China

Ever Night 将夜

Ever Night ist eine chinesische Fantasy-Serie aus dem Jahr 2018 mit insgesamt 60 Folgen a 45 Minuten. Die Sendung basiert auf dem gleichnamigen Erfolgsroman von Mao Ni. Im Januar 2020 erschien die zweite Staffel mit Dylan Wang aka Wang Hedi in der Hauptrolle.

Thema: Einziger Überlebender eines Massakers nimmt Rache an den Schuldigen

@Tencent Video

Worum geht es in Ever Night?

Ning Que kann als Kind nur knapp einem Massaker entkommen und findet auf seiner Flucht ein Baby, dass er Sang Sang nennt und liebevoll aufzieht. Nachdem er es geschafft hat sich als Grenzsoldat einen Namen als Holzfäller von Shubi zu machen, erhält er die Chance in der Hauptstadt des Königreichs Tang unter dem Allmächtigen Lehrer Fu Ze magische Fähigkeiten zu entwickeln. Ohne das Wissen seiner Lehrer beginnt er einen blutigen Rachefeldzug gegen die Peiniger seiner Vergangenheit und wird immer wieder in Intrigen des Königshauses verwickelt.

Official Trailer

Kurzrezension

Die Grundidee der Serie weiß durchaus zu unterhalten. Insbesondere Arthur Chen als Ning Que überzeugt durch seine natürliche und neckische Art und wird schnell zum Liebling der Serie, da er zum Großteil des Humors beiträgt. Die überzeugend choreografierten Kämpfe und Schlachten überzeugen neben den Kulissen auf ganzer Linie. Jedoch verwirren die unzähligen Handlungsstränge und lassen die Intrigen schnell langatmig wirken. Zudem bekommen viele uninteressante Charaktere Zuviel Raum.

Fazit

Ever Night ist ein abwechslungsreicher Fantasy-Epos mit unzähligen Charakteren, die mal mehr und mal weniger interessant sind. Insbesondere die Epsioden ab Folge 30 sind sehr spannend, doch es dauert eine Weile bis die Handlung in Gang kommt. Deswegen gibt es von mir 7,5/10 Punkte.

Ever Night ist perfekt für Freunde von Fantasy-Serien, die viel Action Lieben wie auch bei The Arthdal Chronicles und Moon Lovers: Scarlet Heart Ryeo.

Interessierte können die Serie kostenlos auf Viki Sichten.

Darsteller: Arthur Chen (Legend of Awakening, Immortality) als Ning Que, Ireine Song (Ever Night 2, Professional Single) als Sang Sang

Drehbuch: Xu Run

Regie: Yang Yang

USA

The Pacific

The Pacific ist eine US-amerikanische Kriegsserie aus dem Jahr 2010 mit insgesamt 10 Folgen a 60 Minuten. Sie ist das Pendant zu Band of Brothers.

Thema: Die unabhängigen Erlebnisse dreier Marines im Pazifikkrieg

©️HBO

Nach der Sichtung von Band of Brothers war ich äußerst neugierig auf die Darstellung der Geschehnisse im Pazifikkrieg. Während erstgenannte einer chronologischen Reihenfolge folgt, konzentriert sich diese Produktion darauf sich auf drei Marines zu beschränken, die an unterschiedlichen Orten stationiert sind.

Worum geht es in The Pacific?

In der Serie geht es um die unterschiedlichen Erfahrungen dreier Soldaten, die in verschiedenen Regimenten der 1. US-Marineinfanteriedivision dienen. Eugene Sledge ist frisch von der Schule und noch komplett unerfahren im Leben. Robert Leckie ist ein ehemaliger Lokaljournalist, der nach Anerkennung sucht. John Basilone ist ein erfahrener Soldat und Kriegsheld. Alle drei gehen durch die ungeordneten Höllen des Krieges und gehen unterschiedlich damit um.

Lohnt sich die Serie?

Ja! Durch die Zeit- und Ortsprünge wirkt die Serie am Anfang ein wenig komplizierter als Band of Brothers. Doch der Eindruck legt sich recht schnell wieder.

