Südkorea

The Great Seducer 위대한 유혹자

The Great Seducer ist eine südkoreanische Dramaserie aus dem Jahr 2018 mit insgesamt 16 Folgen a 60 Minuten. In Deutschland wird die Serie unter dem Titel Tempted vermarktet. Sie basiert lose auf dem Roman „Gefährliche Liebschaften“ von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos.

Thema: Reiche Freunde Wetten um das Herz erobern einer unschuldigen jungen. Studentin

©️MyDramaList

Worum geht es in The Great Seducer?

Kwon Shi Hyun ist ein reicher Chaebol-Erbe, der regelmäßig Frauen das Herz bricht. Seine ganze Kraft zieht er aus der Freundschaft mit seinen besten Freunden Choi Soo Ji und Lee Se Joo. Nachdem Soo Ji unschön abserviert worden ist, schließt sie aus Rache mit Shi Hyun eine Wette ab. Wenn er es schafft die große Liebe von ihrem Ex zu verführen, darf er sie heiraten. Jedoch entwickelt er schnell echte Gefühle und seine Welt gerät ins Wanken.

Offizieller Trailer

Kurzrezension

Die Eröffnungsepisode ist sehr cool gemacht und fesselt sofort. Auch wenn die Taten der Dreiergruppe politisch nicht korrekt sind, haben sie doch eine interessante Freundschaft. Die beiden Hauptcharaktere, also der Verführer und das Opfer, haben viele schöne Momente zusammen und es macht Spaß diese zu Sichten. Die Geschichten der Elterngeneration haben mich wenig interessiert und oft gelangweilt.

Fazit

The Great Seducer ist eine gut gemachte südkoreanische Interpretation von Eiskalte Engel (Cruel Intentions), die ihre eigenen Wege geht. Sie unterhält auf ganzer Linie und lohnt sich deswegen zu Sichten. 8/10 Punkte

The Great Seducer eignet sich wunderbar für Freunde dramatischer Teendramen wie auch Gossip Girl oder Love @ Seventeen.

Interessierte können die Serie unter dem Titel Tempted auf Netflix Sichten.

Darsteller: Woo Do Hwan (Save Me, My Country) als Kwon Shi Hyun, Joy (The Boy Next Door, The Liar and his Lover) als Eun Tae Hee, Moon Ga Young (Find Me In Your Memory, Eulachacha Waikiki 2) als Choi Soo Ji, Kim Min Jae (Do You Like Brahms?, Hit the Top) als Lee Se Joo

Drehbuch: Kim Bo Yeon

Regie: Kang In, Lee Dong Hyun

Taiwan

Some Day Or One Day 想見你

Some Day or One Day ist eine Taiwanesische Fantasy-Serie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 13 Folgen a 60 Minuten.

Thema: Wenn man mit einem Walkman durch die Zeit reist…

©️CTV

Worum geht es in Someday or One Day?

Vor zwei Jahren starb Huang Yu Xians große Liebe Wang Quan Sheng bei einem Flugzeugabsturz. Seitdem bemüht sie sich in ihrem Umfeld ihre beste Seite zu zeigen, obwohl sie noch immer nicht über ihn hinweg ist.

Eines Tages bekommt sie einen alten Walkman zugesandt mit dem Lied “The Last Dance”. Nachdem sie es gehört hat, wacht sie auf einmal im Jahr 1998 im Körper ihrer Doppelgängerin Chen Yun Ru auf, die auf die selbe Schule geht wie der lebenslustige Li Zi Wei. Ist er Wang Quan Sheng und was hat diese “Zeitreise” für einen Grund?

Official Trailer

Kurzrezension

Diese Serie ist wirklich unheimlich gut. Die Schauspieler machen ihren Job fantastisch. Die dargestellten drei Zeitebenen funktionieren wunderbar und laden zum grübeln ein. Zudem bekommt die Serie richtig viel Spannung als die Mörderjagd beginnt. Außerdem ist die Liebe zwischen den Hauptcharakteren unheimlich schön und nicht kitschig. Zudem ist der Soundtrack ein absoluter Genuss. Eine absolute Sichtungsempfehlung!

Fazit

Ich spreche sehr selten in Extremen, doch diese Serie lohnt sich wirklich zu sichten. Das ganze Konzept funktioniert wunderbar und verläuft nicht in gewohnten (Klischee-)Bahnen. Somit wird es nie langweilig und man sehnt sich nach mehr! Insbesondere wenn man die vielen unterschwelligen Handlungsebenen erkennt. 10/10 Punkte!

Someday or One Day eignet sich wunderbar für Freunde ernster Dramen mit fantastischen Anteil wie auch bei Meet Me @ 1006 oder While You Were Sleeping.

Interessierte können die Serie auf Viki streamen.

Darsteller: Alice Ke (Deja Vu, Marry Me or Not?) als Huang Yu Xuan/Chen Yun Ru, Greg Hsu (Meet Me @ 1006, Nowhere Man) als Wang Quan Sheng/Li Zi Wei, Patrick Shih (HIStory 2: Boundary Crossing, Gamer’s Generation) als Mo Jun Jie

Drehbuch: Hsin Hui Lin, Chi Feng Chien

Regie: Tien Jen Huang

Südkorea

Crash Landing On You 사랑의 불시착

Crash Landing On You ist eine südkoreanische Dramaserie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 16 Folgen a 90 Minuten. Sie ist auch bekannt unter dem Titel Crash Landing of Love.

Thema: Südkoreanische Millionärin landet beim Paragliden durch einem Sturm in Nordkorea

©️TvN

Worum geht es in Crash Landing On You?

Yoon Se Ri ist eine eiskalte Geschäftsfrau, die eine schlechte Beziehung zu ihrer reichen Familie unterhält. Eines Tages testet sie ihr neues Projekt beim Paragliden. Als ein unerwarteter Orkan aufkommt, wird sie nach Nordkorea geweht. Kaum angekommen, trifft sie auf nordkoreanische Grenzsoldaten und versucht mit aller Kraft die Flucht Richtung Südkorea. Dumm nur, dass sie in die falsche Richtung läuft.

Offizieller Trailer

Kurzrezension

Die Serie macht von Anfang bis Ende sehr viel Spaß. Sie findet eine wunderbare Balance zwischen Drama, Politthriller, Komödie und Romanze. Hyun Bin und Son Ye Jin geben ein wunderschönes Paar ab, dass vor Chemie nur so sprudelt. Der Humor kommt zum Großteil von der Soldatengruppe, die einem wirklich ans Herz wächst. Neben dramatischen Momenten gibt es auch viele niedliche Situationen zu bestaunen.

Fazit

Von mir gibt es für diese Serie eine absolute Schauempfehlung! Wenn man die Show nicht zu ernst nimmt und sich komplett darauf einlässt, kann man viele wunderbare Stunden verbringen. Deswegen 9/10 Punkte.

PS. Für das Drehbuch war Park Ji Eun zuständig, die auch für Hits wie The Man From The Stars und The Legend of the Blue Sea verantwortlich war.

Crash Landing On You eignet sich wunderbar für Romantiker, die gerne Politserien schauen wie auch bei Doctor Stranger oder The Man From The Stars.

Interessierte können die Serie auf Netflix sichten.

Darsteller: Hyun Bin (Memories of the Alhambra, Secret Garden) als Ri Jung Hyeok, Son Ye Jin (Something in the Rain, Personal Taste) als Yoon Se Ri, Seo Ji Hye (Heart Surgeons, Shall We Eat Dinner Together?) als Seo Dan, Kim Jung Hyun (Time, School 2017) als Goo Seung Jun

Drehbuch: Park Ji Eun

Regie: Lee Jung Hyo

Südkorea

D-Day 디데이

D-Day ist eine südkoreanische Artserie aus dem Jahr 2015 mit insgesamt 20 Folgen a 60 Minuten.

Thema: Ärzte-Chaos nach einem starken Erdbeben in Seoul

©️jTBC

Worum geht es in D-Day?

Ohne Vorwarnung wird Seoul von einer schweren Erdbebenreihe getroffen. Die Schäden sind groß und machen das Überleben beinahe unmöglich. Bedingt durch fehlende Ressourcen schließt ein Krankenhaus nach dem anderen. Nur eine Privatklinik öffnet noch ihre Pforten und lässt die ärztliche Versorgung zu einem Spiel um Leben und Tod werden.

Teaser

Kurzrezension

Das Chaos und die Verwüstungen sind sehr glaubhaft dargestellt. Es ist spannend das Leben von Ärzten in so einer Extremsituation zu beobachten. Neben der eigentlichen Katastrophe bieten sich auch viele Intrigen und Widrigen in Bezug auf die Klinikpolitik. Trotz der reißerischen Aufhängers handelt es sich hierbei vor allem um eine Arztserie, die mit fantastischen Schauspielern überzeugt. Das Drehbuch ist an manchen Stellen wenig glaubwürdig, aber das tut der Unterhaltung keinen Abbruch.

Fazit

Die Serie weiß von Anfang bis Ende zu unterhalten und bietet viele schöne und spannende Momente. Die Einzelgeschichten machen Spaß und werden nicht durch irgendwelche romantischen Entwicklungen unglaubwürdig. 8/10

D-Day eignet sich besonders gut für Freunde origineller Arztserien wie auch Doctor Stranger und oder Doctor’s.

Interessierte können die Serie kostenlos auf Viki streamen.

Darsteller: Kim Young Kwang (Pinocchio, The Secret Life Of My Secretary) als Dr. Lee Hae Sung, Jung So Min (Playful Kiss, The Smile Has Left Your Eyes) als Dr. Jung Ddol Mi, Ha Seok Jin (Your House Helper, Radiant Officer) als Dr. Han Woo Jin, Lee Kyung Young (Vagabond, Haechi) als Dr. Park Geon

Drehbuch: Hwang Eun Kyung

Regie: Jang Yong Woo

China

Another Me 七月与安生

Another Me ist eine chinesische Dramaserie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 53 Folgen a 45 Minuten. Sie basiert auf dem gleichnamigen Film und Buch von Bai Yi Cong. In Deutschland ist die Serie auch unter dem Namen Mein zweites Ich bekannt.

Thema: Zwei beste Freundinnen verlieben sich in den gleichen Mann

©️Hunan TV

Ich habe diese Serien nur wegen meinen Lieblingen aus Meteor Garden, Shen Yue und Connor Leong, gesichtet. Normalerweise schrecken mich die Längen von chinesischen Serien gerne ab, doch für die beiden habe ich gerne eine Ausnahme ausgemacht.

Worum geht es in Another Me?

Während der Schulzeit freunden sich die lebenslustige An Sheng und die introvertierte Qi Yue an und werden schnell beste Freundinnen, die alles miteinander teilen. Als sich Qi Yue eines Tages in den Klassenbesten Su Jia Ming verliebt, bemüht sich An Sheng mit allen Mitteln um ihrer Freundin zu helfen. Dabei stößt die Freundschaft der Mädels an ihre Grenzen als sich auf einmal beide in den selben Mann verliebt sind.

Official Trailer

Lohnt sich die Serie?

Um es einmal vorweg zu nehmen: Ich kann diese Rezension nicht ohne Spoiler schreiben. Für jeden, der nicht vorgewarnt werden möchte: Bitte lies nur den nächsten Absatz!

