Serienoase-Podcast

SO 012. Boys Over Flowers 꽃보다 남자 vs. Meteor Garden 流星花园

| KOR 2009/CHN 2018©️MyDramaList |Stream: Viki, Netflix|

Von reichen Schnöseln, fiesen Intrigen und Februar-Sichtungen

Audio: Boys over Flowers vs. Meteor Garden

In unserer aktuellen Ausgabe sprechen Kate und Carli über das gewaltige Boys over Flowers/Meteor Garden-Universum. Mit insgesamt sechs Verfilmungen aus fünf verschiedenen Ländern gehört es zu den kultträchtigsten Manga-Verfilmungen Ostasiens. Wir widmen uns den beiden bekanntesten für den europäischen Markt und vergleichen sie. Deswegen nennen wir die Folge: Boys over Flowers (2009, auf Viki) vs. Meteor Garden (2018, auf Netflix).

Nachdem die so genannte koreanische Welle 2001 mit dem KDrama Winter Sonata eröffnet wurde und die Popularität koreanischer Fernsehserien im asiatischen Raum eine feste Größe erreicht hat, verhalf Boys over Flowers dem Sprung auf den amerikanischen Markt und wurde zum absoluten Kult. Wer sich mit KDramas beschäftigt, muss diese Serie gesichtet haben. Sie ist die Erfinderin des Second Lead Syndrome und hat unzählige Westler in das Universum gezogen. Meteor Garden wurde 2018 in China mit Hilfe von Netflix produziert und ist ebenfalls äußerst erfolgreich darin gewesen eine neue Generation in das asiatische Serienuniversum zu ziehen, inklusive uns.

Anmerkung: Carli ist ein Versprecher unterlaufen. In Hwarang sind Park Seo Joon und Park Hyun Sik die Hauptdarsteller. Choi Woo Sik kennen wir aus Parasite oder Train to Busan um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Im Podcast erzählt Carli von dem Korean Drama Podcast von Will Choi und verweist auf ihren eigenen niedergeschriebenen Vergleich unmittelbar nach dem Sichten. Hier sind die Links:

Korean Drama Podcast: Boys Over Flowers

Carlis Serienoase: Boys Over Flowers vs. Meteor Garden

Am Ende der Folge geben euch die Mädels einige Sichtungsempfehlungen. Zu diesen gehören Ever Night, Handsome Siblings, Crash Landing On You, Extraordinary You, My Holo Love, Find Yourself, Someday or One Day, Forest, The Game: Towards Zero und Tempted.

Der nächste Podcast erscheint am 31.03.2020.

Vergleich

Playful Kiss 2010 vs. A Love So Beautiful 2017

Kleine Info: Achtung, Spoiler!

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©️Viki

 

Wie erfolgreich waren Playful Kiss und A Love So Beautiful?

Playful Kiss ist die dritte Serienadaption des japanischen Mangas Itazura Na Kiss von Tada Kaoru. Erst erschien 2005 eine Taiwanesische Serie namens It Started with a Kiss und drei Jahre später ihr Sequel They Kiss Again. Trotz des populären Mangas erreichte die Serie in Korea nur schwache Einschaltquoten. Die Sendung wurde an zwölf weitere asiatische Länder verkauft und wurde über die Landesgrenzen hinweg sehr erfolgreich. Die Serie wurde zum Kult erhoben und auch auf anderen Kontinenten bei Streamingdiensten angeboten. Bis heute wird Playful Kiss konstant erfolgreich gestreamt.

Auf Grund der hohen Nachfrage wurde Ende 2010 Playful Kiss: Special Edition als Sequel herausgebracht. Die Sendung wurde auf YouTube veröffentlicht und besteht aus 7 Episoden a 10 Minuten. Sie zeigt einige Episoden aus dem Eheleben von Ha-Ni und Seung-Jo. Dieses Projekt wurde zu einem internationalem Erfolg.