Die Inszenierung der Serie bewegt sich auf einem äußerst hohen Niveau. Die Ausstattung und die Kulissen sind Detail getreu nachgestellt und versetzen einen inmitten des Pazifikkrieges. Das ist beeindruckend und beängstigend zugleich, da sehr schnell klar wird, dass sich der Krieg im asiatischen Raum auf einem anderen Level befindet. Die Japaner kämpfen erbitterter als die Deutschen, da sie auch bereit sind ihr Leben zu opfern. „Wovor fürchtet sich ein Soldat, der Stolz ist für sein Vaterland zu sterben?“

Der Horror des Krieges wird sehr ausdrücklich dargestellt und nimmt keine Rücksicht auf die Zuschauer. Es ist äußerst spannend den Ereignissen der Soldaten zu folgen und vor allem ihre seelischen Verletzungen mitzuerleben.

Die Desillusionierung des Krieges, Angst, Scham, Trauer um gefallene Kameraden, der Kampf gegen ein fremdes Klima, Kampf auf unbekanntem Terrain, der Kontakt zu einer fremden Kultur, Sprachbarrieren, Hunger, Krankheiten, Fehlversorgung und Frauenbekanntschaften werden äußerst ausdrücklich dargestellt.

Insbesondere die Darstellung von einem meiner Lieblingschauspieler, James Badge Dale, hat mir sehr gut gefallen und mich mitleiden lassen.

Fazit

Während vielen in meinem Umfeld Band of Brothers deutlich besser gefällt, bevorzuge ich The Pacific. Obwohl sich beide Serien auf einem hohen Niveau bewegen, konnte mir diese Serie unheimlich viele eigene Wissenslücken aufzeigen, die ich nach dem Sichten schließen konnte. Da auch der Soundtrack alle Handlungen wieder wunderbar unterstützt, gebe ich trotz einiger Längen 9/10 Punkte.

The Pacific eignet sich wunderbar für Freunde von Anti-Kriegsserien wie auch Generation Kill oder Band of Brothers.

Darsteller: James Badge Dale (Rubicon, The Black Donnellys) als PFC Robert Leckie, Joseph Mazzello (Person of Interest, Koma) als PFC Eugene Sledge, Jon Seda (Chicago P.D., Chicago Fire) als Sgt. John Basilone, Ashton Holmes (Revenge, Nikita) als PFC Sidney Philips

USA

Band of Brothers – Wir waren Brüder

Band of Brothers ist eine US-amerikanische Kriegsserie aus dem Jahr 2001 mit insgesamt 10 Folgen a 60 Minuten. Ihr Sequel ist The Pacific, die sich mit den Geschehnissen des Pazifikkriegs beschäftigt.

Thema: Die Erlebnisse der Easy Company zum Ende des 2. Weltkrieges

©️HBO

Es gibt selten eine Serie die mir so häufig angepriesen worden ist wie diese. Lange habe ich es nicht geglaubt und es dann einfach einmal selber getestet. Tatsächlich habe ich durch diese Produktion ein Faible für Anti-Kriegs-Serien entwickelt.

Worum geht es in Band of Brothers?

Die Serie schildert die Ereignisse der Marines aus der Easy Company beginnend mit ihrer Grundausbildung in den USA. Mit ihrem Einstieg ins Kriegsgeschehen mit der Landung in der Normandie kämpfen sie sich durch das dicht besiedelte Kriegsgebiet nach Deutschland durch. Dabei sind sie beteiligt an der Schlacht an den Ardennen und der Entdeckung von Konzentrationslagern.

Lohnt sich die Serie?

Hell, yes! Diese Serie muss man wirklich gesehen haben. Trotz mancher kreativer Abweichungen bemüht sie sich sehr die tatsächlichen Ereignisse in einem historisch einwandfreien Kontext wider zugeben.