Die Serie ist ordentlich und mit schönen Bildern inszeniert. Die Darsteller überzeugen in ihren Rollen und bringen einem das typisch chinesische Alltagsleben mit allen Problemen und Widrigkeiten glaubhaft näher. Dabei wird natürlich nicht auf die üblichen Klischees verzichtet. Wie erwartet, liefert Shen Yue in der Rolle der An Sheng eine überzeugende Leistung ab und wird schnell zum nicht ganz perfekten Hauptcharakter. Auch wenn Chen Du Ling in ihrer Verkörperung der Qi Yue durchaus glaubhaft rüberkommt, störte mich die Zeichnung ihrer Figur insgesamt.

SPOILER:

Obwohl das Drama mit seinen 53 Episoden nicht wenig Handlung erzählt, wirkt es nicht langatmig und unterhält sehr. Wer aufgrund der Beschreibung und des Titelbildes eine Komödie erwartet, wird bitter enttäuscht. Tatsächlich habe ich lange nicht mehr ein so ernsthaftes und wirklich dramatisches Serienformat gesehen. Dabei wird ordentlich die Strapazierfähigkeit der Zuschauer ausgetestet.

Mal angesehen von An Sheng und Qi Yues jüngerem Bruder Jiu Yue fanden sich für mich kaum sympathische Charaktere. Dabei hat auch An Sheng manchmal Phasen, die man nicht wirklich nachvollziehen kann.

An sich kann man das Drama kurz und knackig zusammenfassen. Wir erleben die Geschichte beider Freundinnen über einen größeren Zeitraum, die in dieser Zeit mehr als einmal zu Todfeinden mutieren. Dabei haben wir auf der einen Seite die verwöhnte Qi Yue, die ein wundervolles Leben führt und sich immer als Opfer darstellt, wenn etwas passiert. Obwohl sie ihrer Freundin An Sheng gleich zweimal ihre großen Lieben vor der Nase wegschnappt, stehen doch immer alle aus ihrem Umfeld hinter hier und unterstützen sie, weil sie sich gerne mal als das arme Mädchen aufführt. Das geschieht, obwohl sie mehr als einmal berechnend und selbstsüchtig agiert.

Dem gegenübergestellt haben wir An Sheng. Trotz ihres harten Lebens in Einsamkeit bemüht sie sich im Rahmen ihrer Fähigkeiten das Beste daraus zu machen. Dabei geht sie ihren Weg und wird stetig von ihrem Umfeld dafür kritisiert. Als wenn das noch nicht reichen würde, geschieht ihr in diesen 53 Episoden beinahe nur Schlechtes. Dabei muss sie mit sämtlichen Schicksalsschlägen ständig alleine fertig werden und wird zahlreiche Male ohne Empathie von ihren Vertrauenspersonen verstossen. Wenn ich auch nur in Gedanken aufzuzählen versuche, was An Sheng alles an Schlechtem in dieser Serie geschehen ist, wird mir beinahe schwindelig. Dennoch opfert sie sich immer wieder und wieder für ihre beste Freundin auf und nimmt dabei das Einbüßen ihres eigenen Glückes stetig in Kauf. Ab einem gewissen Grad konnte ich das nicht mehr nachvollziehen.

Tatsächlich mochte ich Qi Yues Charakter überhaupt nicht und war genervt von ihrem Verhalten. Wenn man bedenkt, dass sie ihrer besten Freundin immer alles bewusst weggenommen hat und diese ihr trotzdem immer wieder geholfen hat, wird sehr schnell klar, was die beiden für ein toxisches Verhältnis haben.

Während des Schauens bekommt man wirklich den Eindruck als hätte der Autor seine eigene Figur nicht gemocht. An Shengs Charakter verbringt ihre Jugend komplett alleine. Ihre Mutter ist ständig in einer anderen Stadt und ihr Vater ist ihr unbekannt. Zweimal verliebt sie sich und zweimal gehen die Männer an Qi Yue. Selbst ihrer Universitätslaufbahn setzt sie für diese aufs Spiel. Dafür kämpft sie sich durchs Leben und hat endlich Glück im Job. Was passiert? Qi Yue kommt und nimmt ihr die Karriere weg. Ihre Mutter stirbt. Ihr Vater ist der Erzfeind der Paten. Diese verstoßen sie immer wieder. Dann lernt sie endlich die wahre Liebe kennen und es wird ihr von Qi Yues Eltern verboten mit ihm Kontakt zu haben. Endlich ist die Hürde überwunden und man lässt den Charakter sterben. Dann hat sie nur noch ihre Bar, die natürlich gleich abbrennen muss. Muss ich mehr sagen? Jedes Mal denkt man sich: Das kann doch nicht wahr sein!

Qi Yues Familie wird am Anfang als äußerst herzlich und selbstlos eingeführt. Das zeigt sich vor allem daran wie sie An Sheng aufnehmen. Doch im Laufe des Dramas konnte ich nichts mehr mit den Eltern anfangen. Vor allem zum Ende hin hatte ich jegliche Sympathie verloren, da ich sie nur noch als heuchlerisch und egoistisch wahrgenommen habe. Insbesondere der Umgang mit An Sheng gab mir immer wieder den Rest. Ich konnte wahrlich nicht verstehen, warum ihnen An Sheng immer wieder vergeben hat. Die wären für mich abgeschrieben gewesen.

Der einzige sympathische und tolle Charakter ist der jüngere Bruder, der von Leon Leong verkörpert wird. Diese geht zwar am Anfang sehr stark unter, doch bekommt im letzten Drittel der Serie endlich eine tolle Handlung. Die Beziehung zwischen An Sheng und Jiu Yue ist wundervoll und entschädigt lange für die harten Phasen des Leidens. Umso unverständlicher ist für mich der Tod seines Charakters. Da fühlte ich mich wahrlich veräppelt.

Ähnliches gilt für die Dreiecksbeziehung zwischen Qi Yue, Jia Ming und Han Dong. Während die ersten beiden nicht einmal in der Zeit ihrer langjährigen Beziehung auch nur den Hauch einer Chemie hatten, war die Darstellung zwischen Qi Yue und Han Dong einfach nur unglaubhaft. Insbesondere da ihr Charakter über weite Flächen nur langweilig und profillos wirkte, war es mich nicht nachvollziehbar warum er seine Haltung für sie auf einmal ändern sollte. Da wäre es mir lieber gewesen, er hätte sie wirklich nur ausgenutzt.

Apropos lieber gewesen. Wenn schon einer aus der Familie Jin sterben muss, wäre es nur passender gewesen diese Ehre Qi Yue zukommen zu lassen, da sie die ganze Zeit nur Glück hatte und sich dennoch stetig in Selbstmitleid gebadet hat. Zudem hätte man An Sheng auch in den ersten 35 Episoden einfach einmal eine positive Sache erleben lassen können und sie nicht nur permanent von einer Tragödie in die Nächste spazieren lassen müssen. Unverständlich dieser Serienaufbau!

Fazit

Diese Serie hat mich im wahrsten Sinne des Wortes an meine Grenzen gebracht. Diese permanente Tragik und das lediglich einseitige Unglück waren für meinen Gerechtigkeitssinn nur schwer fassbar. Zudem konnte ich oftmals nicht das Handeln der Figuren auch nur ansatzweise nachvollziehen. Die Musik und die Inszenierung gestalten sich ordentlich. Dennoch war ich am Ende froh als ich mit der Serie endlich durch war. Insgesamt gebe ich solide 7/10 Punkte.

Another Me eignet sich wunderbar für Freunde ernsthafter Melodramen wie auch bei Just Between Lovers oder Love And Fortune.

Interessierte können die Serie kostenfrei auf Viki streamen.

Darsteller: Shen Yue (A Love So Beautiful, Meteor Garden) als An Sheng, Chen Du Ling (Invisible Life, Myth of Sword) als Qi Yue, Dylan Xiong (Love Is Always Online, Legend of Awakening) als Jia Ming, Zhou Ting Wei (And The Winner Is Love, Eighteen Springs) als Han Dong, Leon Leong (Run For Young, Meteor Garden) als Jiu Yue

Drehbuch: Bai Yi Cong

Regie: Cui Liang

Südkorea

Cheese In The Trap 치즈인더트랩

Cheese In The Trap ist eine südkoreanische Dramaserie aus dem Jahr 2016 mit insgesamt 16 Folgen a 60 Minuten. Sie basiert auf dem gleichnamigen Webtoon.

Thema: Eine junge Frau verliebt sich in ihren unnahbaren Erzfeind

Link zum Podcast ▶️

©️TvN

Obwohl das die erfolgreichste Serie mit meinem Lieblingsschauspieler Park Hae Jin ist, habe ich mich lange nicht getraut das Drama zu sichten. Das lag vor allem an den äußerst negativen Kommentaren von meinen gleichgesinnten KDrama-Freunden, die mir immer wieder davon abgeraten haben. Durch Kates Zuspruch bekam ich dann aber doch Lust auf die Serie und schaute sie einfach in einem Rutsch durch.

Worum geht es in Cheese In The Trap?

Eine strebsame Studentin kehrt an die Uni zurück und findet sich sogleich in einem Kleinkrieg mit dem beliebtesten Studenten wieder. Dieser scheint in ihren Augen berechnend und falsch zu sein, weswegen sie nach Leibeskräften bemüht ist ihn zu meiden.

Eines Tages beginnt jedoch eben dieser junge Mann ihr den Hof zu machen und sie versteht die Welt nicht mehr. Als wäre das nicht genug findet sie sich auch noch im Visier eines übergriffigen Stalkers wieder. Hängen diese beiden Begebenheiten zusammen oder ist es doch nur Zufall?

Official Teaser Collection

Lohnt sich die Serie?

Da wir die Serie ausführlich in unserem Podcast besprochen haben, werde ich mich heute kurz fassen. Die Serie bietet viele interessante Handlungsstränge, die mehr oder weniger alle miteinander verknüpft sind. Die Charaktere sind sehr vielseitig geschrieben und konstruiert.

Mit hat Hae Jin sehr gut gefallen, da ich es mag, wenn er unnahbare Figuren mimt. Jedoch fand ich die Tragik seiner Rolle zu oberflächlich behandelt. Insbesondere in der zweiten Hälfte der Sendung fällt seine Figur immer wieder unter das Radar, was ich zum einen sehr schade für die Entwicklung der Hauptrolle finde als auch als äußerst schlechtes Drehbuch schreiben empfinde. Auf Grund von Problemen hinter den Kulissen konzentrierte sich die Schreiberin am Ende immer stärker auf die zweite männliche Figur, weswegen viele weibliche Zuschauer ein Second Lead Syndrome entwickelt haben. Ich fand dessen Figur zwar auch unheimlich sympathisch, aber nur als einfachen Freund und nicht als eventuellen Partner.

Die weibliche Hauptrolle ist sehr loyal und klug angelegt. Das hat mir äußerst gut gefallen. Insbesondere die Tatsache, dass sie Probleme direkt angeht und nicht vor sich her schleppt wie man es gerne bei anderen Serien öfter sieht.

Die Figur der In Ha war super überdreht und egoistisch dargestellt. Die Schauspielerin hat wirklich tolle Arbeit geleistet. Aus diesem Grund mochte ich die Figur bis zum Ende nicht und war wirklich überrascht, dass sie noch extremer werden kann als am Anfang.

