Südkorea

Cheese In The Trap 치즈인더트랩

Cheese In The Trap ist eine südkoreanische Dramaserie aus dem Jahr 2016 mit insgesamt 16 Folgen a 60 Minuten. Sie basiert auf dem gleichnamigen Webtoon.

Thema: Eine junge Frau verliebt sich in ihren unnahbaren Erzfeind

Link zum Podcast ▶️

©️TvN

Obwohl das die erfolgreichste Serie mit meinem Lieblingsschauspieler Park Hae Jin ist, habe ich mich lange nicht getraut das Drama zu sichten. Das lag vor allem an den äußerst negativen Kommentaren von meinen gleichgesinnten KDrama-Freunden, die mir immer wieder davon abgeraten haben. Durch Kates Zuspruch bekam ich dann aber doch Lust auf die Serie und schaute sie einfach in einem Rutsch durch.

Worum geht es in Cheese In The Trap?

Eine strebsame Studentin kehrt an die Uni zurück und findet sich sogleich in einem Kleinkrieg mit dem beliebtesten Studenten wieder. Dieser scheint in ihren Augen berechnend und falsch zu sein, weswegen sie nach Leibeskräften bemüht ist ihn zu meiden.

Eines Tages beginnt jedoch eben dieser junge Mann ihr den Hof zu machen und sie versteht die Welt nicht mehr. Als wäre das nicht genug findet sie sich auch noch im Visier eines übergriffigen Stalkers wieder. Hängen diese beiden Begebenheiten zusammen oder ist es doch nur Zufall?

Official Teaser Collection

Lohnt sich die Serie?

Da wir die Serie ausführlich in unserem Podcast besprochen haben, werde ich mich heute kurz fassen. Die Serie bietet viele interessante Handlungsstränge, die mehr oder weniger alle miteinander verknüpft sind. Die Charaktere sind sehr vielseitig geschrieben und konstruiert.

Mit hat Hae Jin sehr gut gefallen, da ich es mag, wenn er unnahbare Figuren mimt. Jedoch fand ich die Tragik seiner Rolle zu oberflächlich behandelt. Insbesondere in der zweiten Hälfte der Sendung fällt seine Figur immer wieder unter das Radar, was ich zum einen sehr schade für die Entwicklung der Hauptrolle finde als auch als äußerst schlechtes Drehbuch schreiben empfinde. Auf Grund von Problemen hinter den Kulissen konzentrierte sich die Schreiberin am Ende immer stärker auf die zweite männliche Figur, weswegen viele weibliche Zuschauer ein Second Lead Syndrome entwickelt haben. Ich fand dessen Figur zwar auch unheimlich sympathisch, aber nur als einfachen Freund und nicht als eventuellen Partner.

Die weibliche Hauptrolle ist sehr loyal und klug angelegt. Das hat mir äußerst gut gefallen. Insbesondere die Tatsache, dass sie Probleme direkt angeht und nicht vor sich her schleppt wie man es gerne bei anderen Serien öfter sieht.

Die Figur der In Ha war super überdreht und egoistisch dargestellt. Die Schauspielerin hat wirklich tolle Arbeit geleistet. Aus diesem Grund mochte ich die Figur bis zum Ende nicht und war wirklich überrascht, dass sie noch extremer werden kann als am Anfang.

Obwohl sich die Serie unter dem Mantel einer Liebesgeschichte präsentiert, finden sich durch die Machtkämpfe und Stalker sehr viele Thriller- und Melodramelemente wieder. Durch nicht nachvollziehbare Entscheidungen der Schreiberin wird das Drama leider immer schwächer und das sehe ich nicht als Schuld der Darsteller. Aufgrund meiner Enttäuschung habe ich für mich entschieden ihre zukünftigen Projekte zu meiden. Das Ende ist wirklich die Krönung. Wer die Serie nicht sehen mag, aber jetzt neugierig geworden ist, der sollte unseren Podcast anhören. Dort erzählen wir auch noch einmal ausführlich viele Geschichten vom Dreh.

