Südkorea

One Spring Night 봄밤

One Spring Night ist eine südkoreanische Dramaserie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 32 Folgen a 30 Minuten.

Thema: Routiniertes Paar zerbricht an einer zufälligen Begegnung

©️MBC

Als ich mich über die neu erscheinenden Serien informierte, stieß ich auf dieses KDrama mit als erstes. Obwohl Jung Hae In die Hauptrolle hatte, klang der Inhalt wenig interessant und ich entschloß mich erst einmal gegen das Sichten. Jedoch entschied ich mich am ersten Ausstrahlungstag doch noch einen Blick zu riskieren.

Worum geht es in One Spring Night?

Die Bibliothekarin Lee Jung In ist seit vier Jahren in einer Beziehung mit dem erfolgreichen Banker Kwon Gi Seok. Durch Zufall lernt sie den Apotheker Yoo Ji Ho kennen und kann nicht aufhören an ihn zu denken. Ji Ho ist alleinerziehender Vater und von der Gesellschaft deswegen stigmatisiert. Als er Jung In sieht, verliebt er sich auf den ersten Blick in sie. Beide kämpfen gegen ihre Gefühle an und beginnen eine, Freundschaft. Doch die neuen Gefühle lassen Jung In ihre Sicht auf eine glückliche Beziehung komplett überdenken.

Lohnt sich die Serie?

Defintiv ja! Obwohl ich erst Vorbehalte hatte, weil die Serien vom gleichen Drehbuchschreiber wie Something in the Rain stammt, fesselte sie mich ab der ersten Minute.

Die Stimmung der Serie ist ganz ruhig and gelassen. Melancholische Musik unterstützt das ganze auf Anhieb. Die Handlung entwickelt sich ganz langsam und mit bedacht.

Man wird direkt in die Handlung hineingeworfen und verfolgt die Serie zum Großteil aus der Sicht von Jung In. Sie ist eine ruhige Frau, die genau weiß was sie will und auch bereit ist dafür einzustehen. Nach einer alkoholhaltigen Nacht sucht sie in der Apotheke nach einem Mittel gegen ihren Kater. Dort trifft sie auf den zurückhaltenden Ji Ho und versteht sich auf Anhieb gut mit ihm. Ji Ho ist ein intelligenter, willensstarker Mann, der durch seine alleinige Vaterrolle wenig Wert in der Gesellschaft zu besitzen scheint. Um für seinen Sohn dazu sein, teilt er sich die Aufsicht mit seinen Eltern. Die Narben der Vergangenheit haben bei ihm Spuren hinterlassen und sein Selbstwertgefühl über die Jahre schrumpfen lassen. Wie es der Zufall will, ist sein Sunbae von der Uni Jung Ins Partner Gi Seok. Durch den gemeinsamen Freundeskreis laufen sie sich immer öfter über den Weg. Im Gegensatz zu den anderen beiden Hauptfiguren, die sehr herzlich wirken, erscheint Gi Seok mehr sachlich. Er kommt aus einem gehobenen Elternhaus und kann selber eine erfolgreiche Karriere als Banker vorweisen. Aus diesem Grund hat er ein starkes Selbstbewusstsein und den Eindruck immer alles entscheiden zu können. Die alleinige Entscheidung von ihm, dass sie jetzt heiraten sollten, setzt die Dynamik der Serie in Gang. Die Zeichnung der Figuren erfolgt trotz weniger Worte sehr detailliert und man hat recht schnell das Gefühl jeden einschätzen zu können.

Neben der unschuldigen Romanze macht das Drama vor allem die konservativen Wertevorstellungen der koreanischen Gesellschaft deutlich. Es ist unheimlich spannend die Interaktionen unter Familie, Freunden und Kollegen zu betrachten in einer eher untypischen Situation. Die Rolle des Elternhauses wird besonders fokussiert. Sowohl aus der Sicht von Jung Ins Eltern, die eine bestimmte Beziehung für ihre Kinder fordern, als auch die Stigmatisierung, die einem unverheirateten Alleinerziehenden entgegenkommt. Zudem ist es befremdlich zu sehen, wie wenig Gi Seok Jung Ins Meinung akzeptiert, auch wenn es um die Trennung und ihre eigenen Gefühle geht.