Wie der Titel es schon sagt, lebt die Serie vor allem von der Kameradschaft unter den Marines. Man sieht wie sie kämpfen, leiden, witzeln und im schlimmsten Fall plötzlich sterben. Da die Serie auf den Erzählungen der Beteiligten basiert, ist es nicht vorhersehbar wer lebt und wer stirbt. Das lässt einen von der ersten bis zur letzten Minute mitfiebern.

Das Cast ist der absolute Wahnsinn und perfekt gewählt. Man trifft beim Sichten auf eine Vielzahl bekannter Gesichter aus der amerikanischen Serienwelt und profitiert von ihrem Talent und der Inbrunst, die sie in die Verkörperung ihrer Rollen stecken.

Die Serie zeigt einen ungeschönten Blick auf die Ereignisse eines Weltkrieges. Dabei lässt sie an nichts fehlen und zeigt auch die brutalen Momente direkt. Damit meine ich nicht nur den Kampf, sondern auch den Verlust eines Kameraden, Schuldgefühle, Angst, Vergewaltigung und die Spaltung von Gesellschaften. „Am Ende will es keiner gewusst haben.“

Der Soundtrack ist in jedem Fall hervorzuheben und begleitet die Szenerie perfekt. Insgesamt ist es unvorstellbar bei dieser Serie keine Träne zu vergießen. Allein der Gedanke daran, dass es wirklich passiert ist – bei uns – ist unvorstellbar und wichtig nicht zu vergessen.

Fazit

Die Serie ist ein Meisterwerk an Fernsehunterhaltung und sollte man wenigstens einmal gesehen haben. Die detaillierte Set-Ausstattung, die Kulissen und die Kostüme versetzen einen ins Jahr 1944 zurück und lassen einen eine gewisse Vergangenheitsscham entwickeln. 9/10 Punkte!

Band of Brothers eignet sich perfekt für Freunde realer Kriegsserien wie The Pacific oder Generation Kill.

Darsteller: Scott Grimes (The Orville, Justified) als Donald G. Malarkey, Damian Lewis (Homeland, Billions) als Richard D. Winters, Ron Livingston (A Million Little Things, Loudermilk) als Lewis Nixon, Donnie Wahlberg (Blue Bloods-Crime Scene New York) als C. Carwood Lipton, Michael Cudlitz (The Walking Dead, The Kids Are Alright) als Denver Bull Randleman, Michael Fassbender (Der Preis des Verbrechens, Hex) als Burton P. Chistenson, David Schwimmer (Friends, Will & Grace) als Herbert M. Sobel

Südkorea

Kingdom 킹덤

Kingdom ist eine südkoreanische Fantasy-Serie aus dem Jahr 2018 mit insgesamt 6 Folgen a 60 Minuten. Eine weitere Staffel wurde von Netflix für Anfang 2020 angekündigt. Sie basiert auf dem Manwha Das Land der Götter von Kim Eun Hee und Yang Kyungil.

Thema: Kronprinz kämpft um Thron und gegen Zombies

Link zum Podcast ▶️

©️Netflix

Vor dem Sichten habe ich schon ungemein viel von der Serie gehört. Jedoch konnte ich mich nicht aufraffen sie zu sichten. Um so dankbarer war ich, dass die Serie unser erstes offizielles Podcast-Projekt wurde.

Worum geht es in Kingdom?

Die Serie spielt in der Zeit der Joseon-Dynastie. Der König erkrankt. Sein illegitimer Sohn darf ihn nicht besuchen und wird mißtrauisch. Durch die Heirat des Königs übernimmt der militärische Haewon Cho Clan die Staatsgeschäfte und lässt die Bevölkerung hungern. Auf der Suche nach Antworten macht sich der Kronprinz auf die Suche nach dem Leibarzt und stößt dabei auf eine Pandemie, die Menschen in Zombies verwandelt.

Lohnt sich die Serie?

Wie man es von koreanischen Serien gewohnt ist, bewegt sich die Ausstattung der Serie auf einem äußerst hohem Niveau. Dank liebevoller Detailarbeit wird der Zuschauer sofort 500 Jahre zurück versetzt. Die Kulissen sind perfekt ausgearbeitet und erinnern stark an das Set von Goblin. Die Kostüme sind perfekt ausgearbeitet und lassen perfekt den Stand der Protagonisten erkennen.