Fazit

Die Serie weiss wunderbar zu unterhalten und bietet eine erstklassig konstruierte Dynamik zwischen den Charakteren untereinander. Da die Serie so gut losgeht, ist das Ende umso enttäuschender. Das liegt vor allem daran, dass die Sendung gefühlt ihren roten Pfaden verliert. Deswegen gebe ich insgesamt 8/10 Punkte. Die Schauspieler sind einfach zu gut, um die Serie schlechter zu bewerten. Jedoch wäre wirklich mehr drin gewesen. Tatsächlich hat mir der Film von 2018 besser gefallen.

Cheese In The Trap ist perfekt für Freunde dramatischer zwischenmenschlicher Beziehungen mit einer Prise Humor wie auch bei Romance Is A Bonus Book und Le Coup de Foudre.

Interessierte können die Serie auf Viki und Netflix streamen.

Darsteller: Kim Go Eun (The King: The Eternal Monarch, Goblin) als Hong Seol, Park Hae Jin (Secret, Man to Man) als Yoo Jung, Seo Kang Joon (Something About Us, If The Weather Is Nice, I Will Come Find You) als Baek In Ho, Lee Sung Kyung (About Time, Weightlifting Fairy Kim Bok Joo) als Baek In Ha

Drehbuch: Kim Nam Hee

Regie: Lee Yoon Jung

Südkorea

Fight For My Way 쌈, 마이웨이

Fight For My Way ist eine südkoreanische Dramaserie aus dem Jahr 2017 mit insgesamt 16 Folgen a 60 Minuten.

Thema: Vier 30jährige Freunde versuchen ihre Jugendträume zu verwirklichen

©️KBS 2TV

Dank Park Seo Joon wurde mir die Serie bereits öfter ans Herz gelegt. Jedoch hatte ich anfänglich einige Vorbehalte und traute mich nicht so sehr daran. Dank Netflix steter Empfehlung gab ich schließlich nach und ließ mich überraschen.

Worum geht es in Fight For My Way?

Ok Dong Man und Choi Ae Ra sind seit Kindertagen enge Freunde und immer füreinander da. Seit ihrer Jugend haben beide ihren jeweils ganz eigenen Traum. Kurz vor ihrem 30. Lebensjahr müssen sie jedoch feststellen, dass beide bei dem Erreichen ihrer Ziele gescheitert sind. Nach einigen Tiefs kämpfen beide wieder an der Erfüllung.

Teaser

Lohnt sich die Serie?

Ich weiss nicht was ich mir vorgestellt hatte, aber die Serie war ganz anders als ich es erwartet hatte. Auf dem Weg zur Erfüllung der eigenen Träume gestaltet sich die Serie manchmal ein wenig holprig. Zwar sind alle Figuren äußerst liebenswert, doch manchmal ergeben sich wirklich unglaubwürdige Momente, die so weit hergeholt sind, dass sie selbst für ein Drama viel Fantasie erfordern.

Der Kampf der vier Freunde ist unterhaltsam und bieten ebenso wie das Leben viele Höhen und Tiefen. So unangebracht es auch klingen mag, ist es doch schön zu sehen, dass auch in einer Serie nicht immer als glatt läuft. Dabei sind die Ausgangssituationen wirklich unterschiedlich.