Neben den Geschichten der Hauptfiguren bieten auch die Nebencharaktere kontroverse Themen wie häusliche Gewalt, heimlicher Studienabbruch oder auch ungewollte Schwangerschaft.

Fazit

Die Serie ist unheimlich sehenswert. Sowohl die Liebesgeschichten als auch der Umgang mit dem koreanischen Gesellschaftssystem unterhalten ungemein. Die Sendung zeigt dabei perfekt auf wie altbacken manchen Ansichten in Asien noch sind. Neben dem tollen Darstellern und dem überzeugenden Drehbuch bietet das Drama einen überaus stimmungsvollen Soundtrack. Insgesamt habe ich mich in diese Serie komplett verliebt und gebe seltene 10/10 Punkte.

One Spring Night eignet sich perfekt für Freunde gesellschaftskritischer Dramen wie Something in the Rain oder The Smile has left your Eyes.

Interessierte können die Serie auf Netflix streamen.

Darsteller: Jung Hae In (Something in the Rain, While You Were Sleeping) als Yoo Ji Ho, Han Ji Min (The Light in Your Eyes, Rooftop Prince) als Lee Jung In, Kim Joon Han (Time, God’s Quiz: Reboot) als Kwon Gi Seok, Lee Moo Saeng (Designated Survivor: 60 Days, The Crowned Clown) als Nam Shi Hoon

Drehbuch: Kim Eun

Regie: Ahn Pan Seok

Südkorea

Something in the Rain 밥 잘 사주는 예쁜 누나

Something in the Rain aka Noona That Buys Me Food ist eine südkoreanische Dramaserie aus dem Jahr 2018 mit insgesamt 16 Folgen a 60 Minuten.

Thema: Junger Mann verliebt sich in die beste Freundin seiner älteren Schwester

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©️JTBC

Seit ihrer Veröffentlichung bei Netflix sprach mich diese Serie sofort an. Das lag vor allem daran, dass Jung Hae In endlich seine erste Hauptrolle ergattern konnte. Jedoch schien mir das Drama emotional auslaugend. Deswegen schob ich es auf die lange Bank. In Gesprächen mit anderen wurde das Drama viel kritisiert. Viele brachen die Sendung bereits vor der Hälfte ab und die durchhielten, schimpften über das Ende. Das machte mich zwar neugierig, aber schreckte mich auch gleichzeitig ab. Mit der Veröffentlichung von One Spring Night, das vom gleichen Team ist, wuchs meine Sehnsucht und endlich schaute ich diese Serie.

Worum geht es in Something in the Rain?

Yoon Jin Ah lebt ein normales Leben als Mittdreißigerin. Als eines Tages ihr Freund Schluß macht, ist sie gezwungen ihr Leben neu zu überdenken. Trost und Unterstützung findet sie im kleinen Bruder ihrer besten Freundin, der nach drei Jahren aus den Vereinigten Staaten zurück gekehrt ist. Als sich beide ineinander verlieben, stellt sich ihr Umfeld gegen sie und sie somit auf eine harte Probe.

Lohnt sich die Serie?

Die Serie bietet ein Auf und Ab an Emotionen wie ich es lange nicht gesehen habe. Neben der Romanze ist es viel interessanter das koreanische Wertesystem in der Gesellschaft aufgezeigt zu bekommen. Das nimmt teilweise regelrecht grausame Züge an.

Wie es typisch für koreanische Serien ist, liegt der Fokus auf der Familiendynamik. Dabei gibt sie ein sehr realistisches Bild darüber ab, wie stark der Einfluss der Eltern auf die Partnerwahl ihrer Kinder ist. Obwohl ich sehr tolerant in vielen Bereichen bin, ist das immer wieder ein Thema mit dem ich dank meiner westlichen Perspektive absolut nicht klar komme.

