Frankreich

Der Liebesplan/Plan Coeur

Plan Coeur ist eine französische Dramaserie aus dem Jahr 2018 mit insgesamt 14 Folgen a 30 Minuten in 2 Staffeln.

Thema: Zwei Frauen mieten heimlich für ihre Freundin einen Callboy

©️ Netflix

Nachdem ich die Lust entwicklet hatte, wieder mehr in europäischen Gefilden nach Serien zu schauen, kam ich auf diese Serie und begann spontan das Sichten, ohne eine Ahnung zu haben was mich erwarten würde.

Worum geht es in Plan Coeur?

Drei Freundinnen gehen zusammen durch Dick und Dünn. Nach einer schmerzhaften Trennung scheint Elsa einfach nicht über ihren Ex hinweg zukommen. Um ihrer Freundin zu helfen, mieten sie für sie einen Callboy, der sie auf anderen Gedanken bringen soll. Da Elsa von dem Plan jedoch nichts weiß, lässt sie sich komplett auf ihn ein und der gut gemeinte Gedanke geht nach hinten los.

Offizieller Trailer

Lohnt sich die Serie?

Obwohl die Serie inhaltlich wenige Überraschungen bietet, unterhält sie stetig kurzweilig. In diesem Fall ist es weniger eine Frage, ob der Inhalt interessant ist, sondern viel mehr wie sie umgesetzt wurde.

Die Charaktere sind durchweg interessant und äußerst sympathisch gestaltet. Die drei Freundinnen stehen dabei immer wieder im Fokus des Ganzen. Ihre Freundschaft ist äußerst unterhaltsam und bietet einige lustige Szenen.

Der Callboy erscheint tatsächlich sehr anständig. Trotz seiner Profession verpasst ihm die Serie eine glaubwürdige Hintergrundgeschichte, die tatsächliche glaubhaft wirkt.

Ein weiteres Highlight ist der Männerfreundeskreis inklusive des bösen Ex. Die Jungs bieten einige Lacher und haben wirklich schöne direkte Gespräche.

Der französische Humor findet sich immer wieder in der Serie. Da das genau meinem Geschmack entspricht, bin ich durchwegs auf meine Kosten gekommen.

Die Geschichte gestaltet sich sehr schön und bietet auch einige romantische Momente. Mir hat vor allem die weibliche Hauptfigur gefallen. Ihr Handeln wirkt komplett natürlich und realistisch. Tatsächlich würde ich behaupten, dass jeder Mensch sich so verhalten würde wie sie.

Fazit

Die Serie bietet einige schöne Momente und setzt die Geschichte gelungen um. Die Ausstattung und die Drehorte bewegen sich auf einem schönen europäischen Niveau. Wer schon einmal in Frankreich war, wird sich gleich an das klassische Flair erinnert fühlen. Da ich die Sprache liebe, fühlte ich mich wunderbar aufgehoben und habe es als Vokabeltraining wunderbar genutzt. Da mir die zweite Staffel ebenfalls gefallen hat, gebe ich überzeugende 8/10 Punkte.

Plan Coeur eignet sich wunderbar für Fans romantischer Komödien wie auch Türkisch für Anfänger und The Secret Life of My Secretary.

Interessierte können die Serie auf Netflix sichten.

Darsteller: Tom Dingler (For Sarah) als Matthieu, Joséphine Draï (Ma pire angoisse) als Emilie, Zita Harrot (T.A.N.K.) als Elsa, Guillaume Labbé (Hôtel de la plage) als Maxime, Yvan Naubron (CMIV) als Roman, Sabrina Ouazani (Rupture mode d‘emploi: La série) als Charlotte, Marc Ruchmann (Le Chalet) als Jules, Syrus Shahidi (Addict) als Antoine

Italien

Baby

Baby ist eine italienische Dramaserie aus dem Jahr 2018 mit bisher 12 Folgen a 45 Minuten in zwei Staffeln.