A Love So Beautiful erschien erstmals vor zwei Jahren als Webserie. Bereits bei ihrer Veröffentlichung erreichte sie ein großes Publikum und entwickelte eine starke Fangemeinde. Die Serie erhielt viele positive Kritiken für die Figurenentwicklung und ihre Geschichte. Mittlerweile ist sie auf allen Kontinenten verfügbar für den Stream und erfreut sich einer hohen Beliebtheit.

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Was verbindet die beiden Serien?

Ein lebensfrohes, durchschnittliches Mädchen verliebt sich über beide Ohren in ihren Mitschüler. Er ist Klassenbester, ein Schönling und ein Einzelgänger. Doch am wichtigsten ist, dass er überhaupt nicht an ihr interessiert ist.

Das fasst die Handlungen beider Serien perfekt zusammen. Die Ausgangslage unterscheidet sich nur minimal. Beide Serien beginnen in der Schulzeit und gehen in die Unijahre über.

Die Kulissen beider Shows spielen sich im kleinen Spektrum ab. Schule. Uni. Zuhause. Arbeit. Aus diesem Schema wird nur bei den Ausflügen ausgebrochen.

Dank des Sequels Playful Kiss: Special Edition erleben wir einen verliebten Seung-Jo, der zwar seine trockenen Sprüche nicht lassen kann, aber endlich einmal Gefühle zeigt. Ähnlich offen zeigt sich Jiang Chen zum Finale von A Love So Beautiful.

Was unterscheidet die beiden Serien?

Wenn man die Serien genauer betrachtet, gleichen sich die Charaktere nicht so stark wie es im ersten Moment scheint.

Ha-Ni ist ein aufgewecktes Mädchen, dass sich durch seine Hartnäckigkeit auszeichnet. Sie ist einfältig und faul. Zudem interessiert sie sich nur dafür wie es anderen geht und vernachlässigt sich selbst dabei regelmäßig.

Xiaoxi ist ebenfalls ein Sonnenschein. Sie zeichnet sich durch mittelmäßige Schulleistungen aus und ist verträumt. Dennoch empfand ich sie nie als dumm. Sie ist immer für ihre Freunde da und bereit Risiken einzugehen.

Seung-Jo ist ein intelligenter junger Mann mit einem fotografischen Gedächtnis. Deswegen fliegt ihm vieles zu und er bildet sich auch einiges auf seine Erfolge ein. Seine Arroganz wird allgemein akzeptiert. Er behandelt Menschen in seinem Umfeld nicht gut und nimmt sie als selbstverständlich hin.

Jiang Chen ist ein fleißiger, hübscher Junge, der seine Freizeit komplett dem Lernen widmet. Er legt nicht viel wert auf soziale Kontakte und ist mit sich selbst zufrieden. Durch seine Stellung bitten ihn die Mitschüler oft um Hilfe. Diese gibt er oft bereitwillig und ist bei allen beliebt.

Die Nebencharaktere beider Serien haben unterschiedliche Tragkraft. Bei Playful Kiss dreht sich die Serie um ihre Familien, die beiden Freundinnen und eventuelle Partner. Alle Charaktere sind mittelmäßig sympathisch. Bei A Love So Beautiful liegt der Fokus auf dem Freundeskreis, der sehr sympathisch angelegt ist und weniger auf der Familie.

Was gefiel mir bei Playful Kiss besser?

So oberflächlich das auch klingen mag, aber mir hat das Betrachten von Hyun-Joong Kim am besten gefallen. Dieser Schauspieler hat eine unglaubliche Präsenz und ein unverschämt gutes Aussehen. Ich sehe ihn wahnsinnig gerne. Umso enttäuschter war ich von seiner Rolle.

Der Charakter von Yoon Hae-ra war recht spannend. Allein die Verwicklung mit ihrem Großvater und der Firma hat mir sehr gut gefallen. Dennoch bin ich froh, dass sie nicht zur Ehefrau auserkoren wurde.

Mir gefiel auch die Idee mit der Wette. Lernen gegen Huckepack. Das war ein witziger Einfall.