Die Beziehung der beiden ist schön anzusehen und unheimlich harmonisch. Zudem gefällt mir die Entwicklung der weiblichen Hauptfigur ungemein gut. Es ist schön zu sehen wie sie sich von ihrem Ex löst und ihr Leben in die Hand nimmt. Joon Hee als ihr Gegenpart wirkt beinahe perfekt und äußerst souverän. Es ist schön Hae In endlich einmal in einer Hauptrolle zu sehen. Die steht ihm auch sehr gut.

Die Beziehung beider stößt auf gewaltige Widerstände, da sie auch gemeinsam aufgewachsen sind. Zum einen ist der Altersunterschied ein großes Thema und zum anderen Joon Hees gesellschaftliche Stellung als Waise. Insbesondere Jin Ahs Mutter entwickelt eine unausgesprochene, fiese Eigendynamik, die einfach nur abstößt. Im koreanischen Kontext macht das ganze Drama viel Sinn und bringt viel Leid. Betrachtet man es aus westlicher Perspektive kann man nur mit dem Kopf schütteln. Wenn meine Mutter mir das Leben wegen meiner Liebe zur Hölle machen wollen würde, würde ich mit meinen deutlich über 30 Jahren einfach ausziehen. Doch so einfach ist das hier leider nicht.

Fazit

Diese Serie zeigt zwar eine schöne Beziehung auf, aber gleichzeitig auch den engstirnigen koreanischen Gesellschaftskontext. Sie spaltet unheimlich die Gemüter und wirft einen in ein ordentliches Gefühlschaos. Die Schauspieler machen ihre Sache toll und überzeugen auf ganzer Linie. Deswegen gibt es 8/10 Punkte.

Something in the Rain ist für Freunde ernster Dramen perfekt geeignet wie auch bei One Spring Night und You’re my Destiny.

Interessierte können die Serie auf Netflix sehen.

Darsteller: Son Ye Jin (Personal Taste, Emergency Lands of Love) als Yoon Jin Ah, Jung Hae In (One Spring Night, While You Were Sleeping) als Seo Joon Hee, Jang So Yeon (Touch Your Heart, The Secret Life Of My Secretary) als Seo Kyung Sun

Drehbuch: Kim Eun

Regie: Ahn Pan Seok

Südkorea

While You Were Sleeping 당신이 잠든 사이에

While You Were Sleeping ist eine südkoreanische Fantasy-Serie aus dem Jahr 2017 mit insgesamt 16 Episoden a 60 Minuten. Manche Anbieter zeigen sie in 32 Folgen a 30 Minuten.

Thema: Was macht man, wenn man in seinen Träumen die Zukunft sieht?

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Via Dramalist


Sobald man anfängt sich mit koreanischen Dramen auseinander zusetzen, werden einem immer wieder Erfolge der letzten Jahre vorgeschlagen. Diese Empfehlungen wiederholen sich häufig und eine Serie, die immer in diesem Kontext genannt wird, ist While You Were Sleeping. Da ich so viele positive Meinungen vermittelt bekommen hatte, war ich nervös vor dem Sichten. Durch das ganze Lob erwartete ich beinahe eine Enttäuschung. Zudem klang für mich die Handlung weniger ansprechend. Um jedoch meine Lee Jong-Suk-Watchlist weiter abbauen zu können, stürzte ich mich ins Abenteuer und sichtete die Sendung.

Worum geht es in While You Were Sleeping?

Nam Hong-Joo ist eine begabte Journalistin, die die Fähigkeit hat die Zukunft in ihren Träumen zu sehen. Nachdem sie ihren eigenen Tod gesehen hat, zieht sie sich komplett zurück. Als eines Tages ein neuer Nachbar namens Jung Chae-Chan einzieht, träumt sie von einer gemeinsamen Zukunft. Um das zu verhindern, geht sie ihm komplett aus dem Weg und ist unfreundlich. Womit sie jedoch nicht rechnet ist, dass Jung ebenso einen tragischen Traum über sie hat. Als er das Schicksal verändert und sie rettet, beginnt für beide eine neue Ära.

Lohnt sich die Serie?