Obwohl sich die Serie unter dem Mantel einer Liebesgeschichte präsentiert, finden sich durch die Machtkämpfe und Stalker sehr viele Thriller- und Melodramelemente wieder. Durch nicht nachvollziehbare Entscheidungen der Schreiberin wird das Drama leider immer schwächer und das sehe ich nicht als Schuld der Darsteller. Aufgrund meiner Enttäuschung habe ich für mich entschieden ihre zukünftigen Projekte zu meiden. Das Ende ist wirklich die Krönung. Wer die Serie nicht sehen mag, aber jetzt neugierig geworden ist, der sollte unseren Podcast anhören. Dort erzählen wir auch noch einmal ausführlich viele Geschichten vom Dreh.

Fazit

Die Serie weiss wunderbar zu unterhalten und bietet eine erstklassig konstruierte Dynamik zwischen den Charakteren untereinander. Da die Serie so gut losgeht, ist das Ende umso enttäuschender. Das liegt vor allem daran, dass die Sendung gefühlt ihren roten Pfaden verliert. Deswegen gebe ich insgesamt 8/10 Punkte. Die Schauspieler sind einfach zu gut, um die Serie schlechter zu bewerten. Jedoch wäre wirklich mehr drin gewesen. Tatsächlich hat mir der Film von 2018 besser gefallen.

Cheese In The Trap ist perfekt für Freunde dramatischer zwischenmenschlicher Beziehungen mit einer Prise Humor wie auch bei Romance Is A Bonus Book und Le Coup de Foudre.

Interessierte können die Serie auf Viki und Netflix streamen.

Darsteller: Kim Go Eun (The King: The Eternal Monarch, Goblin) als Hong Seol, Park Hae Jin (Secret, Man to Man) als Yoo Jung, Seo Kang Joon (Something About Us, If The Weather Is Nice, I Will Come Find You) als Baek In Ho, Lee Sung Kyung (About Time, Weightlifting Fairy Kim Bok Joo) als Baek In Ha

Drehbuch: Kim Nam Hee

Regie: Lee Yoon Jung

Südkorea

I’m Not A Robot 로봇이 아니야

I‘m Not A Robot ist eine südkoreanische Dramaserie aus dem Jahr 2017 mit insgesamt 32 Folgen a 30 Minuten.

Thema: Junger Chaebol bekommt einen Robot als Ausgleich zu seiner Menschenallergie

©️MBC

Nach der herben Enttäuschung durch My Absolute Boyfriend war ich davon überzeugt, dass Serien über Roboter nichts für mich sind. Um meine Meinung zu ändern, wurde ich von einigen Mädels dazu überredet I‘m Not A Robot zu sichten.

Worum geht es in I‘m Not A Robot?

Kim Min Kyu ist ein gut aussehender und erfolgreicher Firmenerbe, der durch seinen Ehrgeiz viel erreicht hat. Durch tragische Erlebnisse in seiner Kindheit hat er jedoch eine Menschenallergie entwickelt. Jegliche Berührung kann tödlich für ihn sein. Um der Einsamkeit zu entkommen, lässt er sich auf das Angebot ein einen menschlich aussehenden Roboter bei sich aufzunehmen. Was er jedoch nicht weiß ist, dass durch einen kurzfristigen Defekt nicht die Maschine am vereinbarten Termin vor ihm steht, sondern dessen menschliche Vorlage. Damit nehmen die Probleme ihren Lauf.

Teaser

Lohnt sich die Serie?

Obwohl ich in der Regel wenig mit Serien über Roboter wenig anfangen kann, hat mir die Serie durchaus sehr gut gefallen. Das liegt einfach daran, dass – mal abgesehen von dem männlichen Hauptcharakter – die Geschichte um die Maschine wenig präsent ist. Diesen interessanten Kniff fand ich durchaus originell und witzig.

Die Beziehung der beiden Hauptfiguren bietet viele schöne und zugleich tragische Momente. Zwar funktionieren die beiden zusammen sehr gut und haben einige legendäre Szenen wie beispielsweise das erste Date oder die aufkeimenden Gefühle in ihrer unorthodoxen Situation. Andererseits fürchtet man auch stetig um den männlichen Lead. Auch wenn er am Anfang sehr unsympathisch ist, wird sehr schnell seine tragische Geschichte deutlich. Diese ist wirklich unglaublich hart und wahrscheinlich garnicht mehr so weit hergeholt. Das Chaebol-System in Südkorea ist wirklich interessant und bietet immer wieder einige knallharte Personen und Geschäftsmänner. Auch wenn ich nicht weiß, wie es im wirklichen Leben ausschaut, kann ich mir immer gut vorstellen, dass es genau so ist. Dabei fand ich es wenig glaubhaft, dass der Staat ihn von Kind auf an ohne Bezugsperson aufwachsen ließ.

Die Idee mit der Menschenallergie aufgrund von einschlägigem Verrat war sehr originell und bot einiges. Dabei waren zum einen die Effekte sehr überzeugend dargestellt und zum anderen die Beziehung zu seinem ehemals besten Freund interessant gezeichnet. Zwar bot letztere wenig Überraschungen, doch dennoch gefiel mir die Interaktion der beiden Schauspieler sehr gut.

Die große Liebe des männlichen Hauptdarstellers war wirklich nicht mein Fall. Doch durch ihre Darstellung kann man auch davon ausgehen, dass es auch so sein sollte. Wenn man einmal davon absieht, wie unnötig dramatisch seine Gefühle für sie sind, wirkt sie doch zu oberflächlich für meinen Geschmack bis zum Ende. Insbesondere das erste Aufeinandertreffen machte sie mir wenig sympathisch. Doch das fulminante Ende ließ mich unseren „Roboter“ wirklich lieben.

Das ist genau der Punkt. Egal, wie irrational unsere Hauptdarstellerin handelt, bleibt sie dabei doch immer äußerst sympathisch und ungemein niedlich. Ihr trockener Humor und ihre dezenten Gesten überzeugen auf ganzer Linie und lassen einen die Geschichte richtig geniessen.

Die tragische Wende am Ende spricht viele Elemente an, die man sich als Zuschauer selber vorher gefragt hat. Vor allem die Naivität des Millionärs wird noch einmal aufgegriffen. Das sorgt für starke emotionale Achterbahnfahrten und ein wahres Hin und Her an Sympathien. Vor allem in Bezug auf seine neu gefundenen Freundschaften.

Fazit

Die Darstellung und Inszenierung der Serie ist äußerst hochwertig und glaubhaft. Die Musik begeistert und das Drehbuch bleibt wirklich über weite Teile sehr stark. Die Schauspieler machen ihre Arbeit sehr gut und machen das Sichten zu einem sehr kurzweiligen Vergnügen. Deswegen gebe ich insgesamt 8/10 Punkte und kann die Serie nur weiterempfehlen.

I’m Not A Robot ist eine romantische Dramaserie mit vielen Höhen und Tiefen wie auch bei Perfect Crime oder The Secret Life Of My Secretary.

Interessierte können die Serie kostenlos auf Viki sichten.

Darsteller: Yoo Seung Ho (Memorist, My Strange Hero) als Kim Min Kyu, Chae Soo Bin (Half of a Half, Where Stars Land) als Jo Ji Ah/Aji-3, Uhm Ki Joon (Defendant, Heart Surgeons) als Hong Baek Gyun, Kang Ki Young (Moments of 18, What‘s Wrong With Secretary Kim?) als Hwang Yoo Cheol

Drehbuch: Kim Sun Mi

Regie: Jung Dae Yoon

Südkorea

Fight For My Way 쌈, 마이웨이

Fight For My Way ist eine südkoreanische Dramaserie aus dem Jahr 2017 mit insgesamt 16 Folgen a 60 Minuten.

Thema: Vier 30jährige Freunde versuchen ihre Jugendträume zu verwirklichen

©️KBS 2TV

Dank Park Seo Joon wurde mir die Serie bereits öfter ans Herz gelegt. Jedoch hatte ich anfänglich einige Vorbehalte und traute mich nicht so sehr daran. Dank Netflix steter Empfehlung gab ich schließlich nach und ließ mich überraschen.

Worum geht es in Fight For My Way?

Ok Dong Man und Choi Ae Ra sind seit Kindertagen enge Freunde und immer füreinander da. Seit ihrer Jugend haben beide ihren jeweils ganz eigenen Traum. Kurz vor ihrem 30. Lebensjahr müssen sie jedoch feststellen, dass beide bei dem Erreichen ihrer Ziele gescheitert sind. Nach einigen Tiefs kämpfen beide wieder an der Erfüllung.

Teaser

Lohnt sich die Serie?

Ich weiss nicht was ich mir vorgestellt hatte, aber die Serie war ganz anders als ich es erwartet hatte. Auf dem Weg zur Erfüllung der eigenen Träume gestaltet sich die Serie manchmal ein wenig holprig. Zwar sind alle Figuren äußerst liebenswert, doch manchmal ergeben sich wirklich unglaubwürdige Momente, die so weit hergeholt sind, dass sie selbst für ein Drama viel Fantasie erfordern.

Der Kampf der vier Freunde ist unterhaltsam und bieten ebenso wie das Leben viele Höhen und Tiefen. So unangebracht es auch klingen mag, ist es doch schön zu sehen, dass auch in einer Serie nicht immer als glatt läuft. Dabei sind die Ausgangssituationen wirklich unterschiedlich.

Unsere weibliche Hauptfigur ist sehr stark und teilweise wirklich naiv. Diese Kombination passt nicht immer. Ihr Traum mit einem Mikro zu arbeiten, ist wirklich ungewöhnlich. Insbesondere der Fakt, dass sie sich wenig darum kümmert in welcher Situation es ist. Im Gegensatz dazu ist die Rolle von Park Seo Joon deutlich transparenter. Seine Geschichte bietet zwar auch einen tragischen Rückblick, doch gerade dieser macht das Handeln seiner Figur durchaus nachvollziehbar. Die gebotenen Kampfszenen überzeugen und bieten einen wahren Augenschmaus. Insbesondere wenn man ein Fan von Kampfsportarten im Allgemeinen ist. Die Dynamik der beiden ist wirklich süß und bietet einige Lacher. Dabei fand hatte ich jedoch an einigen Stellen meine Probleme den Sprung zu schaffen. Die Veränderung der Beziehung von Kindertagen über Schulzeit bis ins Erwachsenenalter wirkte meiner Ansicht nach nicht immer nachvollziehbar. Ich konnte mir nicht erklären, warum sie in den Darstellungen aus der Schulzeit so fremd erscheinen. Das passte für mich nicht. Ein ähnliches Problem hatte ich mit der Verliebtheit der weiblichen Hauptfigur. Einerseits wirkte sie immer souverän und auf der anderen Seite wurde ihr ab der zweiten Hälfte eine jahrelange einseitige Liebe zugeschrieben. Auch das passte für mich nicht so gut wie man es in anderen Serien geliefert bekommt.

Das befreundete Pärchen hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Während ich sie immer süß und überzeugend empfand, blieb er für mich lange intransparent und schwer zu deuten. Insbesondere die „Liebesgeschichte“ um seine verliebte Kollegin wurde mir streckenweise Zuviel und das sorgte immer wieder dafür, dass ich mit seiner Freundin Mitleid hatte. Das Mitleid streckte sich auf alle Ebenen aus. Arbeit, Freunde, Kollegen und vor allem seine Familie.