Das ungewollte Zusammenleben bot ebenfalls Potential, dass mehr hätte ausgenutzt werden können.

Was fand ich schlechter bei Playful Kiss?

Das beginnt schon mit dem zweiten Verehrer. Während Bosong sehr sympathisch und bemüht erscheint, haben wir mit Bong Joon-Gu einen Charakter, der völlig überzeichnet ist. Er ist der ignorierte Liebessklave, der alles für Ha-Ni tut, obwohl es sie nicht interessiert. Er wirkt wie ein Ghetto-Elvis und nervt in manchen Episoden recht schnell. Erst am Ende bekommt er etwas Tiefe, doch die rettet nicht den Gesamteindruck.

Ha-Nis beste Freundinnen sind grenzwertig. Während die Dicke viel zu laut und dumm ist, bekommt die Künstlerin zu wenig Handlung. Das ist schade, da sie wirklich Potential hatte. Alle drei zusammen wirken wie einfältige Hühner.

Seong-Jo ist für meinen Geschmack viel zu lange fies und unnahbar. Das Happy End kommt mir zu unvermittelt und nicht durchdacht rüber.

Was gefiel mir bei A Love So Beautiful besser?

Ich liebe einfach alle Figuren in dieser Serie. Selbst die bemühten Störenfriede wie Li Wei haben ihre interessanten Seiten. Das Drehbuch hat die Charaktere wirklich liebevoll umrissen und mit einer Menge verspielter Details ausgestattet. Das erzeugt auch in der Gesamtwirkung einen harmonischen Eindruck.

Ich liebe Xiaoxi. Sie ist das nette Mädchen von nebenan und agiert wunderbar mit ihrem Umfeld. Dabei ist es egal mit welchem Charakter sie eine Szene hat, weil die Chemie bei allen Funken sprüht.

Jiang Chen ist einfach klasse. Sowohl die Szenen in denen er unnahbar wirkte als auch die in denen er Zuneigung durch kleine Gesten ausdrückte, waren zum dahinschmelzen. Die Mischung ist wirklich ausgewogen. Es macht Spaß zu sehen wie er sie neckt, aber dann doch für sie einsteht.

Das Liebesdreieck von Xiaoxi, Chen und Bosong ist köstlich mitansehen und sorgt für viele Lacher. Insbesondere die Eifersuchtsszenen sind stark inszeniert. Das beste Beispiel war für mich „Achtung! Ein Auto,“ – „Hä? Da ist doch gar kein Auto.“ Danach der Blick von Jiang Chen. Herrlich.

Die Nebenhandlungen sind interessant. Die Beziehung von Jingxiao und Yang ist so süß inszeniert und ich finde es toll, dass die beiden ihre verdiente Hochzeit bekommen.

Das Drama steckt im Detail. Momente wie das Feuerwerk und die Flucht danach oder das Schluß machen, der Versöhnungskuss und der Antrag sind bewegend gestaltet, aber nicht zu verkitscht.

Episode 23! Ich liebe Episode 23! Da stimmt einfach alles. Endlich taut Chen auf und zeigt seine Zuneigung. Man merkt, dass die beiden zusammen gehören. Die Interaktion in Alltagssituationen war schön mit anzusehen.

Der Nachklapp von Episode 23 zeigt Jiang Chens Perspektive von Anfang an und erleuchtet den treuen Zuschauer. Spätestens an dieser Stelle war ich absolut von der Serie überzeugt.

Was fand ich schlechter bei A Love So Beautiful?

Ich bin mit der Serie so zufrieden wie sie ist. Aus diesem Grund fallen mir keine wirklichen Kritikpunkte ein. Ein Luxuspunkt wäre, dass ich gerne noch die Hochzeit der beiden Charaktere gesehen hätte. Doch da Jingxiao und Yang diese Ehre zuteil wurde, verstehe ich warum man darauf verzichtet hat.

Abschluss

Insgesamt betrachtet, ist das kein gerechter Vergleich. Auch wenn die Serie Playful Kiss durch ihr Sequel dem männlichen Lead mehr Tiefe und Humor verliehen hat, kommt es nicht ansatzweise an das Niveau von A Love So Beautiful heran.