Die Handlung gestaltet sich als wunderbarer Genre-Mix. Neben dem historischen Kontext finden sich Horror-Elemente und der schwarze Humor für zwischendurch.

Die Serie ist wunderbar kurzweilig und spannend. Allein der Kampf um die Thronfolge reicht um Spaß an der Serie zu haben. Ich hätte die Zombie-Problematik nicht einmal gebraucht. Dennoch bietet gerade diese neue Wege um mit diesem Problem umzugehen. Die Erklärung ihrer Ursache und ihre eventuelle Bekämpfung empfand ich, abgestumpft durch Walking Dead, als sehr kreativ und erfrischend.

Das Cast ist fantastisch zusammengestellt. Entgegen meiner Erwartungen fanden sich einige bekannte Gesichter der Serienwelt wie Km Sang Ho, Jun Suk Ho und vor allem Heo Joon Ho. Der Hauptdarsteller Joo Ji Hoon, der den Kronprinz verkörpert, ist mir äußerst positiv aufgefallen.

Das Ende verlief genauso wie ich es befürchtet hatte. Da Netflix sich zum Ziel gesetzt hat, das westliche Staffel-System auf östliche Serien zu übertragen, gab es quasi kein Ende und nur einen Cliffhanger. Genau das ist es was ich überhaupt nicht mag und mich in Zukunft wieder stärker Richtung Viki schauen lässt. Doch dafür kann die Qualität der Serie selbst nichts.

Fazit

Die Serie weiß zu unterhalten und bietet einige schöne Momente. Die Gestaltung des Königshauses ist die gewohnte und ließ mich gleich nostalgisch an Goblin denken. Da mir die Serie Spaß bereitet hat, gebe ich gerne 7,5/10 Punkte.

Kingdom eignet sich wunderbar für Freunde historischer Serien wie Goblin oder Scarlett Heart.

Die Serie kann man auf Netflix streamen.

Darsteller: Joo Hi Hoon (Hyena, Mask) als Lee Chang, Ryu Seung Ryong (The Painter of the Wind, Byul Soon Geom) als Cho Hak Joo, Bae Doo Na (Stranger, Master of Study) als Seo Bi, Kim Sung Gyu als Young Shin

Drehbuch: Kim Eun Hee

Regie: Kim Sung Hoon

Kanada, USA

The Kennedys

The Kennedys ist eine US-amerikanische-kanadische Miniserie aus dem Jahr 2011 mit insgesamt 8 Folgen a 45 Minuten. 2017 erhielt die Serie ein Sequel namens The Kennedys: After Camelot, dass die Jahre von Jackie Kennedy nach der Ermordung ihres Ehemannes im Fokus hat.

Thema: Die Geschichte der Politikerfamilie Kennedy

©️History Channel

Als ich von der Serie zum ersten Mal erfahren habe, war ich gleich völlig begeistert und neugierig. Ich wollte sie unbedingt sehen, da der Kalte Krieg und seine Beteiligten zu der für mich interessantesten politischen Ära zählen. Ich hatte große Erwartungen bereits vor dem Sichten.

Worum geht es in The Kennedys?

Die Serie fokussiert sich vor allem auf das Leben von John F. Kennedy zu Beginn seiner Präsidentschaft. Dabei werden sowohl sein Familienleben beleuchtet als auch die größten Probleme seiner Amtszeit wie unter anderem die Schweinebuchtkrise oder seine angebliche Verbindung zur kriminellen Unterwelt.

Lohnt sich die Serie?

Wenn man ein wenig an politischen Serien interessiert ist, sollte man dieses Drama unbedingt sichten. Die Ausstattung ist der Realität bis ins kleinste Detail nachempfunden. Das Casting scheint perfekt sowohl in der Interaktion als auch in der überzeugenden Verkörperung der historischen Figuren.