Die Inszenierung der Serie ist sehr schön und bietet auch einen gelungenen Soundtrack. Dabei kommt der Humor nicht zu kurz und ähnliches gilt am Ende für die Tragik. Obwohl die Serie durchaus zu unterhalten weiß, wirken manche Elemente aus dem Drehbuch zu sehr gekünstelt. Ich kann nicht sagen, ob es an meiner Stimmung lag oder die Serie wirklich so stockend manchmal ist. In jedem Fall hatte ich das größte Problem mit der Figur der neuen Vermieterin. Zwar war sie sympathisch, doch ihr Handeln war mir irgendwann zu perfekt.

Fazit

Wer eine nette Serie über das Erfüllen von Träumen sehen möchte, ist mit dieser Produktion sehr gut beraten. Der Mix aus Liebe, Freundschaft und Misserfolgen ist gelungen und bietet einiges an Dramatik. Auch wenn die Geschichte an einigen Stellen mit interessanten Ideen aufwartet, bliebt sie dennoch für mich weit hinter What’s Wrong With Secretary Kim? zurück. Deswegen gebe ich ihr insgesamt 7,5/10 Punkte.

Fight For My Way ist eine abwechslungsreiche Dramaserie mit vielen unterhaltsamen Elementen wie auch Just Between Lovers und Baby.

Interessierte können die Serie auf Netflix oder Viki streamen.

Darsteller: Park Seo Joon (She Was Pretty, Hwarang) als Ko Dong Man, Kim Ji Won (Arthdal Chonicles, Descendants of the Sun) als Choi Ae Ra, Ahn Jae Hong (Be Melodramatic, The Legend of The Blue Sea) als Kim Joo Man, Song Ha Yoon (Devilish Joy, Touching You) als Baek Seol Hee

Drehbuch: Im Sang Choon

Regie: Lee Na Jung, Kim Dong Hwi

Südkorea

Doctor Stranger 닥터 이방인

Doctor Stranger ist eine südkoreanische Dramaserie aus dem Jahr 2014 mit insgesamt 20 Folgen a 60 Minuten.

Thema: Junger Arzt kann aus Nordkorea fliehen und beginnt an einer Seouler Uniklinik als Herzchirurg, um seine große Liebe zu finden

©️SBS

Obwohl das Cast meine Lieblingsschauspieler vereint, habe ich lange gezögert diese Serie zu sichten. Das liegt einfach daran, dass mir so oft von ihr angeraten worden ist. Jetzt, wo ich sie gesehen habe, kann ich nur sagen, dass das unbegründet ist. Das Drama ist wirklich sehenswert.

Worum geht es in Doctor Stranger?

Park Hoon ist ein talentierter Herzchirurg, dem die Flucht aus Nordkorea gelingt. Als Kind wurden er und sein Vater dort gewaltsam festgehalten, um Experimente an Menschen zu machen. Dabei machte die Regierung auch vor seiner großen Liebe nicht halt.

Um das Geld zusammen zubekommen, um sie nach Südkorea zu schmuggeln, fängt er an der Uniklinik an und findet sich schnell in einem politischen Machtspiel wieder.

Teaser

Lohnt sich die Serie?

Tatsächlich wartet die Serie mit einem erstmal überraschend bizarren Plot auf. Die Beschreibung der nordkoreanischen Regierung fällt dabei nicht sehr positiv aus, da vor allem die aktuell noch existierenden Konzentrationslager einen starken Fokus einnehmen und damit verbunden die Experimente an Menschen. Darauf muss man sich einlassen können, da einige Fakten davon leider nicht weit hergeholt sind.

Die Geschichte um den Hauptcharakter Park Hoon ist äußerst spannend und sehenswert. Obwohl er selber ein äußerst tragisches Schicksal hat, begegnet er der Welt sehr positiv und versucht für seine Sünden durch gute Taten zu büßen. Dabei besinnt er sich immer daran, dass er zu allererst ein Doktor ist, dessen Funktion es ist Menschen zu heilen.

Gefangen in dem politisch gesteuerten Krankenhausgefüge trifft er dabei immer wieder an seine Grenzen und muss sich entscheiden, was richtig ist und wie er seine Ziele erreichen kann. Das ganze wird nicht leichter als er eine junge Ärztin kennengelernt, die seiner großen Liebe bis aufs letzte Haar gleicht.

Sein Konkurrent in der Serie ist der Chefarzt Han Jae Joon. Mit ihm muss er nicht nur um die Operation am Vizepräsidenten kämpfen, sondern findet sich auch schnell in einem Liebesdreieck um dessen Verlobte wieder. Jae Joon hat ebenfalls eine tragische Geschichte vorzuweisen, die seine ganze Handlungen antreibt. Sein Handeln ist spannend und hält genauso wie der Plot um den Hauptcharakter.

Neben den beiden Herren finden sich auch die dazugehörigen weiblichen Charaktere wieder. Während Dr. Han streckenweise sehr kühl und berechnend erscheint, ist sie doch sehr durchschaubar und forcierte schnell zu einem meiner Lieblingscharaktere. Auch wenn sie ihre Agenda stellenweise zu vertuschen sucht, ist immer wieder klar, warum sie es tut. Zumindest wenn man genau hinschaut. Ich verstehe den Hass für ihre Figur nicht, da sie tatsächlich die Vielschichtigste der ganzen Serie ist.

Weiterhin haben wir noch Dr. Oh, die in ihrem Liebeschaos und Familiendrama trotz ihrer nervigen Handlungen immer sympathisch bleibt. Auch wenn mir ihr Verhalten zeitweise sehr aufgestoßen ist, konnte ich mich dennoch in sie herein versetzen und sie verstehen.

Die Geschichte um die vier Hauptcharaktere unterhält wunderbar und bietet viel Tragik und Spannung. Die Inszenierung der Operationen allein war immer wieder zum Luft anhalten. Obwohl ich nie ein wirklicher Freund von Arztserien war, hat mich diese Serie so sehr überzeugt, dass ich in Zukunft noch mehr aus dem Genre sichten werden. Deswegen steht als Nächstes D-Day auf meiner Schauliste, dass einen komplett anderen Grund legt.

Fazit

Insgesamt betrachtet hat mich die Serie wunderbar unterhalten. Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet und dargestellt. Zudem ist die Geschichte spannend und der Antagonist von der ersten Minute einfach nur widerwärtig. Die Inszenierung und die Musik leisten ihren Beitrag, um aus der Serie ein unterhaltsames Vergnügen zu machen. Natürlich hat das Drama einige Schwächen und stellt vor allem in Bezug auf Nordkorea viele interessante Theorien auf. Jedoch sind einige Andeutungen leider nicht so weit hergeholt wie einige Zuschauer es gewertet haben. Insgesamt gebe ich der Serie deswegen 9/10 Punkte.

Doctor Stranger eignet sich wunderbar für Freunde von politischen Intrigen wie auch bei Designated Survivor: 60 Days und Vagabond.

Interessierte können die Serie kostenfrei auf Viki streamen oder YouTube sichten.

Darsteller: Lee Jong Suk (W: Two Worlds, While You Were Sleeping) als Park Hoon, Jin Se Yeon (Inspiring Generation, Item) als Song Jae Hee/Han Seung Hee, Kang So Ra (Revolutionary Love, Incomplete Life) als Oh Soo Hyun, Park Hae Jin (Man to Man, Bad Guys) als Han Jae Joon

Drehbuch: Park Jin Woo

Regie: Hong Jong Chan, Jin Hyeok

Japan

My Husband Won’t Fit 夫のちんぽが入らない/

My Husband Won‘t Fit ist eine japanische Dramaserie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 10 Folgen a 60 Minuten.

Thema: Eine Ehekrise ergibt sich aus der Unfähigkeit miteinander zu schlafen

©️ Fuji TV

Obwohl mich die Serie am Anfang nicht angesprochen hat, überzeugte mich die permanente Werbung von Netflix dann doch. Für jeden Leser sei gesagt, dass es heute einige wenige Spoiler gibt.

Worum geht es in My Husband Won‘t Fit?

Kumiko ist eine junge Studienanfängerin, die zum Studium vom Dorf in die Großstadt zieht. Kaum angekommen, lernt sie ihren lebenslustigen Mitbewohner Kenichi kennen. Beide verstehen sich auf Anhieb und beginnen eine glückliche Beziehung. Trotz des Problems, dass sie nicht miteinander schlafen können, heiraten sie. Da sie ihre sexuellen Probleme nicht gelöst bekommen, geraten sie nach und nach in eine Ehekrise.

Offizieller Trailer

Lohnt sich die Serie?

Die Serie bedient sich dem klassischen japanischen Stil. Nüchtern und schonungslos ehrlich wird die ganze Situation betrachtet. Dabei erscheinen die beiden Hauptcharaktere von Beginn an ungemein sympathisch und harmonisch. Ihr lockerer Umgang überzeugt und schildert ihre Beziehung glaubhaft.

Das Drama fokussiert sich mehr auf die Figuren als auf die Kulissen. Man erlebt zum Großteil die weibliche Sicht der Dinge. Auch wenn ihr Handeln an einigen Stelle menschlich erscheint, erbittet man sich oftmals eine stärkere Kommunikation mit ihrem Ehemann. Wenn man sich jedoch mit der japanischen Gesellschaft auseinandersetzt, stellt man schnell fest, dass es untypisch ist Probleme direkt zu besprechen. Lieber werden diese mit einem selbst ausgemacht oder über zehn Ecken angesprochen. Dieses Problem zeigt die Serie wunderbar auf.

Ein weiterer Punkt ist ihre undankbare Arbeit als Lehrerin. Im Laufe der Serie empfand ich es als schade, dass sie sich von ihrem Beruf abwendet. Immerhin hatte sie eine wirklich schlimme Klasse, die kaum einer bewältigt bekommen hätte.

Kenichi wirkt in vielen Momenten wie der absolute Traummann. Das einzige Problem ist sein Umgang mit den sexuellen Problemen in der Ehe. Auch er meidet das Gespräch und sucht sich Alternativen. Das ist äußerst tragisch mit anzusehen und wirkt beinahe lächerlich, wenn er sie verlässt, weil sie auf ähnliche Gedanken gekommen ist.

Die Darstellung des Ganzen ist aber durchaus gelungen und sehenswert. Beim Lesen des Inhaltes wirkt die Serie erst komisch, doch mutet sie durchgängig ernst an und setzt sich mit einem ernsthaften Problem auseinander. Die Musik ist wunderbar eingesetzt, um die Stimmung noch weiter zu verstärken. Übrigens waren die Nebencharaktere der Serie wenig interessant für mich.

Fazit

Insgesamt betrachtet gestaltet sich die Serie als äußerst kurzweilig und sehenswert. Das Thema ist originell und die Erzählung dessen weiß zu überzeugen. Die Darsteller machen ihre Arbeit gut und vermitteln eine starke bestehende Chemie. Deswegen gebe ich insgesamt 7/10 Punkte.

My Husband Won‘t Fit eignet sich wunderbar für Freunde gesellschaftskritischer Dramen wie auch Love and Fortune und Love Affairs in the Afternoon.

Interessierte können die Serie auf Netflix streamen.

Darsteller: Nakamura Aoi (Diary, Bookshelf Restaurant) als Kenichi, Ishibashi Natsumi (Voice 110 Emergency Control Room, Tourist) als Kumiko

Südkorea

Extraordinary You 어쩌다 발견한 하루

Extraordinary You ist eine südkoreanische Fantasy-Serie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 32 Folgen a 30 Minuten. Sie basiert auf dem Webtoon July Found By Chance.