Ich bevorzuge eindeutig einen liebevollen Umgang zwischen den Charakteren als das ewige Gezanke und Gefühle verletzten. Deswegen fällt mir die Wahl nicht schwer. Wenn man sich mit diesem Thema befassen möchte, schaut euch A Love So Beautiful an. Seid ihr um einen neutralen Eindruck bemüht, schaut einfach beide Serien. Es bleibt bei 5:10 Punkten!

Vielleicht empfindet ihr komplett anders als ich und falls das der Fall sein sollte, schreibt es gerne in die Kommentare. Viel Spaß beim Schauen!

Intimster Moment der ganzen Serie
Romantische Zusammenfassung
Vergleich

Boys Over Flowers 2009 vs. Meteor Garden 2018

Kleine Info: Achtung, Spoiler!!!

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Via Dramalist ©️ Viki ©️Netflix

 

Woher kommt die Geschichte?

Die japanische Manga-Serie Hana Yori Dango 花より男子 von Yoko Kamio erschien erstmals 1996 und bestand aus 51 Episoden. Zeitgleich wurden eine Animeserie und ein dazugehöriger Film veröffentlicht.

In Taiwan erschien 2001 die erste Serienverfilmung namens Meteor Garden bestehend aus zwei Staffeln mit 20 Folgen. Dem folgte vier Jahre später eine japanische Interpretation in drei Staffeln mit 20 Folgen samt Kinofilm. 2018 wurde eine vierte Staffel in Auftrag gegeben, die zehn Jahre später spielt.

2009 gelang dem südkoreanischen Fernsehen ein Hit mit der Neuauflage Boys Over Flowers, die aus zwei Staffeln mit 25 Folgen bestand. Diese Version konnte ein breites Publikum über die Landesgrenzen hinaus für sich gewinnen. 2014 widmete sich Indien ebenfalls dem Stoff von Yoko Kamio und kreierte eine Telenovela, die aus 351 Episoden in drei Staffel, bestand. Sie trägt den Namen Kaisi Yeh Yaariaan. Die jüngste Variante stammt aus China und ist ein Remake der Taiwanesischen Serie Meteor Garden. Sie trägt den gleichen Titel und ist mit 50 Folgen in zwei Staffel ausgestattet.

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Boys Over Flowers vs. Meteor Garden

Trotz des großen Angebots fanden auf den europäischen Markt lediglich zwei Interpretationen ihren Weg und diese möchte ich jetzt miteinander vergleichen. Vorneweg möchte ich sagen, dass mir beide Serien viel Spaß bereitet haben. Wenn man einen Blick in die Foren wirft, erlebt man hitzige Diskussionen und Streitigkeiten darüber, welche Serie ihren Job besser gemacht hat. Mir haben beide Sendungen sehr gut gefallen. Obwohl ich sie innerhalb eines kurzen Zeitpunkts gesichtet habe, blieb die Thematik spannend und kurzweilig. Mir fiel es nicht schwer beide als eigenständige Varianten zu betrachten. Aus diesem Grund verstehe ich nicht, warum man sich zwingend für eine der beiden Serien entscheiden muss. Schaut euch beide an!

Natürlich gab es bei beiden Sendungen Elemente, die ich besser oder schlechter fand. Dadurch ergibt sich auch die Diskrepanz von zwei vergebenen Punkten. Während Boys Over Flowers 7 Punkte bekam, konnte Meteor Garden ganze 9 Punkte bekommen. Doch wie erklärt sich das?

Was verbindet die beiden Serien?