Unsere weibliche Hauptfigur ist sehr stark und teilweise wirklich naiv. Diese Kombination passt nicht immer. Ihr Traum mit einem Mikro zu arbeiten, ist wirklich ungewöhnlich. Insbesondere der Fakt, dass sie sich wenig darum kümmert in welcher Situation es ist. Im Gegensatz dazu ist die Rolle von Park Seo Joon deutlich transparenter. Seine Geschichte bietet zwar auch einen tragischen Rückblick, doch gerade dieser macht das Handeln seiner Figur durchaus nachvollziehbar. Die gebotenen Kampfszenen überzeugen und bieten einen wahren Augenschmaus. Insbesondere wenn man ein Fan von Kampfsportarten im Allgemeinen ist. Die Dynamik der beiden ist wirklich süß und bietet einige Lacher. Dabei fand hatte ich jedoch an einigen Stellen meine Probleme den Sprung zu schaffen. Die Veränderung der Beziehung von Kindertagen über Schulzeit bis ins Erwachsenenalter wirkte meiner Ansicht nach nicht immer nachvollziehbar. Ich konnte mir nicht erklären, warum sie in den Darstellungen aus der Schulzeit so fremd erscheinen. Das passte für mich nicht. Ein ähnliches Problem hatte ich mit der Verliebtheit der weiblichen Hauptfigur. Einerseits wirkte sie immer souverän und auf der anderen Seite wurde ihr ab der zweiten Hälfte eine jahrelange einseitige Liebe zugeschrieben. Auch das passte für mich nicht so gut wie man es in anderen Serien geliefert bekommt.

Das befreundete Pärchen hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Während ich sie immer süß und überzeugend empfand, blieb er für mich lange intransparent und schwer zu deuten. Insbesondere die „Liebesgeschichte“ um seine verliebte Kollegin wurde mir streckenweise Zuviel und das sorgte immer wieder dafür, dass ich mit seiner Freundin Mitleid hatte. Das Mitleid streckte sich auf alle Ebenen aus. Arbeit, Freunde, Kollegen und vor allem seine Familie.

Die Inszenierung der Serie ist sehr schön und bietet auch einen gelungenen Soundtrack. Dabei kommt der Humor nicht zu kurz und ähnliches gilt am Ende für die Tragik. Obwohl die Serie durchaus zu unterhalten weiß, wirken manche Elemente aus dem Drehbuch zu sehr gekünstelt. Ich kann nicht sagen, ob es an meiner Stimmung lag oder die Serie wirklich so stockend manchmal ist. In jedem Fall hatte ich das größte Problem mit der Figur der neuen Vermieterin. Zwar war sie sympathisch, doch ihr Handeln war mir irgendwann zu perfekt.

Fazit

Wer eine nette Serie über das Erfüllen von Träumen sehen möchte, ist mit dieser Produktion sehr gut beraten. Der Mix aus Liebe, Freundschaft und Misserfolgen ist gelungen und bietet einiges an Dramatik. Auch wenn die Geschichte an einigen Stellen mit interessanten Ideen aufwartet, bliebt sie dennoch für mich weit hinter What’s Wrong With Secretary Kim? zurück. Deswegen gebe ich ihr insgesamt 7,5/10 Punkte.

Fight For My Way ist eine abwechslungsreiche Dramaserie mit vielen unterhaltsamen Elementen wie auch Just Between Lovers und Baby.

Interessierte können die Serie auf Netflix oder Viki streamen.

Darsteller: Park Seo Joon (She Was Pretty, Hwarang) als Ko Dong Man, Kim Ji Won (Arthdal Chonicles, Descendants of the Sun) als Choi Ae Ra, Ahn Jae Hong (Be Melodramatic, The Legend of The Blue Sea) als Kim Joo Man, Song Ha Yoon (Devilish Joy, Touching You) als Baek Seol Hee

Drehbuch: Im Sang Choon

Regie: Lee Na Jung, Kim Dong Hwi

Japan

My Husband Won’t Fit 夫のちんぽが入らない/

My Husband Won‘t Fit ist eine japanische Dramaserie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 10 Folgen a 60 Minuten.

Thema: Eine Ehekrise ergibt sich aus der Unfähigkeit miteinander zu schlafen

©️ Fuji TV

Obwohl mich die Serie am Anfang nicht angesprochen hat, überzeugte mich die permanente Werbung von Netflix dann doch. Für jeden Leser sei gesagt, dass es heute einige wenige Spoiler gibt.

Worum geht es in My Husband Won‘t Fit?

