimmt seinen Lauf.

Lohnt sich die Serie?

Da kann ich nur ein lautes JA in die Welt hinaus schreien. Ich habe ja schon mal erwähnt, dass ich ein absoluter Comedy-Mäkler bin. Das ist so und wird immer so bleiben. Jedoch gibt es immer eine positive Ausnahme sobald Bora Dagtekin seine Finger mit im Spiel hat. So ist es auch hier.

Diese Serie ist so herrlich witzig. Der Humor reicht von unschuldig bis böse. So kommt auch jeder auf seine Kosten. Die Kulisse spielt in Berlin und vermittelt wunderbar das Bild einer dysfunktionalen Patchwork-Familie. Dabei sind alle Figuren so ungemein liebenswert und spannend.

Im Fokus steht Lena. Aus ihrer Sicht wird die Serie erzählt. Josefine Preuß spielt die Rolle fantastisch und unglaublich aufgeweckt. Ihre frechen Sprüche sitzen immer und wirken ungemein natürlich. Lena darf sich das Zimmer mit der streng gläubigen Yagmur teilen und das allein bietet schon viel Potential. Cem ist der faule Macho, der Ihr ziemlich auf die Nerven geht. Und dann ist da noch Nick, der wissenschaftsfanatische kleine Bruder. Als wenn das nicht genug wäre, haben Doris und Metin einen eigenen kleinen Spleen und schleppen noch den rechten Opa an.,

1. Staffel

Die ersten Momente handeln vom Kennenlernen und Anzicken der neuen Geschwister. Alle müssen ihren Platz finden und es regnet ordentlich derbe Sprüche. Die Staffel macht viel Spaß und ist sehenswert.

2. Staffel

Jetzt haben sich alle Charaktere gefunden und noch wichtiger miteinander abgefunden. Es entwickelt sich ein spannendes Liebesdreieck zwischen Lena, Cem und Axel. Das sorgt für viele urkomische, aber auch romantische Momente. Diese war meine Lieblingsstaffel.

3. Staffel

Die dritte Staffel zeigt den Schritt ins Erwachsenenleben und setzt nach der Schule ein. Die Staffel schwächelt ein wenig und hat gewisse Längen. Die komplizierte Beziehung am Anfang von Lena und Cem ist merkwürdig. Vor allem auch Lenas berufliche Entwicklung irritiert ungemein. Vom Ende möchte ich garnicht anfangen. Man hat den Eindruck, dass die Serie neue Schreiber bekommen hat.

Kinofilm

Nach dem ganzen Spaß erschien 2012 der Kinofilm zur Serie. Dieser baut nicht darauf auf, sondern setzt die ganze Handlung auf null zurück, um die Familien anderweitig zu vereinen. Die Idee fand ich ebenfalls witzig und hatte beim Sichten viel Freude.

Mein Ranking: 1=2>3<KF

Fazit

Die Serie eignet sich für jeden, der gerne einmal laut und viel lachen möchte. Die Geschichte nimmt sich selber nicht zu ernst und macht Freude. Der Humor ist unschlagbar. Die Schauspieler machen einen fantastischen Job. Von mir gibts, trotz der schwachen dritten Staffel, ganze 9/10 Punkte.

Türkisch für Anfänger eignet sich wunderbar für Liebhaber deutscher Comedyserien wie Doctor’s Diary und Berlin, Berlin.

Darsteller: Josefine Preuß (Schloss Einstein) als Lena Schneider, Anna Stieblich (Die Mockridges – eine Knallerfamilie) als Doris Schneider, Elyas M’Barek (Doctor’s Diary) als Cem Öztürk

Deutschland

Familie Braun

Familie Braun ist eine deutsche Dramedy-Serie des ZDF von 2016. Sie hat insgesamt 8 Folgen a 5 Minuten.

Thema: Nazi muss sich um seine schwarze Tochter kümmern

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©️ZDF

Als ich das erste Mal von der Serie gehört habe, war bereits mein Interesse geweckt. Das Thema fand ich spannend und ich war neugierig wie die Umsetzung erfolgen würde. Tatsächlich bietet die Problematik viel Spielraum sich in die verschiedensten Richtungen zu entwickeln. Wird zu lasch oder zu streng damit umgegangen? Funktioniert die Sozialkritik? Wird es auch nicht zu sehr ins Lächerliche gezogen? All diese Punkte ließen mich eine gewisse Erwartungshaltung entwickeln. Nicht zuletzt, weil die Serie auch als eine kleine Skandalveröffentlichung von Seiten des ZDF gesehen wurde.