Trotz der unterschiedlichen Sendelänge boten beide Interpretationen eine Vielzahl an eigenständigen Geschichten. Obwohl Boys Over Flowers deutlich knapper ist, empfand ich die erzählten Handlungsstränge als vielschichtiger und komplexer. Es wurden emotionale Themen behandelt, die bei Meteor Garden gänzlich fehlten. Ein Beispiel dafür wäre die Entwicklung des Charakters Yoon Ji Hoo oder der Konflikt mit dem Modeljob. Andererseits beschritt auch die chinesische Variation neue Pfade, in dem sie komplett neue Situationen erschuf. Beispiele hierfür wären Shancais Kochwettbewerb oder der Hungerstreik. Zudem liegen über acht Stunden Unterschied in der Spielzeit vor. Wenn ich alle wichtigen Aspekte jedoch rekapituliere, bin ich sehr zufrieden mit beiden Serien.

Was unterscheidet die beiden Serien?

Selbstverständlich kann ich an dieser Stelle viele Kleinigkeiten aufzählen. Jedoch möchte ich mich mit zwei Aspekten begnügen. Zum einen die Ausarbeitung der Charaktere und zum anderen bestimmte Handlungsstränge und ihre Bedeutung für die Serie insgesamt.

Die weibliche Hauptfigur unterscheidet sich sehr in der Darstellung. Jan Di ist freundlich, hilfsbereit, plump, dümmlich und teilweise überraschend trampelig. Obwohl ihre Figur die Identifikationsfigur des weiblichen Publikums sein soll, ging sie mir des Öfteren auf die Nerven. Natürlich soll sie aus einer armen Familie kommen. Doch warum muss sie sich manchmal wie ein Kind aus dem Ghetto aufführen? Zudem wurde Jan Di mit einer herzlichen und aufdringlichen Familie ausgestattet. Während der kleine Bruder noch seine süßen Momente hatte, fand ich die Eltern absolut grausam, geldgierig, unbeständig und zu kurzsichtig. Man fragte sich teilweise, ob Jan Di die einzige Reife Person in dem Haushalt sei. Gott sei dank wurden diese Figuren nicht in der chinesischen Variation übernommen. Shancai hatte liebe Eltern, die nur das Beste für Ihre Tochter wollten und keine Geschwister für sie gezeugt. In dem Haushalt ging es also deutlich ruhiger zu. Das gleiche gilt für Shancai. Ihre Rolle ist ebenfalls fleissig, hilfsbereit und freundlich. Jedoch wirkt diese Interpretation deutlich resoluter und selbstbewusster. Sie weiß was sie will und wie sie es kriegen kann. Zudem wirkte sie auf mich lediglich in emotionaler Hinsicht dumm. Obwohl sie mir deutlich sympathischer war, nervte ihr übertriebener Beschützerinstinkt in Bezug auf ihre beste Freundin Xiaoyou.

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Die männlichen Hauptfiguren unterscheiden sich ebenfalls grundlegend. Boys over Flowers‘ Goo Joon Pyo wirkt deutlich reifer als Daoming Si. Joon Pyo wirkt sehr dominant und selbstbewusst. Er weiß wie er seinen Willen bekommt und strahlt das aus. Zudem kann er sehr liebevoll und freundlich sein. Seine Vorurteile baut er schnell ab und sieht die positiven Seiten des Lebens. Obwohl er die Taten seiner Mutter verachtet, liebt er sie und ist ihr loyal ergeben. Seine Freunde sind ihm sehr wichtig und trotzdem macht er Probleme mit sich alleine aus. Wenn er nicht weiter weiß, stößt er Leute vor den Kopf. Dabei ist er bereit die Konsequenzen zu akzeptieren. Insgesamt empfand ich Joon Pyo als einen sympathischen Charakter, der mir zum Ende hin zu wenig Entschlossenheit gezeigt hat. Warum? Hätte seine Verlobte die Hochzeit durchgezogen, wäre er verheiratet gewesen. Das fand ich ein wenig enttäuschend. Meteor Gardens Daoming Si kommt in den Kritiken immer deutlich schlechter weg, da seine Figur als zu verkitscht empfunden wird. Das kann ich nicht unterschreiben. Si kommt mir kindlicher und unerfahrener vor. Zudem schnell bockend und aufbrausend. Man kann ihn schnell verunsichern und belügen ohne, dass er es hinterfragt, weil er ans Alleinsein gewöhnt ist. Auf der anderen Seite ist er sehr freundlich, leidenschaftlich und loyal. Er ist bereit für das zu kämpfen, was er liebt und bleibt dabei sehr selbstbewusst und hartnäckig. Er kann sich seiner Mutter gegenüber behaupten und ist sehr beständig. Seine Interpretation gefiel mir sehr gut. Daoming Si ist der Charakter mit der größten Entwicklung im Laufe der Serie. Man muss ihn einfach mögen.