Thema: Mädchen realisiert, dass sie ein Nebencharakter in einem Manwha ist

©️MBC

Obwohl ich den Webtoon vorher nicht gelesen habe, sprach mich die Serie gleich an. Nach der erfolgreichen Sichtung von W: Two Worlds versprach ich mir viel. Da ich jedoch auch die chinesische Serie Unexpected gesehen hatte, die sich einem ähnlichen Thema widmet und weniger erfolgreich dabei war, schraubte ich meine Erwartungen ein wenig herunter.

Worum geht es in Extraordinary You?

Eun Dan Oh ist ein junges lebensfrohes Mädchen, dass mit einer schweren Herzkrankheit zu kämpfen hat. Dennoch bemüht sie sich positiv durchs Leben zu gehen und jeden Moment zu genießen. Nach einigen merkwürdigen Vorkommnissen stellt sie fest, dass sie nicht in der realen Welt lebt, sondern eine Figur in einem Manwha ist. Die anfängliche Freude darüber verfliegt recht schnell als sie feststellen muss, dass sie nicht die Hauptfigur ist.

Official Teaser

Lohnt sich die Serie?

Wer denkt, dass KDramas mit Pop-Idolen in den Hauptrollen zu den schwächeren Serien gehören, sollte unbedingt Extraordinary You schauen und sich eines Besseren belehren lassen.

Die Geschichte macht vom ersten Moment an süchtig und ist dabei so liebevoll erzählt, dass man garnicht anders kann als dieses Drama zu lieben. Die Entdeckungsreise der quirligen, aber ungemein liebenswerten Dan Oh, macht unheimlich viel Freude und geht ans Herz. Die Schauspielerin fließt ihrer Rolle soviel Sonnenschein und Gefühl ein, dass man sich schnell mit ihr identifizieren kann.

Zudem bietet der langsame Beziehungsaufbau zur Nummer 13 ungeahnt komische und wundervoll inszenierte Momente. Allein die farbenfrohen Kulissen und perfekt ausgewählte Drehorte machen die Serie zu einem wahren Vergnügen für die visuellen Wünsche.

Hinzu kommt der perfekte Soundtrack, der die epischen Momente einzigartig unterstreicht und die Erlebnisse der Charaktere teilweise sogar richtig gehend legendär werden lässt.

Sämtliche eingeführte Figuren sind sehenswert und vor allem liebenswert dargestellt. Ihre Geschichten weisen ungeahnte tragische Tiefen auf und lassen einen immer wieder mitfiebern.

Der Höhepunkt der Serie ist das Verschmelzen der Manwhas und die Öffnung einer dritten Sphäre. Die Vermischung von dem Jetzt und der Dynastie bringt viel Tiefe und Unterhaltung mit sich.

Obwohl ich im Allgemeinen ein Freund von der Dramatik um Dreiecksbeziehugen bin, war mir das in dieser Serie am Ende doch Zuviel. Baek Kyung gibt der Serie zwar immer wieder neuen Schwung, doch tritt er am Ende mehr auf der Stelle. Lieber mochte ich die aufkeimende intensive Beziehung von Dan Oh und Ha Ru. Diese bot wunderschöne Momente und zeigte ihre Perfektion in jedem Detail.

Schade fand ich, dass der anfängliche epische Schwung nicht durchgängig aufrecht erhalten werden konnte. Tatsächlich boten sich zum Ende hin viele Wiederholungen und unnötige dramatische Momente, weswegen ich das Drama nicht mit der vollen Punktzahl bewerten kann.

Fazit

Extraordinary You ist eines der besten Serienprodukte aus dem Jahr 2019 und unbedingt sehenswert. Allein die Kinematographie und die Musik machen das Drama einmalig. Hinzu kommt die einzigartige Handlung mit vielen schönen Ideen und Inszenierungen. Deswegen kann ich die Serie nur weiterempfehlen und gebe 8,5/10 Punkte.

Extraordinary You eignet sich wunderbar für Träumer und Freunde abwechslungsreicher Serien wie auch W: Two Worlds und Faith.

Interessierte können die Serie kostenlos auf Viki streamen.

Darsteller: Kim Hye Yoon (SKY Castle, Supernatural) als Eun Dan Oh, Ro Woon (Where Stars Land, Click Your Heart) als Nummer 13/Ha Ru, Lee Jae Wook (Search: WWW, If The Weather Is Nice, I Will Come Find You) als Baek Kyung, Lee Na Eun (Hip Hop King: Nassna Street, A-Teen) als Yeo Joo Da, Jung Gun Joo (Oh My Baby, WHY) als Lee Do Hwa, Kim Young Dae (To My Beautiful Woo Ri, Office Watch 3) als Oh Nam Joo, Lee Tae Ri (Search. WWW, Teleport Love) als Jin Mi Chae/Dried Squid Fairy

Drehbuch: In Ji Hye, Song Ha Young

Regie: Kim Sang Hyub

Südkorea

Personal Taste 개인의 취향

Personal Taste ist eine südkoreanische Dramaserie aus dem Jahr 2010 mit insgesamt 16 Folgen a 60 Minuten.

Thema: Junger Architekt gibt sich als homosexuell aus, um im Wunschhaus in einer WG wohnen zu können

©️MBC

Ich bin auf diese Serie nur durch Lee Min Ho gekommen. Mit ihm habe ich bereits einige Dramen gesichtet und genossen. Deswegen wurde es Zeit auch einmal einen Blick auf seine älteren Werke zu werfen.

Worum geht es in Personal Taste?

Jeon Jin Ho ist ein junger aufstrebender Architekt, der stetig von seinen Erzfeinden ausgebremst wird. Da seine Firma dadurch allmählich in die roten Zahlen gerät, bemüht er sich einen Großauftrag zu ergattern. Durch Zufall erfährt er, dass der Chef der Auswahlkommission ein begeisterter Anhänger eines bestimmten Hauses ist, indem nur die Tochter des Schöpfers wohnt und die keine Fremden hereinlässt. Um die Chance zu erhalten dort Leben zu können, lässt er sie im Glauben, dass er homosexuell ist. Das bringt jedoch einige Schwierigkeiten mit sich.

Fan Made Trailer

Lohnt sich die Serie?

Der Stil der Serie ist typisch für die 2000er Dramen und bietet viele Ohrwürmer und auffällige Mode. Obwohl Lee Min Ho hier einen deutlich besseren Stil hat als in Boys Over Flowers erinnert die Serie an manchen Stellen doch an das vorangegangene Erfolgsdrama.

Die Charaktere sind liebenswert inszeniert und bieten einige Lacher und viel Herz. Son Ye Jin überzeugt als überdrehte, aber gutherzige Architektentochter. Obwohl sie dabei stets liebenswert erscheint, neigte ihr Spiel manchmal zu sehr am „Zuviel“ oder insbesondere bei ihrer Mimik zu „zu wenig“. Das hat mir manchmal Probleme bereitet und unnötige Längen geschaffen.

Lee Min Ho spielt genauso elegant und sehenswert wie immer. Aufgrund der Geschichte habe ich ein lustigeres Spiel von ihm erwartet, dass mit Stereotypen spielt. Das lag jedoch garnicht vor.

Obwohl die Geschichte der Beiden sehr sehenswert war und einige schöne Momente geboten hat, war die Chemie selbst nur durchschnittlich.

Die Nebencharaktere sind unterschiedlich interessant gestaltet. Die beiden „bösen“ Ex sind unterhaltsam, aber manchmal nervig. Die Geschichte um die besten Freunde der beiden ist witzig und bietet den besten Humor. Die „Verlobte“ von Min Ho war meiner Ansicht nach unnötig und nervte vom ersten Moment an.

Die Musik ist typisch für die Zeit und bietet einige Ohrwürmer. Mein Geschmack war sie allerdings nicht.

Fazit

Die Serie weiß wunderbar zu unterhalten und bietet zwei sehr gute Hauptdarsteller. Lee Min Ho spielt mit seiner gewohnten Art und überzeugt auf ganzer Linie. Für Fans ein Muss! Die Geschichte selbst weist manchmal einige unnötige Füller auf und verquere Entscheidungen. Da mich die Serie jedoch gut unterhalten hat, gebe ich insgesamt 7,5/10 Punkte.

Personal Taste eignet sich gut für Freunde „älterer“ Dramen wie auch Boys Over Flowers oder Dream High.

Interessierte können die Serie kostenlos auf Viki streamen.

Darsteller: Lee Min Ho (City Hunter, The Legend of the Blue Sea) als Jeon Jin Ho, Son Ye Jin (Something in the Rain, Crash Landing On You) als Park Gae In, Kim Ji Suk (When the Camellia Blooms, Top Star Yoo Baek) als Han Chang Ryul, Wang Ji Hye (Love is Drop by Drop, Birth of a Beauty) als Kim In Hee

Regie: Song Hyung Suk, Noh Jong Chan

Italien

Baby

Baby ist eine italienische Dramaserie aus dem Jahr 2018 mit bisher 12 Folgen a 45 Minuten in zwei Staffeln.

Thema: Zwei Schulfreundinnen rutschen in Kinderprostitution ab

©️Netflix

Tatsächlich bin ich eher durch Zufall auf diese Serie aufmerksam geworden. Zwar habe ich das Layout in meinen Empfehlungen immer mal wieder gesehen, doch nicht beachtet. Als ich Lust auf eine italienische Serie hatte, wurde die Sendung auf einmal interessant für mich.

Worum geht es in Baby?

Chaira gehört an einer privaten Schule zum Kreis der beliebtesten Schüler. Auf den ersten Blick scheint sie wirklich alles zu haben, wonach andere sich sehnen. Jedoch erkennt man bei einem Blick hinter ihre Fassade, dass der Preis der Beliebtheit das Verstecken ihres wahren Charakters ist.

Eines Tages kommt sie dem unbeliebtesten Mädchen der Schule, Ludovica, nahe und erkennt, dass sie bei allein sie selbst sein kann. Während beide ihre heimliche neue Freundschaft genießen und mit einem reichhaltigen Partyexzess nach dem anderen feiern, bemerken sie nicht wie sie langsam in die Kinderprostitution hereingezogen werden.

Offizieller Trailer

Lohnt sich die Serie?

Die Serie ist vernünftig und unterhaltsam inszeniert. Die ganze Erzählung bewegt sich in einem ruhigen und dramatischen Stil. Überall werden immer wieder neue Probleme und Sorgen aufgedeckt, die den Figuren eine gelungene Tiefe verleihen.

Die drei Hauptfiguren überzeugen unterschiedlich erfolgreich. Während ich die Geschichte und Darstellung um Chiara und Ludovica sehr gelungen fand, hatte ich ansatzweise Probleme mit der Rolle von Damiana. Zwar wird ihm auch immer wieder eine tragische Hintergrundgeschichte gegeben, um seine Handlungen zu erklären; doch diese reichen mir für sein Verhalten nicht aus.

Der Stil einer italienischen Serie war sehr interessant zu betrachten. Natürlich haben wir den klassischen europäischen Stil mit einem Hauch von Melancholie dabei, der sich immer wieder gerne in Jugendproduktionen findet. Doch da alle beinahe alle aus einem reichen Elternhaus kommen, kann man keinen wirklichen Gesellschaftsstil direkt ausmachen. Alle leben in ihrer eigenen Blase und versuchen stetig aus ihr auszubrechen,

Interessant fand ich die Geschichte um die Kinderprostitution und ihren Weg dahin. Natürlich wählt die Serie die klassische Geschichte und geht keine neuen Wege. Jedoch wirken die Handlungen der Hauptfiguren trotz dümmlichen Verhaltens auch oft reflektiert und hinterfragend.