Thema: Zwei Schulfreundinnen rutschen in Kinderprostitution ab

©️Netflix

Tatsächlich bin ich eher durch Zufall auf diese Serie aufmerksam geworden. Zwar habe ich das Layout in meinen Empfehlungen immer mal wieder gesehen, doch nicht beachtet. Als ich Lust auf eine italienische Serie hatte, wurde die Sendung auf einmal interessant für mich.

Worum geht es in Baby?

Chaira gehört an einer privaten Schule zum Kreis der beliebtesten Schüler. Auf den ersten Blick scheint sie wirklich alles zu haben, wonach andere sich sehnen. Jedoch erkennt man bei einem Blick hinter ihre Fassade, dass der Preis der Beliebtheit das Verstecken ihres wahren Charakters ist.

Eines Tages kommt sie dem unbeliebtesten Mädchen der Schule, Ludovica, nahe und erkennt, dass sie bei allein sie selbst sein kann. Während beide ihre heimliche neue Freundschaft genießen und mit einem reichhaltigen Partyexzess nach dem anderen feiern, bemerken sie nicht wie sie langsam in die Kinderprostitution hereingezogen werden.

Offizieller Trailer

Lohnt sich die Serie?

Die Serie ist vernünftig und unterhaltsam inszeniert. Die ganze Erzählung bewegt sich in einem ruhigen und dramatischen Stil. Überall werden immer wieder neue Probleme und Sorgen aufgedeckt, die den Figuren eine gelungene Tiefe verleihen.

Die drei Hauptfiguren überzeugen unterschiedlich erfolgreich. Während ich die Geschichte und Darstellung um Chiara und Ludovica sehr gelungen fand, hatte ich ansatzweise Probleme mit der Rolle von Damiana. Zwar wird ihm auch immer wieder eine tragische Hintergrundgeschichte gegeben, um seine Handlungen zu erklären; doch diese reichen mir für sein Verhalten nicht aus.

Der Stil einer italienischen Serie war sehr interessant zu betrachten. Natürlich haben wir den klassischen europäischen Stil mit einem Hauch von Melancholie dabei, der sich immer wieder gerne in Jugendproduktionen findet. Doch da alle beinahe alle aus einem reichen Elternhaus kommen, kann man keinen wirklichen Gesellschaftsstil direkt ausmachen. Alle leben in ihrer eigenen Blase und versuchen stetig aus ihr auszubrechen,

Interessant fand ich die Geschichte um die Kinderprostitution und ihren Weg dahin. Natürlich wählt die Serie die klassische Geschichte und geht keine neuen Wege. Jedoch wirken die Handlungen der Hauptfiguren trotz dümmlichen Verhaltens auch oft reflektiert und hinterfragend.

Fazit

Insgesamt betrachtet, hat mich die Serie recht gut unterhalten und neugierig auf die zweite Staffel gemacht. Auch wenn ich vermute, dass in dieser große Überraschungen ausbleiben werden, werde ich sie durchaus sichten. Die Darsteller überzeugen zum Großteil und verleihen ihren Charakteren eine angenehme Tiefe. Deswegen gebe ich Gesamten 7/10 Punkte.

Baby eignet sich wunderbar für Freunde von ernsten Jugendserien wie auch Elite oder Skins UK.

Interessierte können die Serie auf Netflix streamen.

Darsteller: Bernedetta Porcaroli als Chiara, Alice Pagani als Ludovica, Riccardo Mandolini als Damiano Younes, Chabeli Sastre als Camilla, Brando Pacitto als Fabio

Dänemark

The Day Will Come/Der kommer en dag

The Day Will Come ist eine dänische Dramaserie aus dem Jahr 2016 mit insgesamt 3 Folgen a 45 Minuten. In einigen Ländern wird die Serie als ein eigenständiger Film vermarktet.