Kumiko ist eine junge Studienanfängerin, die zum Studium vom Dorf in die Großstadt zieht. Kaum angekommen, lernt sie ihren lebenslustigen Mitbewohner Kenichi kennen. Beide verstehen sich auf Anhieb und beginnen eine glückliche Beziehung. Trotz des Problems, dass sie nicht miteinander schlafen können, heiraten sie. Da sie ihre sexuellen Probleme nicht gelöst bekommen, geraten sie nach und nach in eine Ehekrise.

Offizieller Trailer

Lohnt sich die Serie?

Die Serie bedient sich dem klassischen japanischen Stil. Nüchtern und schonungslos ehrlich wird die ganze Situation betrachtet. Dabei erscheinen die beiden Hauptcharaktere von Beginn an ungemein sympathisch und harmonisch. Ihr lockerer Umgang überzeugt und schildert ihre Beziehung glaubhaft.

Das Drama fokussiert sich mehr auf die Figuren als auf die Kulissen. Man erlebt zum Großteil die weibliche Sicht der Dinge. Auch wenn ihr Handeln an einigen Stelle menschlich erscheint, erbittet man sich oftmals eine stärkere Kommunikation mit ihrem Ehemann. Wenn man sich jedoch mit der japanischen Gesellschaft auseinandersetzt, stellt man schnell fest, dass es untypisch ist Probleme direkt zu besprechen. Lieber werden diese mit einem selbst ausgemacht oder über zehn Ecken angesprochen. Dieses Problem zeigt die Serie wunderbar auf.

Ein weiterer Punkt ist ihre undankbare Arbeit als Lehrerin. Im Laufe der Serie empfand ich es als schade, dass sie sich von ihrem Beruf abwendet. Immerhin hatte sie eine wirklich schlimme Klasse, die kaum einer bewältigt bekommen hätte.

Kenichi wirkt in vielen Momenten wie der absolute Traummann. Das einzige Problem ist sein Umgang mit den sexuellen Problemen in der Ehe. Auch er meidet das Gespräch und sucht sich Alternativen. Das ist äußerst tragisch mit anzusehen und wirkt beinahe lächerlich, wenn er sie verlässt, weil sie auf ähnliche Gedanken gekommen ist.

Die Darstellung des Ganzen ist aber durchaus gelungen und sehenswert. Beim Lesen des Inhaltes wirkt die Serie erst komisch, doch mutet sie durchgängig ernst an und setzt sich mit einem ernsthaften Problem auseinander. Die Musik ist wunderbar eingesetzt, um die Stimmung noch weiter zu verstärken. Übrigens waren die Nebencharaktere der Serie wenig interessant für mich.

Fazit

Insgesamt betrachtet gestaltet sich die Serie als äußerst kurzweilig und sehenswert. Das Thema ist originell und die Erzählung dessen weiß zu überzeugen. Die Darsteller machen ihre Arbeit gut und vermitteln eine starke bestehende Chemie. Deswegen gebe ich insgesamt 7/10 Punkte.

My Husband Won‘t Fit eignet sich wunderbar für Freunde gesellschaftskritischer Dramen wie auch Love and Fortune und Love Affairs in the Afternoon.

Interessierte können die Serie auf Netflix streamen.

Darsteller: Nakamura Aoi (Diary, Bookshelf Restaurant) als Kenichi, Ishibashi Natsumi (Voice 110 Emergency Control Room, Tourist) als Kumiko

Frankreich

Der Liebesplan/Plan Coeur

Plan Coeur ist eine französische Dramaserie aus dem Jahr 2018 mit insgesamt 14 Folgen a 30 Minuten in 2 Staffeln.

Thema: Zwei Frauen mieten heimlich für ihre Freundin einen Callboy

©️ Netflix

Nachdem ich die Lust entwicklet hatte, wieder mehr in europäischen Gefilden nach Serien zu schauen, kam ich auf diese Serie und begann spontan das Sichten, ohne eine Ahnung zu haben was mich erwarten würde.

Worum geht es in Plan Coeur?