Fazit

Insgesamt betrachtet, hat mich die Serie recht gut unterhalten und neugierig auf die zweite Staffel gemacht. Auch wenn ich vermute, dass in dieser große Überraschungen ausbleiben werden, werde ich sie durchaus sichten. Die Darsteller überzeugen zum Großteil und verleihen ihren Charakteren eine angenehme Tiefe. Deswegen gebe ich Gesamten 7/10 Punkte.

Baby eignet sich wunderbar für Freunde von ernsten Jugendserien wie auch Elite oder Skins UK.

Interessierte können die Serie auf Netflix streamen.

Darsteller: Bernedetta Porcaroli als Chiara, Alice Pagani als Ludovica, Riccardo Mandolini als Damiano Younes, Chabeli Sastre als Camilla, Brando Pacitto als Fabio

Brasilien

Sintonia

Sintonia ist eine brasilianische Dramaserie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 6 Folgen a 45 Minuten.

Thema: Das Leben von drei Freunden in einer Farvela

©️ Netflix

Da ich mal wieder Lust hatte Portugiesisch zu hören, suchte ich eine Serie aus dem Bereich. Zudem wollte ich auch allmählich den Sprung von Asien nach Südamerika machen. Da ich noch immer ein Faible für Coming of Age-Serien habe, bot sich diese Serie sofort an. Trotz der ernüchternden Kritiken, die ich vorher gelesen habe, hat mich die Serie gut unterhalten.

Worum geht es in Sintonia?

Die Geschichte dreht sich um die drei Kindheitsfreunde Nando, Doni und Rita, die gemeinsam in der Farvela von Sintonia leben. Obwohl sie enge Freunde sind, treibt der Alltag sie oftmals auseinander. Nando ist bereits verheiratet und Vater. Dennoch verdient er seinen Lebensunterhalt als kleines Licht in der brasilianischen Mafia und gerät dadurch nicht selten in Gefahr. Doni kommt aus einem gut behüteten Elternhaus und träumt von einer Karriere als MC. Dafür ist er bereit alles zu tun. Rita ist bestreitet ohne Eltern ihren Alltag. Nachdem einiges in ihrem Leben schief geht, findet sie Kraft in der Kirche.

Offizieller Trailer

Lohnt sich die Serie?

Es war interessant auch einmal eine Serie aus Brasilien zu erleben. Meiner bester Freund ist dort aufgewachsen und hat mir so einige Geschichten aus seiner Jugend erzählt. Ironischerweise sind so einige Situationen, die er geschildert hat, auch in dieser Serie verarbeitet worden. Das ließ mich die ganze Produktion deutlich ernster nehmen.

Auch wenn die Serie kein absolutes Must See ist, hat sie durchaus ihren Charme. Das Leben in der Farvela ist sehr gut dargestellt und gibt einen wunderbaren Einblick in die nicht so perfekten Lebensumstände.

Mit den drei Hauptcharakteren haben wir gleichzeitig drei Figuren aus unterschiedlichen Elternhäusern und Lebenssituationen. Auch wenn es manchmal verschroben wirkt, dass Gewalt das einzige Mittel für Konfliktlösungen ist, ist doch viel Wahres dran.

Wie man es erwarten kann, spielt auch in dieser Serie die christliche Religion eine große Rolle. Die Tatsache, wie der Kirchgang als fester Bestandteil der Abendplanung für alle Altersgruppen gilt, spiegelt ihre eindeutige Relevanz wieder. Das macht auch Sinn. An einem Ort, der nur aus Armut existiert, brauchen die Menschen etwas an das sie sich klammern können. Die Darstellung dessen wirkt nicht fehlplatziert, sondern gelungen.

Der Alltag in der brasilianischen Mafia mitsamt ihren Gefahren ist interessant dargestellt. Jedoch bietet dieser Handlungsstrang nicht viel Neues und lässt Überraschungen vermissen. Ähnlich ging es mir mit dem verwöhnten Sohn, der unbedingt MC werden möchte. Auch wenn er wunderbare Musik zum Soundtrack beigetragen hat, war die Handlung äußert vorhersehbar und funktionierte nach den klassischen Mustern.

Die Kulissen, die Ausstattung, die Musik und die Darstellung des brasilianischen Lebensgefühles geben einen guten Eindruck ab und bieten einem nicht das erwartete Telenovela-Klischee, dass man gerne mit dem Land des Carnivals verbindet.

Fazit

Mich hat die Serie sehr gut unterhalten. Leider war sie an zu vielen Stellen zu vorhersehbar und bediente sich den typischen westlichen Klischees, die Netflix immer wieder gerne hereinbringt. Teilweise fühlte ich mich sehr an die arabische Serie Dschinn erinnert, die Netflix ebenfalls komplett dem Westen angepasst hatte. Da ich mir auch die nächste Staffel anschauen werde, gebe ich entspannte 7/10 Punkte.

Sintonia eignet sich wunderbar für Fans von jugendlichen Drama-Serien wie auch Baby oder Dschinn.

Interessierte können die Serie auf Netflix streamen.

Darsteller: Christian Malheiros als Luiz Fernando Silva, Jottapê Carvalho als Doni, Bruna Mascarenhas als Rita

Südkorea

Hotel del Luna 호텔 델루나

Hotel del Luna ist eine südkoreanische Fantasy-Serie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 16 Folgen a 60 Minuten.

Thema: Junger Mann wird gezwungen in einem Hotel voller Geister zu arbeiten

©️TvN

Bereits vor der ersten Ausstrahlung konnte die Serie eine beachtliche Fangemeinde aufweisen. Das lag nicht nur an dem Thema, sondern auch an der Besetzung. In den Hauptrollen sind IU und Yeo Jin Goo zu sehen. Während IU nicht nur in Südkorea als Superstar dank ihrer Musik gilt, hat sich Yeo Jin Goo in den letzten zehn Jahren einen starken Ruf als Schauspieler erarbeitet. Dank der Einschaltquoten, die im Schnitt bei 39% Marktanteilen lagen, könnte die Serie zur Nummer 1 des Jahres 2019 werden.

Worum geht es in Hotel del Luna?

Jang Man Wol wurde auf Grund ihrer Gewalttaten von den Göttern bestraft. Ihr Fluch machte sie zur Hotelbesitzerin eines Hotels für Geister, dass diesen helfen soll sich für das Jenseits vorzubereiten. Bereits seit 1300 Jahren waltet sie dieser Funktion und wartet auf die Inkarnation ihres Erzfeindes, um Rache frühere Verfehlungen zu nehmen.

Eines Tages dringt ein verletzter Mann in ihr Hotel ein. Sie rettet ihm das Leben und nimmt ihm das Versprechen ab die Dienste seines Sohnes in 20 Jahren zu erhalten. Als die Zeit um ist, sieht der lebenslustige Goo Chan Sung keine Möglichkeit dem Pakt seines Vaters zu entkommen und stellt sich seinen Ängsten tagtäglich. Doch als er anfängt von Man Wols Vergangenheit zu träumen, ändern sich die Dinge schneller als gedacht.

Offizieller Trailer (Mix)

Lohnt sich die Serie?

Auf jeden Fall! Die Serie ist unheimlich schön inszeniert und bietet eine äußerst einmalige Ausstattung. Neben den perfekt gewählten Drehorten präsentiert sich IU immer wieder in hochwertigen Kleidern und Stilen, die einem den Atem rauben.

Der fantastische Anteil der Serie wird mit viel CGI unterstützt und funktioniert. Neben den traumhaften Bildern liefert das Drama einen perfekt in Szene gesetzten Soundtrack ab, der sofort ins Ohr geht.

Hotel del Luna bedient sich der klassischen KDrama-Inszenierung und lässt die Handlung in zwei Zeitebenen spielen. Neben dem Jetzt erhalten wir immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit von Man Wol und lernen zu verstehen, woher ihre Rachegedanken rühren.

Mir hat der historische Teil unheimlich gut gefallen. Ich fand die Kulissen in freier Natur und den typischen Palast wie immer wunderschön. Die Entwicklung der Figuren im Kontext von Freundschaft, Familie, Liebe und Verrat spiegelt unheimlich viel Gefühl wieder. Dieser Part war für mich der Schönste der ganzen Serie.

Die Geschichte im Jetzt ist deutlich lockerer gehalten. Zwar bieten sich auch hier viel Herzschmerz und Tragik, doch diese werden mit einem stetigen und vor allem gelingenden Humor immer wieder begleitet.

Die einzelnen Figuren weisen unheimlich interessante Geschichten auf und wachsen einem sehr schnell ans Herz. Selbst die Nebencharaktere machen neugierig auf mehr. Es ist wie immer schön viele bekannte Gesichter aus der südkoreanischen Schauspielwelt zu erleben. Nicht zuletzt die Cameos bekannter Größen wie Kim Won Hae, Lee Shi Un und vor allem Lee Joon Gi runden das ganze Paket perfekt ab.

Fazit

Die Serie weiß von der ersten Minute an sehr gut zu unterhalten. Se bietet wunderschöne Bilder, stimmungsvolle Musik, talentierte Schauspieler und ein interessantes Drehbuch. Da mein geliebter Handlungsstrang am Ende komplett fallen gelassen wurde, war ich ein wenig enttäuscht und gebe der Serie insgesamt 8/10 Punkte.

Hotel del Luna eignet sich wunderbar für Fans von Goblin oder The Master‘s Sun.

Interessierte können die Serie kostenlos auf Viki streamen.

Darsteller: IU (My Mister, Moon Lovers: Scarlet Heart Ryo) als Jang Man Wol, Yeo Jin Goo (The Crowned Clown, My Absolute Boyfriend) als Goo Chan Sung, Shin Jung Keun (Pinocchio, Encounter) als Kim Seon Bi, Bae Hae Seon (The Secret Life of My Secretary, The Hymn of Death) als Choi Seo Hee, Pyo Ji Hoon (Encounter, Fluttering Warning) als Ji Hyun Joong, Kang Mi Na (Mama Fairy and the Woodcutter, Dokgo Rewind) als Kim Yoo Na, Lee Do Hyun (Sweet Home, The Great Show) als Go Chung Myung, Lee Tae Sun (My ID is Gangnam Beauty, Suits) als Yeon Woo

Drehbuch: Hong Jung Eun, Hong Mi Ran

Regie: Oh Choong Hwan

Dänemark

The Day Will Come/Der kommer en dag

The Day Will Come ist eine dänische Dramaserie aus dem Jahr 2016 mit insgesamt 3 Folgen a 45 Minuten. In einigen Ländern wird die Serie als ein eigenständiger Film vermarktet.

Thema: Zwei Brüder werden im Waisenhaus erniedrigt

©️ Nordisk Film & TV Fond

Auf meiner Reise durch europäische Serien machte ich entspannt in Dänemark halt, da der Plot sehr interessant für mich klang. Obwohl ich in meinem Leben etliche dänische Filme gesehen habe, ist das meine erste Serie aus dem Land. Ironischerweise wird sie in anderen Ländern als Film vermarktet.

Worum geht es in Der kommer en dag?

Im Herbst 1967 fallen die beiden Brüder Erik und Elmer immer wieder durch Ungehorsam und Diebstähle auf. Als das Jugendamt bemerkt, dass ihre alleinerziehende Mutter an Krebs erkrankt ist, werden die beiden in einem renommierten Waisenhaus untergebracht. Dort schreckt der Leiter nicht vor körperlicher und geistiger Bestrafung zurück. Für die beiden Jungs beginnt ein neues Leben.