Thema: Zwei Brüder werden im Waisenhaus erniedrigt

©️ Nordisk Film & TV Fond

Auf meiner Reise durch europäische Serien machte ich entspannt in Dänemark halt, da der Plot sehr interessant für mich klang. Obwohl ich in meinem Leben etliche dänische Filme gesehen habe, ist das meine erste Serie aus dem Land. Ironischerweise wird sie in anderen Ländern als Film vermarktet.

Worum geht es in Der kommer en dag?

Im Herbst 1967 fallen die beiden Brüder Erik und Elmer immer wieder durch Ungehorsam und Diebstähle auf. Als das Jugendamt bemerkt, dass ihre alleinerziehende Mutter an Krebs erkrankt ist, werden die beiden in einem renommierten Waisenhaus untergebracht. Dort schreckt der Leiter nicht vor körperlicher und geistiger Bestrafung zurück. Für die beiden Jungs beginnt ein neues Leben.

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Lohnt sich die Serie?

Die Serie ist in dem typisch ruhigen Stil erzählt, den man aus skandinavischen Produktionen kennt. Die Brüder falle sofort durch ihre enge Bindung auf und sind einem trotz ihrer Missetaten sofort sympathisch.

Auf Grund des Themas fühlte ich mich gleich an den Hollywood-Film Sleepers erinnert, der zwar ein hartes Thema schildert, mich aber dennoch komplett in seinen Bann ziehen konnte. Zwar finden sich hier Parallelen zu dem Film, doch insgesamt betrachtet geht die Serie ihren eigenen Weg.

Es ist hart mit ansehen zu müssen, wie die Jungs in diesem strickten System komplett auf sich allein gestellt sind. Die täglichen Erniedrigungen und körperliche Gewalt sind direkt inszeniert und lassen einem den Magen umdrehen, wenn man bedenkt, dass sie auf wahrer Begebenheit basieren.

Die Kinderdarsteller meistern ihre Rollen mit Bravour und verleihen ihren Charakteren sehr viel Tiefe. Insbesondere die psychologische Entwicklung ist wunderbar in Szene gesetzt und glaubhaft rübergebracht.

Teilweise war ich wirklich zu Tränen gerührt und hatte ein ungutes Gefühl beim Sichten. Die Darstellung von Schlägen, Gruppenbestrafungen, sexuellen Übergriffen und das Wegsehen der Erwachsenen waren nur schwer zu ertragen und regten ordentlich zum Denken an.

Fazit

Wer mit solch harten Themen umgehen kann, wird sich dennoch sehr gut unterhalten fühlen. Die Stimmung dieser Zeit im und außerhalb des Waisenhauses wurde perfekt eingefangen und in Szene gesetzt. Die Darsteller überzeugen trotz ihrer jungen Jahre auf ganzer Linie. Ich kann die Serie auf jeden Fall weiterempfehlen und gebe 8,5/10 Punkte.

Der kommer en dag eignet sich wunderbar für Freunde gesellschaftskritischer Melodramen wie auch Just Between Lovers und Baby.

Interessierte können die Serie auf Netflix sichten.

Darsteller: Lars Mikkelsen (Die Wege des Herrn, The Team) als Frederik Heck, Sofie Gråbøl (Fortitude, The Killing) als Lehrerin Lilian, Harald Kaiser Hermann (The Team, Follow the Money) als Elmer, Albert Rudbeck Lindhardt (Follow the Money, Finding Home) als Erik

Drehbuch: Søren Sveistrup

Regie: Jesper W. Nielsen

Großbritannien

Residue

Residue ist eine britische Science Fiction-Serie aus dem Jahr 2015 mit insgesamt 3 Folgen a 45 Minuten.

Thema: Journalistin untersucht eigenmächtig ominöse Explosion

©️LWH Entertainment

Auf diese Serie bin ich durch Zufall beim Bummel gestoßen. Da ich Natalia Tena und Iwan Rheon sehr gerne sehe, beschloß ich ihr eine Chance zu geben.

Worum geht es in Residue?