Allerdings. Ich habe die Serie von der ersten Minute an sehr gemocht und sie bis zum Ende durch gesuchtet. Auch hier findet man ein wunderbares Beispiel für den erfolgreichen koreanischen Genremix. Die Serie bietet Fantasy, Thriller, Krimi, Comedy und Romanze. Somit ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Lee Jong-Suk beweist auch hier wieder sein komödiantisches Talent. Seine Rolle ist komplett vielseitig angelegt und zeigt alle seine Facetten wunderbar. Bae Suzy ist eine positive Überraschung für mich gewesen. Ihr Name ist mir zwar durch die Klatschpresse bekannt gewesen, doch hatte ich bis dato noch nichts von ihr gesehen gehabt. Ihr Spiel macht von der ersten Sekunde an Spaß und gefällt. Sie hat eine unheimlich positive Ausstrahlung und ist eine Schauspielerin von der ich auf jeden Fall noch deutlich mehr sehen möchte.

Der Dritte im Bunde wird von Jung Hae-In als Han Woo-Tak verkörpert. Er ist ein lebenslustiger Polizist, der das Leben nicht zu ernst nimmt. Seine Rolle war so dermaßen sympathisch, dass ich mit dem gerne befreundet wäre. Ich fand es immer schade, wenn sein Wunsch nach duzen abgelehnt wurde. Zudem ist es entspannt wie locker er die Gabe annimmt und damit umgeht.

Der Bösewicht der Serie wird am Anfang klar benannt. Es ist der Rechtsanwalt Lee Yoo-Bum, der von Lee Sang-Yeob dargestellt wird. Er meistert seine Funktion als überheblicher Antagonist wunderbar und glaubhaft. Sein Auftreten ist selbstbewusst und taktierend. Es machte Spaß dem Teufel im Schafspelz zuzuschauen.

Die Handlung baut sich entspannt auf. Dabei variiert das Schema zwischen handlungsübergreifend und Fall der Woche. Letzteres wird möglich durch die aktuellen Träume oder die Fälle der Staatsanwaltschaft. Beide hängen vermehrt auch zusammen.

Die aktuelle Schauplätze sind übersichtlich. Nams Zuhause und Restaurant dienen häufig als Treffpunkt. Ihre Mama ist dabei sympathisch und beschützend. Zudem ist das Haus von Jang und seinem Bruder perfekt für die komödiantischen Szenen. Der interessanteste Ort ist jedoch das Gericht. Dort stehen alle Staatsanwälte im Fokus und die haben es in sich. Alle Kollegen sind interessant und machen Spaß auf unterschiedliche Arten. Von Drama über Humor bis hin zu Melodram findet sich in deren Geschichten. Abschließend spielt auch noch das Polizeirevier um Han Woo-Tak eine Rolle. Hier wird die Action abgedeckt.

Fazit

Die Serie hält was sie verspricht. Die Empfehlungen kann ich nur so unterschreiben. Die Serie macht Spaß und nimmt sich trotz des Dramas nicht zu ernst. Die Schauspieler meistern ihren Job und unterhalten. Die Geschichte ist sehr schön und ergibt Sinn. Die Dialoge sind wieder mal mit Liebe zum Detail geschrieben und passen gut in die Situation. Die Romanze entwickelt sich nach dem klassischen koreanischen Prinzip. Viel geistige Nähe, keine körperliche. Das macht die Beziehung noch schöner. Das Ende passt und wirkt nicht aufgesetzt. Diese Serie kann auch ich nur weiterempfehlen und vergebe stolze 9/10 Punkte.

While You Were Sleeping ist eine Serie für Fans von I Hear Your Voice und Sweet Dreams.

Interessierte können die Serie auf Rakuten Viki streamen.

Darsteller: Lee Jong-Suk (Pinocchio, W, Romance is a Bonus Book) als Jung Chae-Chan, Nam Da-Reum (Just between Lovers) als junger Jung Chae-Chan, Bae Suzy (Dream High, Uncontrollably Fond) als Nam Hong-Joo, Lee Sang-Yeob (Gott der Nudeln, Penny Pinchers) als Lee Yoo-Bum, Jung Hae-In (Goblin, The Three Musketeers, Age of Blood – Blutige Zeiten) als Han Woo-Tak

Drehbuch: Park Hye Ryun

Regie: Oh Choong Hwan, Park Soo Jin