Drei Freundinnen gehen zusammen durch Dick und Dünn. Nach einer schmerzhaften Trennung scheint Elsa einfach nicht über ihren Ex hinweg zukommen. Um ihrer Freundin zu helfen, mieten sie für sie einen Callboy, der sie auf anderen Gedanken bringen soll. Da Elsa von dem Plan jedoch nichts weiß, lässt sie sich komplett auf ihn ein und der gut gemeinte Gedanke geht nach hinten los.

Offizieller Trailer

Lohnt sich die Serie?

Obwohl die Serie inhaltlich wenige Überraschungen bietet, unterhält sie stetig kurzweilig. In diesem Fall ist es weniger eine Frage, ob der Inhalt interessant ist, sondern viel mehr wie sie umgesetzt wurde.

Die Charaktere sind durchweg interessant und äußerst sympathisch gestaltet. Die drei Freundinnen stehen dabei immer wieder im Fokus des Ganzen. Ihre Freundschaft ist äußerst unterhaltsam und bietet einige lustige Szenen.

Der Callboy erscheint tatsächlich sehr anständig. Trotz seiner Profession verpasst ihm die Serie eine glaubwürdige Hintergrundgeschichte, die tatsächliche glaubhaft wirkt.

Ein weiteres Highlight ist der Männerfreundeskreis inklusive des bösen Ex. Die Jungs bieten einige Lacher und haben wirklich schöne direkte Gespräche.

Der französische Humor findet sich immer wieder in der Serie. Da das genau meinem Geschmack entspricht, bin ich durchwegs auf meine Kosten gekommen.

Die Geschichte gestaltet sich sehr schön und bietet auch einige romantische Momente. Mir hat vor allem die weibliche Hauptfigur gefallen. Ihr Handeln wirkt komplett natürlich und realistisch. Tatsächlich würde ich behaupten, dass jeder Mensch sich so verhalten würde wie sie.

Fazit

Die Serie bietet einige schöne Momente und setzt die Geschichte gelungen um. Die Ausstattung und die Drehorte bewegen sich auf einem schönen europäischen Niveau. Wer schon einmal in Frankreich war, wird sich gleich an das klassische Flair erinnert fühlen. Da ich die Sprache liebe, fühlte ich mich wunderbar aufgehoben und habe es als Vokabeltraining wunderbar genutzt. Da mir die zweite Staffel ebenfalls gefallen hat, gebe ich überzeugende 8/10 Punkte.

Plan Coeur eignet sich wunderbar für Fans romantischer Komödien wie auch Türkisch für Anfänger und The Secret Life of My Secretary.

Interessierte können die Serie auf Netflix sichten.

Darsteller: Tom Dingler (For Sarah) als Matthieu, Joséphine Draï (Ma pire angoisse) als Emilie, Zita Harrot (T.A.N.K.) als Elsa, Guillaume Labbé (Hôtel de la plage) als Maxime, Yvan Naubron (CMIV) als Roman, Sabrina Ouazani (Rupture mode d‘emploi: La série) als Charlotte, Marc Ruchmann (Le Chalet) als Jules, Syrus Shahidi (Addict) als Antoine

Italien

Baby

Baby ist eine italienische Dramaserie aus dem Jahr 2018 mit bisher 12 Folgen a 45 Minuten in zwei Staffeln.

Thema: Zwei Schulfreundinnen rutschen in Kinderprostitution ab

©️Netflix

Tatsächlich bin ich eher durch Zufall auf diese Serie aufmerksam geworden. Zwar habe ich das Layout in meinen Empfehlungen immer mal wieder gesehen, doch nicht beachtet. Als ich Lust auf eine italienische Serie hatte, wurde die Sendung auf einmal interessant für mich.

Worum geht es in Baby?

Chaira gehört an einer privaten Schule zum Kreis der beliebtesten Schüler. Auf den ersten Blick scheint sie wirklich alles zu haben, wonach andere sich sehnen. Jedoch erkennt man bei einem Blick hinter ihre Fassade, dass der Preis der Beliebtheit das Verstecken ihres wahren Charakters ist.