In der Silvesternacht kommt es im Stadtzentrum zu einer gewaltigen Explosion. Die Ursache dafür ist unbekannt. Die Journalistin Jennifer Preston macht sich mit ihrer Kamera auf die Suche nach dem Grund und stößt dabei auf eine Antwort, die sie niemals für möglich gehalten hätte.

Trailer

Lohnt sich die Serie?

Die Serie präsentiert sich in dem nüchternen britischen Stil, den man von der Insel gewohnt ist. Die Schauplätze sind minimalistisch gehalten und bieten eher ein Kammerspiel.

Im Fokus der Serie ist die Fotojournalistin Jennifer. Man betrachtet die Geschehnisse aus ihrer Perspektive. Dabei bekommt man sowohl einen Einblick in ihre Beziehung zu ihrem Partner als auch in ihre unaufhörliche Suche nach der Wahrheit. Diese vereinnahmt sie immer stärker im Laufe der Geschichte.

Die Serie ist in sehr dunklen Tönen gehalten und weist durch den Blaustich eine stetige kühle Atmosphäre auf. Der Erzählstil gestaltet sich nüchtern und bestimmt. Die Dialoge bleiben auf einem niedrigen Niveau und geben vor allem den Handlungsabläufen Raum.

Durch den Stil der Serie wirken alle Charaktere unnahbar und wenig sympathisch. Es ist nicht so, dass man eine Antipathie aufbaut, sondern vielmehr das man keine rechte Bindung zu den wenigen Figuren entwickelt.

Das große Rätsel gestaltet sich spannend und ist nicht allzu vorhersehbar. Dennoch hat mich die Auflösung am Ende enttäuscht und ein wenig bitter zurückgelassen. Ich liebe britische Serien, aber in diesem Fall war ich wirklich ernüchtert.

Fazit

Insgesamt betrachtet, bietet die Serie eine kurzweilige Unterhaltung. Die Darsteller machen ihren Job sehr gut und wissen mit wenig viel zu erzählen. Trotz der stetigen Spannung der Serie gefiel mir das Ende nicht und ließ mich weniger begeistert zurück. Aus diesem Grund gebe ich 6/10 Punkte.

Residue eignet sich für Freunde kurzweiliger Unterhaltung wie auch bei Ascension und Glacé -Ein eiskalter Fund.

Interessierte können die Serie auf Netflix streamen.

Darsteller: Natalia Tena (Origin, Wisdom of the Crowd) als Jennifer Preston, Iwan Rheon (Misfits, Game of Thrones) als Jonas, Jamie Draven (The Mill, Mobile) als Levi Mathis, Danny Webb (The City & the City, Liar) als Emeril Benedict

Drehbuch: John Harrison

Regie: Alex Garcia Lopez

Deutschland

Sternenfänger

Sternenfänger ist eine deutsche Jugendserie aus dem Jahr 2002 mit insgesamt 26 Folgen a 24 Minuten.

Thema: Vier Freunde und ihre Probleme beim erwachsen werden

Ich bin auf diese Serie relativ spät gestossen, weil ich bewußt nach einer entspannten deutschen Vorabendserie gesucht habe. Da ich ein Fan von Nora Tschirners natürlichem Spiel bin, entschied ich mich die Sendung zu testen. Zudem war es mein erstes Mal Oliver Pocher als Schauspieler zu sehen.

Worum geht es in Sternenfänger?

Paulas Eltern starben früh bei einem Autounfall. Deren beste Freunde haben seitdem die Funktion ihrer Pflegeeltern übernommen. Ihr Pflegebruder Nico ist ihr bester Freund und ihre heimliche Liebe. Als die hübsche Valery an den Bodensee zieht, verliebt sich Nico Hals über Kopf in sie. Als die beiden zusammen kommen, versucht Paula alles um gegen ihre Gefühle zu kämpfen.

Lohnt sich die Serie?