Der mit Abstand größte Unterschied der beiden Serien zeigt sich im dritten elementaren Charakter. Natürlich sind beide Männer gutaussehend und nachvollziehbar als Schwarm gecastet. Jedoch könnte die Wahrnehmung dieser Figur in beiden Shows nicht unterschiedlicher sein. Boys Over Flowers Ji Hoo wirkt erst unnahbar und desinteressiert. Doch das ändert sich recht schnell und nimmt komplexe Züge an. Das Zusammenspiel von Jan Di und Ji Hoo ist unglaublich schön angelegt. Man erfährt warum Ji Hoo so unnahbar wirkt und entwickelt schnell Sympathien für ihn. Er ist immer für seine besten Freunde da und spürt wenn sie Hilfe brauchen. Zudem entwickelt er tiefe Gefühle für Jan Di und hält sie nur auf Grund seiner Loyalität Joon Pyo gegenüber zurück. Die Geschichte um seine Vergangenheit und die Annäherung mit seinem Großvater waren so schön dargestellt, dass es für mich in jedem Fall der beste Part der Serie war. Meiner Wahrnehmung nach hatten Jan Di und Ji Hoo deutlich mehr Screentime als sie und Joon Pyo. Am Ende hatte ich wirklich gehofft, dass er das Mädchen bekommt und nicht Goo Joo Pyo. Doch man kann nicht alles haben. Meteor Gardens Huaze Lei wurde mit der gleichen Grundsituation ausgestattet. Jedoch wusste ich seinen Charakter nie einzuschätzen. Ich wusste nie was seine Beweggründe für seine Taten waren. Immer schwankte ich zwischen selbstlos und eigennützig hin und her. Das Problem wurde ich bis zum Ende nicht los. Lei bekam auch keine erklärende Hintergrundgeschichte zur Seite gestellt, die ihn greifbarer machen würde. Ich fand das problematisch. Zudem wirkte es im Kontext der Serie stetig so als wären er und Shancai nur nicht zusammen gekommen, weil er keine Gefühle gehabt hätte. Das wirkte befremdlich. Was bedeutete das für sein späteres Tun? Wollte er Si immer nur in die richtige Richtung schubsen oder hatte er tatsächlich Gefühle? Ich konnte das nicht deuten und bin dementsprechend auf der Seite von Ji Hoo. Nicht zuletzt deswegen, weil ich das Gefühl habe Leis Motivation erst zu kennen seit ich Ji Hoo kennen gelernt habe. Das empfinde ich leider als verpasste Chance für eine Serie mit 50 Episoden.

Ich möchte noch einige Worte zu den Nebencharakteren sagen. Die zweite Liebesgeschichte in Boys Over Flowers mit So Yi Jung und Chu Ga Eul im Fokus fand ich sehr, sehr schön. Es war unglaublich süß diese Entwicklung zu betrachten und wirkte an keiner Stelle aufgesetzt. Während sich die Ereignisse hier im Kontext des Töpferns darstellen, nutzt man bei Meteor Garden die chinesische Teekunst und greift diese romantische Episode wieder auf. Doch was ist passiert? Ximen und Xiaoyou wirkten auf mich nicht ansatzweise so gut. Tatsächlich nervte mich diese Geschichte, da sie so unglaubwürdig wirkte. Allein der Charakter von Xiaoyou war nervig, naiv, dumm, irrational und hilfsbedürftig. Ich war immer froh, wenn die keine Sendezeit bekam. Die Liebesgeschichte am Ende fand ich nicht passend. Schade!