Worum geht es in Familie Braun?

Die beiden Neonazis Thomas und Kai wohnen gemeinsam in einer WG und zelebrieren täglich ihre politische Gesinnung auf unterschiedlichen Wegen. Eines Tages steht ein ehemaliger One Night Stand von Thomas vor der Tür. Sie erzählt ihm, dass ihr Vergnügen vor sechs Jahren Früchte getragen hat und das Ergebnis seine Tochter Lara sei. Da sie selbst nach Eritrea abgeschoben wird, soll sich der Papa jetzt um das schwarze Mädchen kümmern. Nach dem ersten Schock reagieren die beiden Männer unterschiedlich auf diese Neuigkeit. Während Thomas eine Beziehung zu Lara aufbauen will, ist er gezwungen seine Ideologie zu hinterfragen. Kai hingegen will die Lütte nur noch loswerden.

Lohnt sich die Serie?

Bei der kurzen Laufzeit ist es fast unerheblich, da sie sich schnell wegguckt. Das Thema ist es auf jeden Fall wert zu schauen. Die drei Hauptdarsteller machen ihre Arbeit gut. Sie vermitteln sowohl ernst als auch viel Humor. Dabei liefern sie sich ein sehr interessantes Kammerspiel.

Insbesondere die Figur des Thomas wächst einen ans Herz. Tatsächlich fragt man sich warum er überhaupt ein Neonazi ist. Er wirkt nicht so versessen darauf, sondern eher wie ein Mitläufer. Es ist schön zu sehen, wie er langsam Gefühle für seine Tochter entwickelt und seinen bisherigen Lebensstil hinterfragt. Ein Highlight dieser Entwicklung ist das Treffen mit Laras Lehrer.

Die kleine Lara ist eine kecke, intelligente Grundschülerin. Auch wenn sie Sachverhalte gut analysieren kann, versucht sie in allem das Beste zu sehen und jedem entgegen zu kommen. Die Schauspielerin spielt fantastisch und es ist eine wahre Freude ihr zuzusehen.

Der dritte im Bunde ist der Kai. Er vereint sowohl die ernsten als auch die ungewollt komischen Szenen und weigert sich sich weiterzuentwickeln. Wenn man es genau nimmt, ist er eine tragische Figur durch seine Ignoranz. Doch das Karma schlägt auch bei ihm zu.

Insgesamt betrachtet, ist die Serie sehr kurzweilig und erfüllt ihren erzieherischen Aspekt. Es wird schnell deutlich wie unsinnig es ist Unterschiede bei Hautfarben und Kulturen zu machen. Alle Menschen sind gleich und das sollte man auch akzeptieren. Die rechte Ideologie wird als genau das entlarvt was sie auch ist: Unsinn. Aus diesem Grund kann man sich die Serie entspannt ansehen. Auch wenn sie in meinen Augen keinen Skandal repräsentiert, sondern nette Vorabendunterhaltung. Von mir gibt es entspannte 7/10 Punkte.

Interessierte können die Serie in der ZDF- Mediathek finden oder auf Netflix streamen.

Darsteller: Edin Hasanović (You Are Wanted) als Thomas Braun, Vincent Krüger (GZSZ) als Kai Stahl, Nomie Laine Tucker als Lara

Deutschland

Die Mockridges – eine Knallerfamilie

Die Mockridges – eine Knallerfamilie ist eine deutsche Comedyserie des WDR aus dem Jahr 2015. Sie hat 2 Staffeln mit insgesamt 10 Folgen a 20 Minuten.

Thema: Alltag einer Künstlerfamilie in Deutschland

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©️WDR

Auf diese Serie bin ich durch Zufall gestoßen. Auf meinen sozialen Netzwerken bekam ich immer öfter und regelmäßiger Empfehlungen für Videos mit dem Komiker Luke Mockridge. Da ich kein Fernsehen im klassischen Sinn schaue, konnte ich nicht viel damit anfangen. Irgendwann setzte sich meine Neugier dann doch durch und ich gab nach. Ich schaute die verschiedensten Videos. Da mich insbesondere die Clips mit seinen Eltern zum Lachen brachten, stieß ich auf diese Comedyserie.