Offizieller Trailer

Lohnt sich die Serie?

Die Serie ist in dem typisch ruhigen Stil erzählt, den man aus skandinavischen Produktionen kennt. Die Brüder falle sofort durch ihre enge Bindung auf und sind einem trotz ihrer Missetaten sofort sympathisch.

Auf Grund des Themas fühlte ich mich gleich an den Hollywood-Film Sleepers erinnert, der zwar ein hartes Thema schildert, mich aber dennoch komplett in seinen Bann ziehen konnte. Zwar finden sich hier Parallelen zu dem Film, doch insgesamt betrachtet geht die Serie ihren eigenen Weg.

Es ist hart mit ansehen zu müssen, wie die Jungs in diesem strickten System komplett auf sich allein gestellt sind. Die täglichen Erniedrigungen und körperliche Gewalt sind direkt inszeniert und lassen einem den Magen umdrehen, wenn man bedenkt, dass sie auf wahrer Begebenheit basieren.

Die Kinderdarsteller meistern ihre Rollen mit Bravour und verleihen ihren Charakteren sehr viel Tiefe. Insbesondere die psychologische Entwicklung ist wunderbar in Szene gesetzt und glaubhaft rübergebracht.

Teilweise war ich wirklich zu Tränen gerührt und hatte ein ungutes Gefühl beim Sichten. Die Darstellung von Schlägen, Gruppenbestrafungen, sexuellen Übergriffen und das Wegsehen der Erwachsenen waren nur schwer zu ertragen und regten ordentlich zum Denken an.

Fazit

Wer mit solch harten Themen umgehen kann, wird sich dennoch sehr gut unterhalten fühlen. Die Stimmung dieser Zeit im und außerhalb des Waisenhauses wurde perfekt eingefangen und in Szene gesetzt. Die Darsteller überzeugen trotz ihrer jungen Jahre auf ganzer Linie. Ich kann die Serie auf jeden Fall weiterempfehlen und gebe 8,5/10 Punkte.

Der kommer en dag eignet sich wunderbar für Freunde gesellschaftskritischer Melodramen wie auch Just Between Lovers und Baby.

Interessierte können die Serie auf Netflix sichten.

Darsteller: Lars Mikkelsen (Die Wege des Herrn, The Team) als Frederik Heck, Sofie Gråbøl (Fortitude, The Killing) als Lehrerin Lilian, Harald Kaiser Hermann (The Team, Follow the Money) als Elmer, Albert Rudbeck Lindhardt (Follow the Money, Finding Home) als Erik

Drehbuch: Søren Sveistrup

Regie: Jesper W. Nielsen

Südkorea

Love Affairs in the Afternoon 평일 오후 세시의 연인

Love Affairs in the Afternoon ist eine südkoreanische Drama-Serie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 16 Folgen a 60 Minuten. Sie ist das Remake der japanischen Serie Hirogao.

Thema: Zwei unglücklich Verheiratete beginnen eine Affäre

©️Channel A

Nachdem ich ganz begeistert One Spring Night gesichtet hatte, bräuchte ich einen Ersatz und stieß unvermittelt auf dieses Drama. Da es interessant klang, beschloß ich ihm eine Chance zu geben.

Worum geht es in Love Affairs in the Afternoon?

Son Ji Eun lebt ein unglückliches Leben zusammen mit ihrem Ehemann, der sich lediglich für ihre Vögel interessiert. Eines Tages ziehen im gegenüberliegenden Haus neue Nachbarn ein. Eine reiche Familie mit zwei Kindern. Ji Eun beneidet die Mutter Choi Soo Ah sofort. Eines Tages erwischt sie sie beim Fremdgehen und wird ab dann ihr Alibi. Dabei findet Ji Eun nicht nur eine neue Freundin, sondern auch ihre große Liebe.

Teaser

Lohnt sich die Serie?

Die Serie ist von Anfang sehr ruhig und einfühlsam erzählt. Man erlebt die Erzählung zum Großteil aus der Sicht von Ji Eun und Soo Ah. Durch ihre Liebschaften entwicklen sich neben ihren jeweiligen Ehen auch eigene Affären.

Während Ji Eun sehr unsicher und ruhig ist, ist Soo Ah sehr selbstbewußt und weiß ihre Reize einzusetzen. Durch einen zufällige Begegnung lernen sie den verheirateten Lehrer Yoon Jung Woo kennen. Da Ji Eun ein Auge auf ihn geworfen hat, ermutigt Soo Ah sie ihren Bedürfnissen zu folgen. Diese gehen jedoch über eine Affäre hinaus. Kann das gut gehen? Diese Frage wirft die Serie immer wieder auf.

Insbesondere in einer konservativen Gesellschaft sind Affären sozial geächtet. Man bleibt lieber in einer unglücklichen Ehe als den Schritt der Scheidung zu wagen. Ähnliche Probleme wurden bereits in Sendungen wie Something in the Rain oder One Spring Night behandelt. Da sich die Geschehnisse in dieser Umgebung einordnen, vermag es für beiden Frauenfiguren kein gutes Ende zu nehmen.

Dabei wird die Serie von Folge zu Folge immer düsterer und wertender. Neue Probleme entstehen und übertrumpfen die alten. Die Stimmung ist stets melancholisch und beinahe depressiv. Sobald die Damen leiden, leidet man als Zuschauer ordentlich mit. Trotz der verbotenen Ausgangslage wünscht man ihnen nur ihr Glück, auch wenn das nicht leicht zu erreichen ist.

Fazit

Die Serie setzt sich schonungslos mit dem Thema Fremdgehen und deren Folgen auseinander. Dabei zeigt sie auch einen sehr guten Blik auf die konservative Gesellschaft. Die Charaktere bleiben lange blass oder wirken schwer einzuordnen. Dennoch mag die Sendung zu unterhalten und vor allem eigene Spannungsmomente zu schaffen. Insgesamt gebe ich 8/10 Punkte.

Love Affairs in the Afternoon eignet sich wunderbar für Liebhaber melancholischer Dramen wie auch The Smile Has Left Your Eyes oder Just Between Lovers.

Interessierte können die Serie auf YouTube sichten.

Darsteller: Lee Sang Yeob (While You Were Sleeping, Good Casting) als Yoon Jung Woo, Park Ha Sun (Drinking Solo, Temptation) als Son Ji Eun, Jo Dong Hyuk (Bad Guys, Investigator Alice) als Do Ha Yoon, Ye Ji Won (Thirty but Seventeen, Introverted Boss) als Choi Soo Ah, Jung Sang Hoon (Legal High, Big Forest) als Ji Chang Gook, Shin Won Ho (The Legend of the Blue Sea, Hip Hop King – Nassan Street) als Park Ji Min, Choi Byung Mo (Spring Turns to Spring, The Third Charm) als Lee Young Jae

Drehbuch: Yoo So Jung

Regie: Kim Jung Min

Südkorea

Everything and Nothing 17세의 조건

Everything and Nothing ist eine südkoreanische Drama-Serie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 4 Folgen a 30 Minuten. International ist sie auch bekannt unter dem Titel The Condition of 17 Years Old.

Thema: Der Umgang mit ernsten jugendlichen Problemen

©️SBS

Da ich ein Fan von Produktionen aus dem Hause SBS bin, beschloß ich die Serie ohne Vorwissen zu schauen.

Worum geht es in Everything and Nothing?

Go Min Jae ist ein stiller Einzelgänger. Seit längerem hegt er die Vermutung, dass seine Mutter eine Affäre hat und ist bemüht diese zu bestätigen. Durch einen Zufall findet er heraus, dass seine begabte Klassenkameradin Ahn Seo Yeon sich freiwillig prostituiert. Trotz seiner Abscheu siegt die Neugier und er bemüht sich mehr über ihre Beweggründe zu erfahren.

Teaser OV

Lohnt sich die Serie?

Trotz ihrer sehr kurzen Laufzeit bietet die Serie einiges. Neben der intensiven Charakterisierung der Figuren lernen wir schnell ihren täglichen Ablauf kennen und werten.

Während Min Jae sehr in sich gekehrt wirkt, scheint sich neben den Problemen in der Schule sein Augenmerk nur auf die etwaige Affäre der Mutter zu richten. Diese wühlt ihn auf und macht zugleich depressiv. Obwohl er beinahe kein Verhältnis zu seinem Vater hat, geht das Handeln seiner Mutter gegen seine moralischen Prinzipien und er setzt alles daran sie zu überführen. Dabei schreckt er auch nicht vor Lügen zurück. Die Tatsache, dass er sich komplett über die Beziehung seiner Eltern identifiziert, zeigt sein gestörtes Verhältnis zu sich selbst sehr gut auf. Zudem gibt es ein sehr schönen gewähltes Sinnbild der koreanischen Gesellschaft zu betrachten.

Während Min Jae in der Schule viele Probleme hat, bietet die Musterschülerin Seo Yeon genau das Gegenteil. Sie ist selbstbewusst und nicht auf den Mund gefallen. Dadurch ist sie überall beliebt. Zudem wird sie neben ihren bemerkenswerten Leistungen in jeder Minute ihrer Freizeit von ihrer Mutter angetrieben Klavier zu üben, um es auf deine Musikschule zu schaffen. Die sich daraus ergebenden Preise bedeuten ihr nichts. Tatsächlich fühlt sie in sich eine tiefe Leere, die sie nur durch Rebellion ausfüllen kann. Um etwas zu spüren, prostituiert sie sich. Doch das ist nicht ihr Hauptgrund. Denn dieser wiegt viel schwerwiegender.

Die Beziehung der beiden verläuft ohne jegliche romantische oder sexuelle Komponente. Beide verbringen per Zufall gehäuft Zeit miteinander ohne wirklich eine Bindung aufzubauen. Sie agieren als Leidensgefährten und stellen das wunderbar überzeugend dar. Die jungen Darsteller liefern eine überzeugende melancholische Darstellung ab, die in das kühle Leben gepresst passt. Auch wenn nicht alle Handlungen nachvollziehbar bleiben, erhält der Zuschauer immer wieder die Möglichkeit selber zu entscheiden was der Sinn dahinter ist. Das Ende ist fantastisch und gibt einen perfekten Abdruck der Stimmung wieder.

Fazit

Die Serie ist kein klassisches Jugenddrama, sondern viel mehr ein ernstzunehmendes Melodram. Die Darsteller überzeugen auf ganzer Linie und regen mit ihren Taten zum nachdenken an. Die ganze Stimmung hat mich komplett eingefangen. Jedoch bleibt auf Grund der kurzen Sendezeit nur wenig Raum alle Fragen zu klären. Das funktioniert für mich nur anteilig. Aus diesem Grund gebe ich gute 7/10 Punkte.

Everything and Nothing richtet sich an ein Publikum, dass sich für den Umgang mit familiären Problemen interessiert, wie auch bei Something in the Rain oder Sky Castle.

Interessierte können die Serie kostenlos auf Viki Streamen.

Darsteller: Park Shi Eun (Thirty but Seventeen, The Crowned Clown) als Ahn Seo Yeon, Yoon Chan Young (Thirty but Seventeen, Doctor John) als Go Min Jae, Seo Jung Yeon (Come and Huge Me, Feel Good To Die) als Jung Kyung, Lee Hang Na (The Wind Blows, Money Flower) als Lee Hang Na

Südkorea

Pinocchio 피노키오

Pinocchio ist eine südkoreanische Drama-Serie aus dem Jahr 2014 mit insgesamt 20 Folgen a 60 Minuten.