Ich hatte ein wenig gehofft eine Serie auf dem Niveau von „Türkisch für Anfänger“ oder „Berlin, Berlin“ zu finden. An diese Produktionen reicht die Serie leider nicht heran. Obwohl sie von der ersten Minute an sehr gut zu unterhalten weiß, fallen einige Darsteller durch weniger überzeugendes Spiel deutlich auf.

Die Handlung ist wie man es von deutschen Vorabendserien gewohnt ist, nicht zu schwerwiegend und mit ordentlich Alltagsproblemen gespickt. Der Liebeskummer und die Probleme mit dem Elternhaus sind zwar überzeugend dargestellt, aber lassen an keiner Stelle vermuten, dass sie nicht zu lösen wären.

Nora Tschirner überzeugt mit ihrem gewohnt natürlichem Spiel und gibt eine überzeugende Paula ab. Durch ihre Art trägt sie viel zum Humor der Sendung bei. Jochen Schropp, der in der Serie die Figur des Nico porträtiert, bleibt schauspielerisch ein wenig im Vergleich zu den anderen zurück und weiß nicht immer zu überzeugen. Florentine Lahme spielt die Rolle der unsicheren Schönheit Valery durchaus überzeugend und sympathisch. Gerade wenn man doch auf Paulas Seite ist, fällt einem ihre freundliche Art schwer zu ignorieren. Oliver Pocher als Schlusslicht bekommt durch seinen Konflikt mit dem Elternhaus neben lustigen Szenen auch ordentlich Drama. Das weiß er überraschend gut umzusetzen.

Die Kulissen am Bodensee sind wunderschön und mit Bedacht gewählt. Das Drehbuch und die Inszenierung wissen zu überzeugen und bewegen sich auf dem gewohnten ARD-Niveau.

Fazit

Die Serie bietet wunderbare leichte Unterhaltung für entspannte Abende. Die Figuren sind interessant gezeichnet und vermitteln das Beziehungsdrama am besten. Insgesamt gebe ich der Serie klassische 6/10 Punkte.

Sternenfänger eignet sich wunderbar für Fans entspannter deutscher Serien wie Türkisch für Anfänger oder Verdammt verliebt.

Interessierte können die Serie auf DVD erwerben.

Darsteller: Nora Tschirner (Tatort, Die Märchenstunde) als Paula Behringer, Jochen Schropp (Polizeiruf 110, Alphateam-Die Lebensretter im OP) als Nico Kiesbach, Florentine Lahme (Frühling, GSG 9-Ihr Einsatz ist ihr Leben) als Valery Crämer, Oliver Pocher (Alarm für Cobra 11-Die Autobahnpolizei, Pastewka) als Fred Benz, Cheryl Shepard (Rote Rosen, In aller Freundschaft) als Caroline Crämer

Großbritannien

The Aliens

The Aliens ist eine britische Fantasy-Serie aus dem Jahr 2016 mit insgesamt 6 Folgen a 45 Minuten.

Thema: Grenzbeamter entdeckt, dass er zur Hälfte ein Alien ist

©️BBC

Ich bin auf diese Serie zufällig gestossen und entschied mich sie anzuschauen, weil Michael Socha die Hauptrolle hat. Er konnte mich schon in Being Human sehr erfolgreich zum lachen bringen. Aus diesem Grund erwartete ich hier einiges.

Worum geht es in The Aliens?

Vor 40 Jahren landeten Außerirdische auf der Erde. Die Integration der neuen Erdbewohner schlug fehl und drängte die Neuankömmlinge in eigene Ghettos. Um die Menschen zu schützen, werden die Grenzen stark vom Zoll gesichert. Der junge Grenzbeamte Lewis verachtet Aliens ebenso wie der Rest der Menschheit. Umso größer ist sein Schock als erfährt, dass er selber zur Hälfte einer ist. Im Ghetto begibt er sich auf die Suche nach Antworten.

Lohnt sich die Serie?