Worum geht es in der Serie?

Die Mockridges sind wie eine Mockumentary aufgebaut. Sie lässt die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion offen um mit komödiantischen Elementen zu unterhalten. Dabei werden triviale Themen aus dem Alltag mehr oder weniger gelungen betrachtet. Im Fokus stehen dabei der ehemalige Lindenstraße-Star Bill Mockridge und seine Gattin Margie Kinsky. Beide führen ein ruhiges Leben in ihrem Einfamilienhaus und denken über die Schritte ihrer Karriere nach. Während sie es genießen, dass auch der letzte Sohn aus dem Haus ist, zieht Luke wieder ein. Im Laufe der Serie erfolgen zudem vermehrt Auftritte von Jeremy und Cameos der anderen Brüder. Ein weiteres wichtiges Element ist die Freundschaft von Margie uns ihrer Nachbarin, die von keiner geringeren porträtiert wird als der talentierten Anna Stieblich.

Wie hat mir die Serie gefallen?

Das ist eine schwierige Frage. Einerseits ist die Serie sehr einfach gehalten und möchte auch nicht mehr sein. Andererseits erscheint sie in anderen Momenten dennoch viel zu trivial. Das Konzept der Serie ist nett.

Die Sympathie mit der Serie war von mir von den einzelnen Protagonisten ab. Bills Momente konnten mich weniger begeistern. Seine Geschichten erschienen eher langweilig und die Witze kamen nicht rüber. Teilweise konzentrierte man sich auf peinliche Momente wie üblich. Bei Margie sah die Sache schon anders aus. Ihr natürlicher Charme gepaart mit ihrer lockeren Art vermittelten lustige Momente. Zudem funktionieren die Szenen mit Anna wunderbar. Die Interaktion ist auf dem Punkt und erzeugen die lauten Lacher, was nicht zuletzt an dem pointierten Talent von Frau Stieblich liegt. Luke und Jeremy haben durchmischte Handlungsstränge. Mal sind sie interessant, mal öde. Bei beiden sitzen jedoch die Witze.

Die Kulissen sind liebevoll gestaltet. Der Stil der Serie ist typisch deutsche Fernsehkultur. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich mich für das Genre Comedyserie weniger begeistern kann oder ob deutschd Drehbücher wirklich immer so mittelmäßig banal erscheinen, aber ich empfand die Serie als durchschnittliche Unterhaltungsserie. Der Plot der einzelnen Folgen ist meist sehr trivial gehalten. Die einzelnen Familienmitglieder sind auch unterschiedlich talentiert was ihre schauspielerischen Fähigkeiten anbelangt.

Fazit

Insgesamt betrachtet geben Die Mockridges gefällige Trivialunterhaltung zum besten. Die Serie eignet sich gut, wenn man etwas sinnfreien Spaß als Lückenfüller sucht. Mehr gibt die Serie leider nicht her. Das Zünden der Witze liegt bei 50%. Da ich Serien grundsätzlich zu Ende schaue um einen kompletten Eindruck zu erhalten, war ich froh, dass die Episodenanzahl begrenzt war. Die Serie hat an vielen Stellen leider nicht meinen Humor getroffen. Doch das möchte ich ihr nicht zum Vorwurf machen. Sie erschafft keine neuen Elemente, sondern ruht sich auf deutschen Fernsehklischees aus. Da definitiv Potential für mehr drin gewesen wäre, gebe ich schlappe 5/10 Punkte.

Die Mockridges ist wunderbar für Liebhaber deutscher Comedyserien geeignet. Dabei wären als Beispiele Ladykracher und Türkisch für Anfänger zu nennen.

Interessierte können die Serie auf Netflix sehen.

Darsteller: Bill Mockridge (Lindenstraße), Margie Kinsky, Anna Stieblich (Türkisch für Anfänger), Luke Mockridge (Luke! Die Woche und ich), Jeremy Mockridge (Die wilden Hühner)

Clip