Thema: Ein junger Mann nimmt Rache an der Presse für die Zerstörung seiner Familie

Link zum Podcast: SO 005. Pinocchio Part 1 ▶️ Part 2 ▶️

©️SBS

Pinocchio ist eines der KDramen, dass einem immer wieder empfohlen wird. Ich habe es trotz des erstklassigen Casts immer auf die lange Bank geschoben und bin froh es im Rahmen unseres Podcasts erlebt zu haben, da ich es sonst weiter heraus geschoben hätte.

Worum geht es in Pinocchio?

Im Fokus der Handlung stehen Choi Dal Po und Choi In Ha. Dal Pos Vater starb in jungen Jahren in einem Brand und wurde, nachdem seine Leiche nicht gefunden worden war, als Schuldiger von der Presse gebrandmarkt. Daraufhin ging seine Familie durch die Hölle. Nachdem seine Mutter versucht hat sich mit ihm zusammen umzubringen, überlebt er nur knapp durch die Hilfe eines senilen Rentners, der ihn adoptiert und für seinen längst verstorbenen Sohn hält.

Zur gleichen Zeit zieht dessen ältester Sohn mit seiner Tochter In Ha bei ihm ein, nachdem er seine Scheidung hinter sich gebracht. Gemeinsam wachsen sie auf. Was In Ha jedoch nicht weiß ist, dass ihre Mutter die Verantwortliche für Dal Pos Familientragödie ist.

Jahre später bemühen sich beide Reporter zu werden. Während In Ha durch ihr Pinocchio-Syndrom, dass Lügen durch Schluckauf zeigt, Probleme hat, wird Dal Po sofort genommen. Dieser will seine neue Position nutzen, um sich an In Has Mutter für ihre Taten zu rächen.

Fan Made Trailer

Lohnt sich die Serie?

Die Serie ist auf einem gewohnt hohen Niveau produziert und bietet schöne Kulissen. Man erhält einen interessanten Blick auf das Inselleben und später auf das Leben in der Großstadt Seoul. Neben den Drehorten ist die Ausstattung der Serie sehr überzeugend und bietet zudem einen bemerkenswert guten Soundtrack, der die jeweiligen Stimmungen perfekt unterstützt.

Das Cast ist für Freunde südkoreanischer Dramen ein Segen. Nach ihrem Durchbruch wurden Park Shin Hye (The Heirs) and Lee Jong Suk (I Can Hear Your Voice) die Hauptrollen gegeben, die beide sehr gut ausfüllen. Während sie heute zu den Aushängeschildern des Hallyu-Universums zählen, versteht man schnell, dass auch ihre Anfänge weniger holprig waren. Zudem erlebt man in den Nebenrollen Kim Young Kwang (The Secret Life of My Secretary) und Yoon Kyung Sang (Class of Lies), die vor allem im Jahr 2019 durch ihrer auffallend guten Dramen in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt sind.

Das Zusammenspiel der Schauspieler funktioniert sehr gut und macht Spaß. Shin Hye und Jong Suk haben eine sehr gute Chemie und überzeugen auf ganzer Linie. Während Jong Suk in der Serie sein klassisches Spiel zeigt, hat mir Shin Hye äußerst gut gefallen. Ihr mädchenhaftes Gehabe mit den überzeugenden Schluckauf-Anfällen weiß zu überzeugen. Das gleiche gilt für Kyung Sang, der den janusartigen Charakter von Dal Pos Bruder wunderbar rüberbringen zu vermag. Von Young Kwang war ich ein wenig enttäuscht. Weniger von seinem Spiel als von seiner Rolle, die sehr lückenhaft angelegt war.

Die Geschichte selbst ist interessant und konzentriert sich neben den stetigen Versuchen der Charaktere im Journalistenberuf Fuß zu fassen immer wieder auf die Familientragödie Dal Pos. Dabei spielen Rachegedanken und auch kriminelle Handlungen keine unwesentliche Rolle. Trotz der Länge weiß die Handlung über weite Strecken zu überzeugen. Insbesondere In Has kaltherzige Mutter weiß Antipathie zu wecken und nur wenig zu gefallen. Zwar ist die Geschichte nicht unbedingt vorhersehbar angelegt, aber nach einer Weile kommt man der Sache schon auf die Spur.

Mangelhaft empfand ich die Einbindung der Nebencharaktere. Allen voran Beom Jo, der von Kim Young Kwang, verkörpert wird, blieb über weite Strecken sehr blass. Teilweise wusste man überhaupt nicht warum er überhaupt da war. Für ein Liebesdreieck reichte es nicht und überhaupt als potentieller Partner wurde er nie gesehen. Seine Taten zum Ende hin sind ebenfalls äußerst blass inszeniert und hätten einer weiteren Ausschmückung benötigt. Ähnlich ergeht es der Figur Yoo Rae, die lediglich als lustiger Side Kick herhalten darf, aber nie wirklich Bedeutung gewinnt. Ihre Geschichte wurde nicht einmal zu Ende erzählt.

Fazit

Meiner Ansicht nach hätte die Serie mit 16 Folgen besser funktioniert. In dieser Umsetzung hätte man unnötige Längen aussparen können und sich mehr auf die wichtigen Dinge fokussiert. Obwohl ich alle Darsteller sehr gerne sehe, war ich ein wenig enttäuscht. Das liegt insbesondere an dem Drehbuch, dass nicht immer auf höchstem Niveau funktioniert hat. Meiner Ansicht nach zählt es zu den schwächeren Dramen von Lee Jong Suk. Deswegen gebe ich insgesamt 7/10 Punkte.

Pinocchio eignet sich wunderbar für Freunde von Racheserien wie auch Revenge oder Game Maya.

Interessierte können die Serie kostenlos auf Viki Und auf Netflix streamen.

Darsteller: Lee Jong Suk (W: Two Worlds, While You Were Sleeping) als Choi Dal Po/Ki Ha Myung, Park Shin Hye (The Heirs, Memories of the Alhambra) als Choi In Ha, Kim Young Kwang (D-Day, Go Ho‘s Starry Night) als Seo Beom Jo, Lee Yoo Bi (A Poem a Day, Somehow 18) als Yoon Yoo Rae, Lee Pil Mo (Return of Fortunate Bok, Happy Home) als Hwang Gyo Dong, Min Sung Wook (The Nokdu Flower, Room No. 9) als Jang Hyun Gyu, Yoon Kyung Sang (Class of Lies, Clean With Passion For Now) als Ki Jae Myung, Jin Kyung (My Only One, Untouchable) als Song Cha Ok

Drehbuch: Park Hye Ryun

Regie: Jo Soo Won

Taiwan

Before We Get Married 我們不能是朋友

Before We Get Married ist eine taiwanesische Dramaserie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 13 Folgen a 70 Minuten.

Thema: Zwei Fremde verlieben sich vor ihren jeweiligen Hochzeiten

©️GTV

Als ich bei Dramalist die Auflistung neu veröffentlichter Serien durchschaute, stieß ich auf dieses Projekt. Durch One Spring Night und die damit verbundene Diskussion inspiriert, sprach mich dieses TDrama sofort an und ich begann das Sichten am ersten Tag ihrer Veröffentlichung.

Worum geht es in Before We Get Married?

Zhou Wei Wei ist seit einigen Jahren heimlich mit ihrem durchgeplanten Kollegen Li Hao Yi zusammen. Gemeinsam haben sie einen perfekt getimten Lebensplan füreinander erstellt. Eines Tages rennt Wei Wei auf dem Weg zur Arbeit in den erfolgreichen Broker Chu Ke Huan und verliert dabei ihr Arbeitsbuch.

Ke Huan findet es und nimmt Kontakt zu ihr auf. Obwohl er seit zehn Jahren in einer Beziehung ist, kann er Wei Wei nicht vergessen und sucht immer wieder ihre Nähe. Das führt zu Problemen für beide.

Fan Made Trailer

Lohnt sich die Serie?

Tatsächlich bin ich äußerst hin- und hergerissen mit der Antwort. Einerseits ist die Serie auf einem hohen Niveau inszeniert und bietet fantastische Darsteller, die eine ungemeine Chemie aufweisen. Auf der anderen Seite zieht sich die ganze Handlung in der Serie unnötig lang dahin und frustriert eher.

Die Thematik ist interessant und ordentlich umgesetzt. Die erste Folge weist anteilig merkwürdige Schnitte auf und wirkt deswegen ungemein komisch. Dieser humorige Aspekt verschwindet im Verlauf der Serie jedoch gänzlich.

Die Beziehungen beider werden intensiv vorgestellt und weisen mit dem Voranschreiten der Handlung immer stärkere Brüche auf. Dabei kommen immer wieder unschöne Details ans Tageslicht und verdüstern die Serie gehörig.

Ke Huan setzt alle möglichen Mittel ein, um Wei Wei in seiner Nähe zu wissen. Dabei schreckt er auch nicht vor moralisch verwerflichen Handlungen zurück. Von Anfang an ist sein Interesse spürbar und intensiv. Seine Szenen mit Wei Wei sprühen vor Chemie und sorgen für einige erotische Momente, die durchaus sehr gelungen sind und überraschen auf Grund der Taiwanesischen Herkunft.

Wei Weis Verhalten nervt über weite Strecken, da sie sich stetig selbst belügt und von anderen keine Ratschläge annimmt. Zudem verhält sie sich oftmals sehr unfreundlich, weswegen man sich als Zuschauer fragt, was Ke Huan überhaupt noch an ihr findet.

Die Darstellung der Nebencharaktere ist gelungen und bringt ordentlich Drama und Humor herein. Während die dazugehörigen Partner oftmals bizarr und gerne mal zu extrem handeln, bietet Wei Weis beste Freundin Han Ke Fei viel Freude. Sie ist für mich auch der heimliche Star dieser Serie. Neben ihrem natürlichem Spiel bietet sie auch die interessantesten Handlungsstränge durch ihre Liebschaften und ihrem realistischem Blick auf die Welt.

Der Soundtrack und die Ausstattung der Serie bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau und macht Spaß.

Fazit

Die Serie hat zwar ein interessantes Thema, nutzt jedoch ihr Potential über weite Strecken nicht aus. Das Drehbuch zieht alles durch unsinnige Aktionen der Protagonisten unnötig in die Länge und nimmt einem teilweise den Spaß am Sichten. Zum Ende hin war es für mich nur noch ein bedingtes Vergnügen einzuschalten und ich war froh als die Serie beendet war. Darum vergebe ich insgesamt 6/10 Punkte.

Before We Get Married eignet sich wunderbar für Freunde ordentlicher Dramatik wie auch bei One Spring Night oder Love Affairs In The Afternoon.

Interessierte können die Serie kostenlos auf Viki streamen.

Darsteller: Puff Kuo (Once Loved You, Distressed Forever; The Second Sight Fall in Love) als Zhou Wei Wei, Jasper Liu (Triad Princess, My Goddess) als Chu Ke Huan, Steven Sun (The Love Song, Bitter Sweet) als Li Hao Yi, Nita Xia (Someone Like You, Love Cuisine) als Gao Zi Yuan, Phoebe Yuan (Switcha, Always Be With You) als Han Ke Fei