Greg Kinnear scheint als die perfekte Besetzung für John F. Kennedy. Er füllt die Rolle perfekt aus und zeigt alle Facetten des Präsidenten und seines emotionalen Lebens überzeugend auf. Das gleiche gilt für Katie Holmes als Jackie Kennedy, die diese Figur natürlich verkörpert. Zudem ist auch Barry Pepper als Bobby Kennedy extrem passend für diese Rolle.

Das Zusammenspiel der Charaktere ist unheimlich überzeugend und versetzt einen in die 1960er Jahre zurück. Obwohl man weiß wie es ausgeht, weiß das Drama dennoch eine unheimliche Spannung zu vermitteln. Dabei ist auch die überzeugende Darstellung der politischen Probleme ausschlaggebend.

Fazit

Insgesamt betrachtet, hat mich die Serie von der ersten Minute an gefesselt und mich wunderbar unterhalten. Als Historikerin kann ich sagen, dass sie viel wert auf reelle Darstellungen gelegt haben und somit den klassischen Hollywoodkitsch außen vorgelassen haben. Aus diesem Grund vergebe ich 8/10 Punkte.

The Kennedys eignet sich wunderbar für Freunde historischer Serien wie auch Holocaust oder Band of Brothers.

Interessierte können die Serie auf DVD und BluRay erwerben.

Darsteller: Greg Kinnear (House of Cards, Rake) als John F. Kennedy, Barry Pepper (Madison) als Bobby Kennedy, Katie Holmes (Dawsons Creek, Ray Donovan) als Jackie Kennedy, Tom Wilkinson (Belgravia) als Joe Kennedy Senior

Drehbuch: Stephen Kronish, Joel Surnow

Regie: Jon Cassar

USA

Generation Kill

Generation Kill ist eine US-amerikanische Dramaserie aus dem Jahr 2008. Sie hat insgesamt 7 Folgen a 70 Minuten. Sie basiert auf dem gleichnamigen Buch von Evan Wright.

Thema: Rolling Stone-Reporter begleitet Soldaten im Irak-Krieg

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©️HBO

Generation Kill gehört zu den absoluten Herzstücken meiner Seriensammlumg. Ich wollte diese Serie schon so lange sehen und kam nie daran. Mein Mann bemühte sich mehrere Male an die Sendung für mich zu kommen, doch es sollte nie sein. Eines Tages gingen wir in Kopenhagen shoppen und da lag sie im Schaufenster als Tagesangebot aus. Ich war so überglücklich und machte mich daheim gleich ans Schauen. Immerhin hatte ich über die Zeit eine recht hohe Erwartungshaltung aufgebaut.

Worum geht es in Generation Kill?

Generation Kill basiert auf einer wahrer Begebenheit und schildert die Erfahrungen eines Rolling Stones-Journalisten während der Invasion des Iraks im Zuge des dritten Golfkrieges. Er begleitete eine Einheit amerikanischer Marines in der Funktion als ziviler Berichterstatter. Die Serie erstreckt sich über eine Zeitspanne von insgesamt 45 Tagen. Sie beginnt als die Einheit von Kuwait in den Irak einmarschiert und endet mit deren Abreise in Bagdad.

Lohnt sich die Serie?

Absolut ja! In meinen Augen gehört dieses Drama zu den Kriegsserien, die man gesehen haben sollte. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der unwichtigste ist auf jeden Fall der unglaublich vielseitige Cast, der das Herz eines Serienjunkies nur höher schlagen lassen kann. Etliche Schauspieler sind einem bereits aus anderen Formaten sehr gut bekannt. Alexander Skarsgård, Lee Tergesen, Jon Huertas und Wilson Bethel sind nur einige wenige Beispiele für die Vielseitigkeit der Darsteller.