Eines Tages kommt sie dem unbeliebtesten Mädchen der Schule, Ludovica, nahe und erkennt, dass sie bei allein sie selbst sein kann. Während beide ihre heimliche neue Freundschaft genießen und mit einem reichhaltigen Partyexzess nach dem anderen feiern, bemerken sie nicht wie sie langsam in die Kinderprostitution hereingezogen werden.

Offizieller Trailer

Lohnt sich die Serie?

Die Serie ist vernünftig und unterhaltsam inszeniert. Die ganze Erzählung bewegt sich in einem ruhigen und dramatischen Stil. Überall werden immer wieder neue Probleme und Sorgen aufgedeckt, die den Figuren eine gelungene Tiefe verleihen.

Die drei Hauptfiguren überzeugen unterschiedlich erfolgreich. Während ich die Geschichte und Darstellung um Chiara und Ludovica sehr gelungen fand, hatte ich ansatzweise Probleme mit der Rolle von Damiana. Zwar wird ihm auch immer wieder eine tragische Hintergrundgeschichte gegeben, um seine Handlungen zu erklären; doch diese reichen mir für sein Verhalten nicht aus.

Der Stil einer italienischen Serie war sehr interessant zu betrachten. Natürlich haben wir den klassischen europäischen Stil mit einem Hauch von Melancholie dabei, der sich immer wieder gerne in Jugendproduktionen findet. Doch da alle beinahe alle aus einem reichen Elternhaus kommen, kann man keinen wirklichen Gesellschaftsstil direkt ausmachen. Alle leben in ihrer eigenen Blase und versuchen stetig aus ihr auszubrechen,

Interessant fand ich die Geschichte um die Kinderprostitution und ihren Weg dahin. Natürlich wählt die Serie die klassische Geschichte und geht keine neuen Wege. Jedoch wirken die Handlungen der Hauptfiguren trotz dümmlichen Verhaltens auch oft reflektiert und hinterfragend.

Fazit

Insgesamt betrachtet, hat mich die Serie recht gut unterhalten und neugierig auf die zweite Staffel gemacht. Auch wenn ich vermute, dass in dieser große Überraschungen ausbleiben werden, werde ich sie durchaus sichten. Die Darsteller überzeugen zum Großteil und verleihen ihren Charakteren eine angenehme Tiefe. Deswegen gebe ich Gesamten 7/10 Punkte.

Baby eignet sich wunderbar für Freunde von ernsten Jugendserien wie auch Elite oder Skins UK.

Interessierte können die Serie auf Netflix streamen.

Darsteller: Bernedetta Porcaroli als Chiara, Alice Pagani als Ludovica, Riccardo Mandolini als Damiano Younes, Chabeli Sastre als Camilla, Brando Pacitto als Fabio

Südkorea

When The Devil Calls Your Name 악마가 너의 이름을 부를 때

When The Devil Calls Your Name ist eine südkoreanische Drama-Serie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 16 Folgen a 60 Minuten.

Thema: Goethes Faust in der südkoreanischen Musikindustrie

©️TvN

Als ich das erste Mal von er Idee hörte, war ich sofort Feuer und Flamme. Der moderne Mephisto hatte mich bereits vor kurzem in Man to Man begeistern können. Der Rest der Besetzung war mir unbekannt. Doch Dramen aus dem Hause TvN versprechen immer ein hohes Niveau.

Worum geht es in The Devil Calls Your Name?

Seo Dong Cheon ist ein in die Jahre gekommener kranker Musiker, der nie wirklich Erfolg hatte. Als ihm der Teufel einen Pakt anbietet, tauscht er seine Seele für Erfolg und Jugend ein. Ab sofort lebt er unter dem Namen Ha Rip und steigt zum größten Komponisten der modernen Musikindustrie auf.

Zehn Jahre später erscheint der Teufel bei ihm, um ihn an den Ablauf seines Vertrages zu erinnern. Nach einigem Betteln und Flehen lässt dieser sich auf einen weiteren Deal ein. Er gewährt ihm einen Vertrag auf Lebenszeit, wenn Ha Rip ihm eine Seele Ersten Grades beschafft.