Wie bereits zu Beginn angedeutet, verfolgen beide Serie teilweise unterschiedliche Handlungsstränge. Dabei schlugen sie unterschiedliche Wege ein. Welche ich besser und schlechter fand, betrachte ich jetzt in einer eigenständigen Kategorie.

Was gefiel mir bei Boys Over Flowers besser?

Deutlich besser gefiel mir bei den Koreanern die Rolle des Ji Hoo und seine Familiengeschichte. Die gab dem Charakter soviel Tiefe, dass man ihn nur ins Herz schließen konnte.

Jan Dis beste Freundin Ga Eul war ebenfalls deutlich sympathischer und sorgte für einige herzzerreißende Szenen. Die Liebelei mit Yi Jung war glaubhaft durch die fassbare Chemie.

Das Zusammenspiel von Joo Pyo und Jan Dis Familie war köstlich mit anzusehen.

Die Idee mit dem Modeljob und die weiteren Verwicklungen fand ich spannend.

Die Bedeutung der Seilbahn in den verschiedenen Szenen war schön. Ebenso wie die Darstellung des ersten Dates. Das gilt sowohl für Ji Hoo als auch für Joo Pyo.

Der Kurztrip auf die Insel und die negative Entwicklung vor Ort fand ich hier besser dargestellt. Man konnte Joon Pyos Verliebtheit greifen und Jan Dis Unentschlossenheit nachvollziehen. Das fand ich spannend. Zudem wurde hier ein Grundstein für die Freundschaft mit Ji Hoo gelegt.

Der Wettkampf in drei Akten war super. Mit der Idee hatte ich überhaupt nicht gerechnet und fand den Trick beim Autorennen klasse.

Am besten gefiel mir am Ende die überraschende Amnesie von Joo Pyo und deren Folgen. Dieser Handlungsstrang bot eine ordentliche Portion Drama und Herzschmerz.

 

Was fand ich schlechter bei Boys Over Flowers?

Fangen wir einmal mit dem offensichtlichen an: die Kostüme. Mir ist bewusst, dass das Budget für diese Serie nicht so groß war. Jedoch hatte ich teilweise das Gefühl, dass wir uns nicht im Jahr 2009 sondern 1982 befinden. Mit der Mode konnte ich bis zum Ende überhaupt nichts anfangen. Zudem fand ich die Haare von Ji Hoo entsetzlich.

Jan Dis Familie war furchtbar.

Der Handlungsstrang mit Jan Dis einziger Schulfreundin und deren Verrat war sehr unangenehm und fremdschämend inszeniert.

Goo Joo Pyos Mutter wirkte zwar streng, aber dennoch mütterlich. Bei Meteor Garden wirkte die Mama eiskalt und gefährlich. Das hat mir besser gefallen.

Die Szene im Eis mit der Nahtod-Erfahrung war deutlich schlechter dargestellt und wirkte nicht ansatzweise gefährlich.

Das Breirestaurant und der überdrehte Chef waren unnötig.

Joo Pyo wirkte insgesamt zu tatenlos auf mich. Immer wenn es um Aktionen ging, schickte er seine Freunde vor. Er selbst handelte kaum. Zudem hätte er die Hochzeit mit seiner Verlobten nicht von allein gestoppt. Hätte die nicht abgelehnt, wäre er verheiratet gewesen und die Serie wäre vorbei.

Was gefiel mir besser bei Meteor Garden?

Das komplette Setting hat mich mehr angesprochen. Mir gefiel die Universität als Zentrum der Geschichte sehr gut.

Die Serie bot unglaublich schöne Kulissen und Kameraeinstellungen.

Die Dramatik hat mir sehr gut gefallen. Ein Beispiel dafür wäre der Moment, in dem Daoming Si aus Wut einen Kuss von Shancai forciert und sie verletzt oder wo er selbst krankenhausreif geschlagen wird. Es wirkt ein wenig drüber und das hat mich sehr angesprochen.