Die Serie wirft einen ernsten und vor allem ungeschönten Blick auf die Ereignisse im Irak im Jahr 2003. Dabei schafft sie die Darstellung eines realistischen Bildes und verzichtet auf den bekannten pathetischen Blick, den man aus den meisten amerikanischen Kriegsfilmen kennt. Spannend allein ist schon die Disposition. Während der Invasion hatten die Marines theoretisch die Aufgabe, Stellungen der irakischen Streitkräfte auszumachen und deren Position weiterzugeben. In der Praxis sah die Situation jedoch häufig anders aus. Unaufhörlich wurde die Einheit unvorbereitet in Situationen geschickt für die sie weder ausgebildet noch ausgerüstet waren. Das hatte meist Frontalangriffe auf unbekannte Siedlungen und feindliche Stellungen mit ungepanzerten Geländefahrzeugen zur Folge. Das Trauerspiel dieser Situation macht die Serie wunderbar deutlich. Alles erscheint unorganisiert und unsicher. Auf die Leitung ist kein Verlass und jeder muss vor Ort stets den Rücken seines Nebenmannes freihalten. Die Darstellung der Kameraderie ist sehr gut und bringt auch wenige glückliche Momente zu Tage.

Am besten fand ich den Umgang mit den Emotionen der Soldaten. Sie leisten ihre tägliche Arbeit, wie es von Ihnen erwartet wird und sehen aus erster Reihe die Leiden des Krieges. Oftmals kommen sie zu Einsätzen anderer Einheiten dazu oder erreichen danach. Dabei zeigt sich mehr als einmal, dass die Opfer des Krieges weniger irakische Soldaten, sondern häufig unschuldige Frauen und Kinder, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Dieses ehrliche Bild zeigt auch die Sinnlosigkeit des Krieges auf und lässt einen bald an den Motiven der Regierung zweifeln.

Die Kulissen sind auf einem gewohnt hohem Niveau und sparen nicht am Budget. Alles ist realistisch aufgebaut von der Umgebung bis hin zur Ausrüstung. Die Schauspieler leisten tolle Arbeit und überzeugen mit der Darstellung ihres inneren Kampfes. Die Brutalität und Ungerechtigkeit des Kampfes wird für beide Parteien deutlich aufgezeigt und zeigt weitestgehend ein neutrales Bild. Insbesondere diese Objektivität hat mir sehr gut gefallen. Die Soldaten werden nicht auf ein Podest gehoben, sondern funktionieren einfach nur von Tag zu Tag. Dabei sind sie gezwungen Befehle auszuführen, die sie selber nicht unterstützen.

Fazit

Generation Kill ist wahrhaftig eine fantastische Dramaserie und bewegt sich auf einem hohen Niveau. Sie zeigt ungeschönt die Schattenseiten des Krieges auf und jagt einem oftmals eine Gänsehaut hervor. Es gab auch einige Momente, die mir die Tränen hervorgebracht haben, weil ich diese Ungerechtigkeit einfach nicht ertragen konnte. Die undankbare Rolle der Marines wird immer wieder deutlich und zeigt neben der Verurteilung des Krieges auch eine ganz eigene Abgestumpftheit auf. Obwohl ich in meinem Herzen ein Pazifist bin, sollte man diese Anti-Kriegsserie wirklich gesehen haben. Meine lange aufgebauten Erwartungen wurden erfüllt und ich habe sie seitdem auch mehr als einmal gesehen. Insgesamt gebe ich ehrliche 9/10 Punkte.

Generation Kill eignet sich gut für Zuschauer, die sich dem ernst des Krieges stellen wollen. Ähnliche Serien wären Band of Brothers und The Pacific, die jedoch wieder mehr mit dem amerikanischen Patriotismus glänzen.

Darsteller: Alexander Skarsgård (True Blood, Pretty Little Liars) als Sgt. Brad „Iceman“ Colbert, James Ransone (Treme, Mosaic) als Cpl. Josh Ray Person, Lee Tergesen (Oz, The Purge) als Evan „Scribe“ Wright, Jon Huertas (Castle) als Sgt. Antonio Espera, Stark Sands (Six Feet Under, Minority Report) als Lt. Nathaniel Fick, Billy Lush (The Chicago Code, Revolution) als Lance Cpl. Harold James Trombley, Wilson Bethel (Hart of Dixie) als Cpl. Evan „Q-Tip“ Stafford