Official Trailer Compilation

Lohnt sich die Serie?

Tatsächlich war ich zu Beginn enttäuscht. Die Serie gestaltete sich anders als ich es erwartet hatte. Während der Teufel durchaus durch Effekte und unerwarteten Humor begeistern kann, ist Ha Rip nur ein eingebildetes Ekel. Man fragt sich wie jemanden der Erfolg so zu Kopf steigen kann. Wozu seine Seele verkaufen, wenn man anscheinend keine zu besitzen scheint.

Das änderte sich im Laufe der Serie. Da die Handlung sehr langsam erzählt wird, erhält man nach und nach immer mehr Einblicke in seine Vergangenheit und wie sie mit den Leuten in seinem Umfeld verknüpft ist. Das gestaltet sich äußerst spannend und interessant. Vor allem zeigt es immer stärker seine inneren Qualen auf und erklärt seinen unangenehmen Charakter, auch wenn er ihn nicht entschuldigt.

Ihm gegenüber findet sich in der Gretchen-Rolle die talentierte Musikerin Kelly, die im wahren Leben trotz ihres gutmütigen Charakters viel Schlimmes erleiden musste. Als sich Ha Rip ihrer annimmt und sie immer wieder heruntermacht, zeigt sich ihre wahre Größe, in dem sie das Gehabe nicht an sich heranlässt.

Ordentlich Bewegung kommt in die Serie mit der Erscheinen vom jungen Luka, der seinen unbekannten Vater sucht. Dieser ist ebenso wie Kelly eine wahre Frohnatur und trägt viel zum guten Charakter der Serie bei.

Die Entwicklung der Figuren gestaltet sich durchwachsen und dennoch irgendwie herzlich. Als Zuschauer hat man den Wissensvorsprung in Bezug auf Ha Rips Absichten und seinen erinnerten Kampf.

Auch wenn die Serie lose auf Goethes Faust basiert, geht sie an vielen Stellen ihren eigenen Weg und weiß dabei zu unterhalten. Die Animationen sind fürs Fernsehniveau auf einer hohen Ebene. Doch was viel auffälliger ist, ist der geniale Soundtrack, der von den Hauptdarstellern selber eingesungen wird. Dieser geht wahrlich ins Ohr und bietet viele wunderschöne Melodien.

Fazit

Auch wenn die Serie schwach startet, holt sie ab der Halbzeit alles wieder auf. Die Schauspieler überzeugen auf ganzer Linie und hauchen den Figuren eine unerwartete Tiefe ein. Die Musik überzeugt auf ganzer Linie und geht sofort ins Ohr. Das macht die Serie für mich einmalig. Insgesamt gebe ich ihr 7,5/10 Punkte auf Grund des schwachen Starts.

When The Devil Calls Your Name eignet sich wunderbar für Freunde tragischer Fantasy-Serien wie auch While You Were Sleeping und Goblin.

Interessierte können die Serie kostenfrei auf Viki streamen.

Darsteller: Jung Kyung Ho (A Wise Doctor‘s Life, Mama Fairy and the Woodcutter) als Ha Rip/Seo Dong Cheon, Park Sung Wong (Rugal, The Smile Has Left Your Eyes) als Mo Tae Kang/Ryu/Teufel, Lee Seol (Less Than Evil, Hello Stranger) als Kim Yi Kyung/Kelly, Lee El (Matrimonial Chaos, A Korean Odyssey) als Ji Seo Young, Song Kang (Sweet Home, Touch Your Heart) als Luka Aleksević

Drehbuch: Noh Hye Young, Go Nae Ri

Regie: Min Jin Ki

Brasilien

Sintonia

Sintonia ist eine brasilianische Dramaserie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 6 Folgen a 45 Minuten.

Thema: Das Leben von drei Freunden in einer Farvela

©️ Netflix

Da ich mal wieder Lust hatte Portugiesisch zu hören, suchte ich eine Serie aus dem Bereich. Zudem wollte ich auch allmählich den Sprung von Asien nach Südamerika machen. Da ich noch immer ein Faible für Coming of Age-Serien habe, bot sich diese Serie sofort an. Trotz der ernüchternden Kritiken, die ich vorher gelesen habe, hat mich die Serie gut unterhalten.