Manche Szenen wurden wunderschön inszeniert. Für mich das beste Beispiel ist der Ausflug von F4 mit Zhou Caina oder die schmerzhafte Trennung am Wasserelement.

Der Humor war ganz nach meinem Geschmack.

Das Zusammenspiel von Daoming Si und Dong Shancai fand ich super. Die beiden Schauspieler haben das ganze auf und ab der Gefühle gekonnt umgesetzt.

Mir hat insgesamt die Gruppendynamik von F4 sehr gut gefallen.

Meizuos Charakter ist deutlich besser weggekommen und hat auch mit einer eigenen Geschichte begeistern können. Als der Störenfried am Ende aufgetaucht ist, wurde es erst langatmig.

Familie Daoming hat mir unheimlich gut gefallen. Der unreife, verliebte Si war wunderbar in seiner Entwicklung zu betrachten. Seine Schwester hatte ordentlich Energie und viel schwarzen Humor. Die Mama war glaubwürdig dekadent und dominant dargestellt. Selbst ich bekam bei ihr einen ordentlichen Schauer.

Die Serie schreckte nicht davor zurück kitschige Momente zu präsentieren, die einen nur grinsen lassen. Beispiele dafür wären die gegenseitigen Übernachtungen, die Streitigkeiten, das Geigenspiel, das Liebesgeständnis, der Bus, der Tag in London und die Hochzeit.

Der Skitrip und die Entführung haben mir sehr gut gefallen. Beim ersteren fand ich auch Leis Handeln interessant.

Was fand ich schlechter bei Meteor Garden?

Definitiv die Undurchsichtigkeit von Huaze Lei. Ich hätte mir für seinen Charakter mehr Tiefe oder Hintergrundgeschichten gewünscht.

Die Verlobte von Daoming Si war mir irgendwann Zuviel.

Meiner Ansicht nach hätte die Serie alles in Bezug aufs Kochen weglassen oder zumindest minimieren können. Das beinhaltet den Kochwettbewerb samt Vorbereitung, ihr Nebenjob und das Fischerdörfchen.

Xiaoyou und Ximen.

Shancais übertriebener Beschützerinstinkt für ihre beste Freundin Xiaoyou.

Wo wir schon dabei sind: warum war ihr bester Freund da?

Die gefühlt immer gleichen Songs strengten an. „Say something“ konnte ich am Ende nicht mehr ertragen. Da wäre weniger mehr gewesen.

Die 50. Folge fand ich merkwürdig inszeniert. Zum einen kam alles total übereilt, wo sie vorher extrem das Tempo runtergefahren haben und zum anderen kam mir das alles auch irreal vor. Shancais Eltern waren garnicht bei der Hochzeit ihrer Tochter. Sis Mutter ist auf einmal lieb und nett. Eigenartig oder doch ein Traum?

Abschluss

Abschließend kann ich nur sagen, dass sich beide Serien sehr lohnen. Wenn ihr euch nicht entscheiden könnt, welche ihr wählen sollt, dann schaut beide! Beide Sendungen haben ihren ganz eigenen Charme.

Mir persönlich gefällt insgesamt Meteor Garden ein wenig besser. Das liegt auch daran, weil ich es als erstes gesehen habe. Außerdem gefällt mir die Interaktion des Pärchens und der ganze Kitsch sehr gut. Falls ihr es auch verspielt mögt, wisst ihr jetzt wo eure nächste Reise hingeht. Viel Spaß dabei!

Bonuswissen

1. Shen Yue (Dong Shancai) und Connor Leong (Feng Meizuo) stehen aktuell erneut gemeinsam vor der Kamera für die Serie Another me. Diese soll Ende 2019 erscheinen.

2. Nach seinem erfolgreich absolvierten Wehrdienst in Korea feiert Kim Hyun-Joong(Yoon Ji Hoo) ein Comeback mit seiner neuen Serie Als die Zeit stehen blieb – When Time Stopped. Diese ist seit Dezember 2018 bei Raketen Viki zu streamen.