Bedingt. Die Geschichte ist wirklich ganz neu und enthält nette Ideen. Zudem ist sie gespickt mit dem typisch englischen Humor, der einen nur zum Lachen bringen kann.

Die Kulissen weisen, wie man es von den Briten gewohnt ist, viel Liebe zum Detail auf und zeigen die klassischen englischen Wohnverhältnisse. Wenn man schon mal vor Ort war, erkennt man vieles wieder und fühlt sich gleich wunderbar aufgehoben.

Der Hauptcharakter Lewis ist ein sympathischer Mann, der ein wenig verplant ist und trotzdem genau weiß was er will. Der Fakt, dass er zur Hälfte außerirdisch ist, bereit ihm unheimlich viele Sorgen und wirft ihn in ein komödiantisches Abenteuer.

Die Darstellung der Aliens schwankt zwischen normal bis unschön anzusehen. Das weibliche Gegenüber wirkt durch ihre äußerst sportliche Figur sehr androgyn und souverän. Ihr Zusammenspiel mit dem vergleichsweise naiven Lewis bietet viele schöne Momente. Die sich daraus ergebende Liebesgeschichte empfand ich als unmotiviert und wenig passend. Es hätte gereicht den Fokus auf die Spurensuche zu legen. Somit haben wir nur ein unnötiges Klischee bedient.

Am Ende bietet die Serie ein überraschend furioses Finale auf kampftechnischer Ebene mit der nüchternen Direktheit der Briten. Das macht Spaß und bietet einige schöne Sequenzen.

Was die Figuren angeht, bleiben sie insgesamt zu blass und lösen keine Empathie aus. Das fand ich enttäuschend, da eben dieser Faktor Serie von Film mich abhebt.

Fazit

Insgesamt bietet die Serie einen kurzweiligen Spaß für zwischendurch. Wenn man nicht Zuviel erwartet und die Serie nicht zu ernst nimmt, kann man durchaus seinen Spaß dabei haben. Jedoch erhebt die Serie keinen großen Anspruch. Deswegen gebe ich insgesamt 6/10 Punkte.

The Aliens eignet sich sehr gut für Freunde britischer Komödien wie auch Misfits oder Being Human.

Darsteller: Michael Socha (Being Human UK, Once Upon a Time) als Lewis Garvey, Jim Howick (Ghosts, Sex Education) als Dominic, Michaela Coel (Black Earth Rising, Chewing Gum) als Lilyhot, Trystan Gravelle (A Discovery of Witches, The Terror) als Fabien

Drehbuch: Fintan Ryan, Jon Brown

Regie: Lawrence Gough, Jonathan van Tulleken

Deutschland

Deutschland 83

Deutschland 83 ist eine deutsche Thrillerserie aus dem Jahr 2015. Sie ist die erste Staffel der Deutschland-Reihe und umfasst 8 Folgen a 45 Minuten. 2018 ist die zweite Staffel namens Deutschland 86 erschienen. Eine abschließende dritte Staffel ist in Planung.

Thema: DDR-Grenzsoldat wird als Spion in die Bundeswehr eingeschleust

©️UFA Fiction

Als ich das erste Mal von der Serie gehört habe, war ich gleich Feuer und Flamme. Die ganze Thematik klang spannend und vielversprechend. Da ich den Kalten Krieg unheimlich spannend finde, schien die Sendung perfekt für mich zu sein. Als ich auch noch erfuhr, dass Jonas Nay die Hauptrolle übernehmen würde, schien mein Glück perfekt. Ihn sehe ich unheimlich gerne und empfinde ihn als unheimlich talentiert. Mit Vorfreude erwartete ich diese, für deutsche Verhältnisse unheimlich kreative Produktion, sehnsüchtig und machte mich sofort ans Sichten.

Worum geht es in Deutschland 83?