Worum geht es in Sintonia?

Die Geschichte dreht sich um die drei Kindheitsfreunde Nando, Doni und Rita, die gemeinsam in der Farvela von Sintonia leben. Obwohl sie enge Freunde sind, treibt der Alltag sie oftmals auseinander. Nando ist bereits verheiratet und Vater. Dennoch verdient er seinen Lebensunterhalt als kleines Licht in der brasilianischen Mafia und gerät dadurch nicht selten in Gefahr. Doni kommt aus einem gut behüteten Elternhaus und träumt von einer Karriere als MC. Dafür ist er bereit alles zu tun. Rita ist bestreitet ohne Eltern ihren Alltag. Nachdem einiges in ihrem Leben schief geht, findet sie Kraft in der Kirche.

Offizieller Trailer

Lohnt sich die Serie?

Es war interessant auch einmal eine Serie aus Brasilien zu erleben. Meiner bester Freund ist dort aufgewachsen und hat mir so einige Geschichten aus seiner Jugend erzählt. Ironischerweise sind so einige Situationen, die er geschildert hat, auch in dieser Serie verarbeitet worden. Das ließ mich die ganze Produktion deutlich ernster nehmen.

Auch wenn die Serie kein absolutes Must See ist, hat sie durchaus ihren Charme. Das Leben in der Farvela ist sehr gut dargestellt und gibt einen wunderbaren Einblick in die nicht so perfekten Lebensumstände.

Mit den drei Hauptcharakteren haben wir gleichzeitig drei Figuren aus unterschiedlichen Elternhäusern und Lebenssituationen. Auch wenn es manchmal verschroben wirkt, dass Gewalt das einzige Mittel für Konfliktlösungen ist, ist doch viel Wahres dran.

Wie man es erwarten kann, spielt auch in dieser Serie die christliche Religion eine große Rolle. Die Tatsache, wie der Kirchgang als fester Bestandteil der Abendplanung für alle Altersgruppen gilt, spiegelt ihre eindeutige Relevanz wieder. Das macht auch Sinn. An einem Ort, der nur aus Armut existiert, brauchen die Menschen etwas an das sie sich klammern können. Die Darstellung dessen wirkt nicht fehlplatziert, sondern gelungen.

Der Alltag in der brasilianischen Mafia mitsamt ihren Gefahren ist interessant dargestellt. Jedoch bietet dieser Handlungsstrang nicht viel Neues und lässt Überraschungen vermissen. Ähnlich ging es mir mit dem verwöhnten Sohn, der unbedingt MC werden möchte. Auch wenn er wunderbare Musik zum Soundtrack beigetragen hat, war die Handlung äußert vorhersehbar und funktionierte nach den klassischen Mustern.

Die Kulissen, die Ausstattung, die Musik und die Darstellung des brasilianischen Lebensgefühles geben einen guten Eindruck ab und bieten einem nicht das erwartete Telenovela-Klischee, dass man gerne mit dem Land des Carnivals verbindet.

Fazit

Mich hat die Serie sehr gut unterhalten. Leider war sie an zu vielen Stellen zu vorhersehbar und bediente sich den typischen westlichen Klischees, die Netflix immer wieder gerne hereinbringt. Teilweise fühlte ich mich sehr an die arabische Serie Dschinn erinnert, die Netflix ebenfalls komplett dem Westen angepasst hatte. Da ich mir auch die nächste Staffel anschauen werde, gebe ich entspannte 7/10 Punkte.

Sintonia eignet sich wunderbar für Fans von jugendlichen Drama-Serien wie auch Baby oder Dschinn.

Interessierte können die Serie auf Netflix streamen.

Darsteller: Christian Malheiros als Luiz Fernando Silva, Jottapê Carvalho als Doni, Bruna Mascarenhas als Rita