Als die Spannungen im Kalten Krieg ihren Höhepunkt erreichen, wird der gutmütige Grenzsoldat Martin Rauch gegen seinen Willen von der Stasi als Spitzel rekrutiert. Er soll als Bundeswehroffizier Moritz Stamm geheime Militärpläne beschaffen. Während seiner Mission eröffnet sich für ihn im Westen eine ganz neue Welt voller Friedensdemos, Hippies, der Neuen Deutschen Welle, NATO-Manövern und den ersten Opfern von Aids.

Lohnt sich die Serie?

Ja, das tut sie. Auf Grund meiner starken Vorfreude hatte ich auch große Sorge enttäuscht zu werden. Insbesondere weil gute deutsche Serien wirklich nicht so häufig zu finden sind, wenn man vom Krimi-Genre absieht. Eine historisch-politische Serie zu sehen, machte mich glücklich. Es erschien mir wie der Aufbruch in ein neues Zeitalter.

Die ganze Inszenierung bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau und bietet eine originalgetreue ostdeutsche Ausstattung, die sogleich ein Heimatgefühl aufkommen lässt. Die Darsteller erledigen ihren Job wunderbar und verzichten auf die gewohnte Theater-Intonation. Die Serie versammelt eine Vielzahl deutscher Talente wie Jonas Nay, Sylvester Groth und Maria Schrader.

Die Geschichte gestaltet sich von Anfang an äußerst spannend und kurzweilig. Auch wenn nicht alle Fakten historisch korrekt sind, gibt die Serie einen wunderbaren Eindruck von der Stimmung im Jahre 1983. Die Charaktere sind vielseitig und lassen eine gewissen Tiefe erkennen.

Trotz der Tatsache, dass er gegen seinen Willen im Feindesgebiet spionieren muss, erledigt Martin seinen Job äußerst professionell und es macht Spaß ihn bei seinen ganzen Methoden zu beobachten. Seine innere Zerrissenheit wird immer wieder deutlich und stürzt auch den Zuschauer in einen Konflikt. Die Sehnsucht nach seiner ostdeutschen Verlobten und die Verliebtheit in die westdeutsche Generalstochter lassen eine gewisse Spannung aufkommen. Dass er auch Leichen entsorgen und die flippigen Kinder des Generals besaßen muss, lassen ihn nicht verzweifeln. Zudem bietet die Serie wunderbare Kampfszenen.

Die gesellschaftlichen Unterschiede werden offensichtlich und mit Liebe zum Detail dargestellt. Die Hippie-Bewegung und die offene Homosexualität wirken erfrischend und modern. Der Druck der Stasi auf der anderen Seite nimmt teilweise bedrohliche Ausmaße an und macht Spaß zu betrachten. Mitfiebern ist angesagt!

Fazit

Endlich hat es eine deutsche Dramaserie geschafft mich zu begeistern und lässt mich auf die zweite Staffel hoffen. Die Darsteller machen ihren Job wunderbar und erwecken das erstklassige Drehbuch zum Leben. Das Eintauchen in eine vertraute, dennoch unbekannte, Welt lassen das Herz klopfen und lassen auf weitere gewagte deutsche Produktionen in der Zukunft hoffen. Dass die Serie im Ausland ein Erfolg und in Deutschland selbst ein Flop war, ist eine peinliche Entwicklung. Endlich wird etwas hochwertiges geboten und dann weigert man sich es zu schauen. Wirklich schade! Ich für meinen Teil gebe insgesamt 9/10 Punkte.

Deutschland 83 eignet sich wunderbar für Freunde von politischen Thrillern wie bei Hatufim – In der Hand des Feindes und Generation Kill.

Interessierte können die Serie auf Amazon Prime streamen.

Darsteller: Jonas Nay (4 gegen Z) als Martin Rauch, Maria Schrader (Tatort) als Lenora Rauch, Sonja Gerhardt (Honigfrauen) als Annett Schneider, Sylvester Groth (Dark) als Generalmajor Schweppenstette, Ulrich Noethen (Neben der Spur) als Wolfgang Edel